Hemolele

Chronik 3: Von Mäusen und Märkten

Mos Eisley, Markt

Roger lachte laut und klopfte Kandor freundschaftlich auf die Schulter. “Das, mein lieber Freund, ist eine sehr lange Geschichte. Die ich dir gerne mal erzählen werde… aber nicht hier.”, dem verwunderten Blick des Dathomiri schuldete er zumindest eine kleine Erklärung. “Die Kurzfassung lautet: Wenn man selber keine Heimat mehr hat, muss man sich eine neue suchen. Auf der Suche danach habe ich viele Spezies kennen-”, mit einen Augenzwinkern zu den beiden Togruta, “und lieben gelernt.”

Die Zwillinge lachten auf und verschmitzt lächelnd fuhr der Sheriff fort, als sie weiter auf den Stand zugingen. “Meiner Meinung nach kann man eine Spezies erst dann richtig verstehen, wenn man ihrer Sprache mächtig ist. Vieles geht bei der Kommunikation auf Basic verloren oder ist sogar missverständlich.”

Nachdenklich erreichten sie einen Stand, der verschiedene Arten von Gemüse feilbot und Roger wog eine faustgroße Kolbfrucht in der Hand. “Zabrak, sagst du … auf Iridonia war ich tatsächlich noch nie. Allerdings auf Dathomir…”, seine Miene verzog sich ein wenig, “Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass es da schön wäre. Ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel…”

Kandor lachte gequält auf. “Ich kenne Dathomir nur aus den Geschichten meiner Mutter. Wenn nur ein Fünftel der Bevölkerung so ist, wie sie war, dann ist das die Hölle auf Erden. Und ich rede hier nicht davon, weil sie ein Matriarchat führen”, stellte er düster fest. “Nein, ich werde Dir das absolut nicht übelnehmen, aber das ist alles nur ein Witz gegen den Planeten, auf dem sie mich aufgezogen hat.”

Der Koch zog das Datenpad unter seiner Robe hervor und machte ein paar Eingaben. Offensichtlich wollte er nicht mehr über das Thema reden. Dann drehte er sich zu den Zwillingen um und sprach die eine an, während er ihr das Pad sowie den zuvor von Roger erhaltenen Credstick gab: “Bitte, Mira-Ti, schau mal, ob wir diese zusätzlichen Dinge hier bekommen, das soll eine Überraschung werden. Ich denke, das ist passend, oder was meint ihr?”

Mira-Ti nahm beides entgegen und blickte auf die Daten, dann grinste sie und gab beides an ihre Schwester weiter. “Das ist wirklich eine schöne Idee, Kandor…”, lächelte sie, “… und wird bestimmt sehr gut ankommen”, stellte auch Mara-Ta fest.

“Wärst Du bitte so lieb und bleibst bei den beiden, während ich kurz den Laden hinter dem Stand aufsuche?”, bat Kandor Roger unvermittelt und machte sich in Richtung des Spirituosen- und Medikamentenladens davon.

“Kandor!”, riefen die Zwillinge gleichzeitig missbilligend. Ihre Gesichter zeigten mehr als deutlich ihre Ablehnung. “Ist das denn wirklich immer noch notwendig?”, fragte Mira-Ti traurig. Aber Kandor reagierte nicht auf Ihre Frage und verschwand in dem Laden.

Kopfschüttelnd wandten sie sich Roger zu: “Kommen Sie, schauen wir, ob wir die zusätzlichen Zutaten finden.”

“Das ist zumindest eine seine besseren Ideen heute”, ergänzte Mara-Ta verärgert.

Verdutzt blickte Roger dem Dathomiri hinterher, während er langsam hinter den beiden Zwillingen herging. Waren die Togrutas wirklich so ungehalten, weil Kandor die Alkoholvorräte auf der Hemolele auffüllte? Oder hatte der Koch selber etwa ein Alkoholproblem? Bei dieser Vorstellung brummte der Sherriff missbilligend und die Schnurrbartenden neigten sich kurz ein wenig nach unten. Er würde das im Auge behalten. So gut er seinen neuen Kollegen leiden konnte, er hatte schon zu viele Wesen kennengelernt, die aufgrund der einen oder anderen Sucht dem Abgrund entgegen gegangen waren. Das wäre schon schlimm genug, aber zumeist wurden noch andere mitgezogen.

Er spürte den Blick der Togruta auf sich und setzte wieder ein Lächeln auf, welches unisono erwidert wurde. “Ich komme schon, meine Damen, keine Sorge. Bitte gehen Sie Ihren Geschäften nach, ich halte mich im Hintergrund.”

Die beiden Damen nickten und kamen dem eilig nach. Sie diskutierten eifrig mit dem Verkäufer der Waren des Marktstandes und wurden schließlich schnell einig. Wie schon bei den anderen Waren ließen sie diese zur Hemolele transportieren. Zur Bezahlung verwendeten Sie den Credstick, den Kandor von Roger für das Kopfgeld erhalten hatte. Nach zwei weiteren Ständen fragte Mara-Ta schließlich Roger: “Bitte, erzählen Sie uns doch, woher Sie unseren Kandor kennen, während wir auf ihn warten.” Neugierig blickten sie ihn an.

Roger blickte auf, als die Togruta ihn wieder ansprachen. Er hatte gerade noch an die kurze, aber herzliche Verabschiedung von seinen Freunden gedacht, die zwischen seinem Auszug aus der Cantina und dem Kopfgeldjägerzwischenfall stattgefunden hatte. Der Alderaaner hatte viele Freunde auf vielen Planeten, was für einen weitgereisten Mann keine Seltenheit war. Insbesondere, wenn eines seiner Hauptanliegen die Gerechtigkeit war.

Ein wenig Wehmut hatte er schon dabei empfunden, aber die Freude auf das Neue hatte schon längst wieder die Oberhand ergriffen. Die Hemolele war sicherlich ein interessantes Schiff. Die beiden Akoni, die das Schiff führten, waren fast irritierend rechtschaffen, was tatsächlich bedeuten könnte, dass Roger es länger als ein paar Monate dort aushalten könnte. Wenn sie zudem wirklich ein paar Aufträge für die neue Republik ausführen würden, könnte er vielleicht sogar etwas von seiner gefühlten Schuld, sich nicht der Rebellion angeschlossen zu haben, abtragen.

Roger lächelte und war wieder im Hier und Jetzt. “Ich habe Kandor hier in Chalmuns Cantina kennengelernt, nach … nachdem ich dort ein wenig aufgeräumt hatte.”, verschmitzt hoben sich die Enden seines Schnurrbartes nach oben bei dieser Umschreibung. Plötzlich fiel ihm etwas ein. “Das hätte ich fast vergessen.”, der Sheriff kramte in einer innen liegenden Manteltasche, “Wir kamen ein wenig ins Gespräch über das hier.”, er öffnete die Schachtel mit den Plasmapfeilen.

“Kandor hatte es vor lauter Aufregung liegen gelassen. Ich weiß, wie schwer es ist, so etwas zu beschaffen; da sollte man schon gut drauf aufpassen. Ihr wisst nicht zufällig, wofür unser lieber Koch die benötigt? Er geht ja schließlich nicht jagen, oder?”

Mos Eisley, Spirituosen und Medikamentenladen, währenddessen

Kandor hatte die beiden Zwillinge sehr wohl gehört und es war ihm äußerst schwer gefallen, sie zu ignorieren. Aber er wollte nicht vor Roger mit ihnen darüber diskutieren. Er ging davon aus, dass die Zwillinge die Alkoholvorräte der Hemolele hatten auffüllen lassen. Von Alkohol hatten sie weit mehr Ahnung als er. Zudem vertrug er wahrhaftig nicht viel. Die beiden Schwestern würden ihn ohne sich anstrengen zu müssen unter den Tisch trinken. Einem Impuls folgend, ließ er seinen Blick über die unterschiedlichen Alkoholika im Laden schweifen und blieb schließlich an einer verstaubten Flasche hängen … 20 Jahre alter Alderaanischer Whisky. Der Preis betrug mehre 100 Credits. Wahrscheinlich der reinste Wucher. Aber das interessierte Kandor wenig. Seine Miene hellte sich auf und er grinste vor Vorfreude. Rogers Schaden sollte es nicht sein, dass er für ihn auf die beiden Togruta aufpasste. Er lächelte fröhlich und bedeutete dem Verkäufer, diese Flasche als Geschenk einzupacken. Schließlich ließ er sich noch mehre Packungen spezieller Schlaftabletten geben und bezahlte alles mit einem Credstick. Die Tabletten schob er in eine der vielen Taschen unter seiner Robe. Den Whisky nahm er in der Geschenkpackung in die Hand und verließ den Laden.

Er machte sich auf den Rückweg zu den anderen. Natürlich hätte er die Tabletten im Geheimen kaufen können, aber dann hätte er nur das Gefühl gehabt, die Zwillinge zu betrügen. Sie gaben sich große Mühe, ihm bei seinem Problem zu helfen. In der Tat hatten sie schon große Fortschritte während ihrer gemeinsamen Zeit gemacht. Doch sie waren immer noch da, die gottverdammten Alpträume, so real, als ob er wieder auf diesem verwünschten Planeten wäre. Als ob er wieder verfolgt und jede Minute um sein Leben kämpfen musste. Tausende Lektionen zum Überleben – töten um zu leben, seine Verfolger oder die zahlreichen Raubtiere, die ihn als Beute ansahen. Wenn er einen dieser Träume gehabt hatte, sah seine Kabine wie ein Schlachtfeld aus. Eines Tages würden diese Träume aufhören und dann würde er dieses Zeugs nicht mehr benötigen, um traumlos durchzuschlafen. Dann würde er auch der Mann sein können, den die beiden Togruta verdient hätten. Aber das würde noch ein sehr weiter Weg sein. Es gab sehr vieles, das er vorher ins Reine bringen musste. Und das Allerletzte, was er wollte, war, Mara-Ta oder Mira-Ti zu verletzten und sei es nur unwissentlich im Schlaf.

Hemolele, Kommandobrücke

Zufrieden stand Koamalu auf, während die ersten Reinigungsdroiden bereits auf die Brücke surrten. Gute 4G Gravitationskraft in wechselnden Vektoren hatte seine Kandidatin ausgehalten, was an sich bereits bemerkenswert war. Sein Waffensystemoffizier zeigte die eher übliche Reaktion auf die schnellen Wechsel im künstlichen Gravitationsfeld des Schiffes anschaulich auf.

Noch wichtiger war jedoch, dass Jayne Flyingpaw die erste Person war, die es geschafft hatte, das Schiff in dieser Simulation in einem Stück bis zum Ziel zu bringen. Er würde sich jedoch hüten, ihr das ins Gesicht zu sagen, ehe die Verhandlungen um den Sold abgeschlossen waren…

Er trat auf die Pilotin zu: “Das war gute Arbeit, Ms. Flyingpaw. Das waren ein paar beeindruckende Kunststücke, die Sie mit der guten Hemolele durchgezogen haben. Bitte folgen Sie mir doch in mein Büro, dort können wir uns in Ruhe unterhalten.”

“Sehr gerne”, antwortete Jayne mit einem Nicken und folgte Koamalu, der bereits auf das offene Backbordschott der Brücke zuhielt.

Hemolele, Büro des Captains

Nachdem beide Platz genommen hatten, kam Koamalu sofort zur Sache: "Wenn Sie wollen, haben Sie den Job.
Der Sold entspricht dem Standard der Handelsflotte der neuen Republik, Kost und Logis sind darüber hinaus inbegriffen. Sie wissen, dass ich gelegentlich Kurieraufträge für die Flotte der neuen Republik fliege. Allerdings sind üblicherweise unsere Flüge völlig unspektakulär. Vielleicht noch von dem üblichem Piratenpack einmal abgesehen, das sich im Outer Rim herumtreibt.

Ihre Vergangenheit ist hier auf diesem Schiff unerheblich – mit einer Ausnahme: Wenn ein Kopfgeld auf Sie ausgesetzt ist oder irgendein Kredithai noch ein Hühnchen mit Ihnen zu rupfen hat, ist hier und jetzt der Zeitpunkt, diesen Punkt auf den Tisch zu bringen."

Er ließ dies einen Moment wirken, ehe er weitersprach: “Also, wie sieht es aus?”

Jayne hielt für einen kurzen Moment die Luft an, faltete die Hände ineinander und legte sich im Geiste ihre folgenden Worte zurecht. Sie wollte den Job auf jeden Fall. Und sie wollte so schnell wie möglich weg von diesem Planten. Gleich würde es spannend werden, auch wenn ihre Verhandlungsposition äußerst ungünstig war. Jetzt hieß es, guten Willen zeigen.

Für einen kurzen Moment hatte sie noch überlegt, Koamalu ihre Schulden zu verheimlichen und einfach abzuhauen. Das Outer Rim war groß und wie hoch standen schon die Chancen, in den nächsten Jahren genau auf diesem Planeten wieder vorbei zu kommen? Vielleicht hätte sie ja Glück gehabt und der Gasthausbetreiber würde angesichts seines Alters bald abdanken oder ihre Rechnung wirklich vergessen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass sich ihre Probleme so gelöst hätten.

Doch nein, es war eine Sache, gegen das Imperium zu kämpfen und selbigem Schaden zuzufügen. Auch war sie mit Sicherheit kein Engel, wenn es darum ging, Regeln einzuhalten, doch sie hatte das ungute Gefühl, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, an dem es vielleicht doch nicht schaden konnte, sich nicht sofort wieder Feinde zu machen.

“Ich würde den Job sehr gerne annehmen und der Sold wäre für mich vollkommen in Ordnung. Aber ja, da gibt es tatsächlich etwas, das sie noch wissen müssten, Captain.”, begann sie nun vorsichtig und versuchte, ihrem Gesichtsausdruck eine diplomatische Note zu verpassen. Obwohl sie innerlich vor Wut kochte. Wenn sie diese kleine Ratte von einem … nein, sie schweifte ab.

“Ich habe leider ein paar offene Rechnungen, die zwar aktuell noch kein Problem darstellen sollten, allerdings durchaus Potential hätten, ein solches zu werden, sollte ich sie nicht bis Ende der Woche begleichen können. Leider gab es vor kurzem einen kleinen Zwischenfall, der wohl verhindern wird, dass
ich diese … Ausstände selbst bezahlen kann.”

Eine kurze Pause entstand, in der die Pilotin versuchte im Gesicht ihres Gegenübers eine Reaktion zu erkennen. ‘War ihr Koamalu wohl gesonnen?’

‘Riskiere es, mehr als nein sagen und dich vom Schiff jagen kann er ja wohl nicht tun! Und dann kannst du immer noch abhauen, so wie du es schon immer gemacht hast!’

‘Wohl wahr, liebes Unterbewusstsein! Und nun Ruhe!’

“Daher müsste ich Sie wohl gleich zu Anfang um den Gefallen bitten, mir einen kleinen Vorschuss auf meinen Sold zu geben, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, bevor wir abreisen.”

Eine Augenbraue Koamalus wanderte nach oben, während er Jayne einige Sekunden musterte. Ihm waren die unscheinbaren Regungen im Gesicht der Pilotin nicht entgangen. Es war also definitiv eine Geschichte mit … Nuancen. Wie jeder im Outer Rim hatte also auch Jayne Flyingpaw ihren Anteil an Geheimnissen, die sie mit sich herumtrug. Was für ihn an sich erst einmal kein Problem war.

Viel wichtiger war die Tatsache, dass seine Intuition die Pilotin als loyal einstufte. Und nachdem ihn diese Intuition durch die gesamte Rebellion hindurch am Leben erhalten hatte, vertraute er mittlerweile beinahe zu blind darauf.

‘Ihr Talent steht definitiv außer Frage’, sinnierte er im Stillen vor sich hin. ‘Mal davon abgesehen könntest du problemlos eine Außenstelle der Bank von Iokua Akoni aufmachen, wenn man berücksichtigt, wer an Bord alles Schulden bei dir abstottert.’ Manchmal war er wohl einfach zu gutmütig.

“Nun gut, Ms. Flyingpaw”, fuhr Koamalu fort, “so soll es sein. Ich bin bereit, Ihnen einen Vorschuss bis maximal 10.000 Credits zu gewähren. Dafür werde ich in den kommenden Monaten jeweils die Hälfte Ihres Soldes einbehalten, bis Sie den Vorschuss abbezahlt haben. Gehen Sie früher von Bord, erwarte ich die sofortige Rückzahlung des noch ausstehenden Betrages.”

Das erleichterte Aufatmen, das von Jayne Flyingpaw nicht ganz unterdrückt werden konnte, entging dem Captain der Hemolele keineswegs.

Er streckte ihr seine Hand entgegen und schloss: “Sind wir im Geschäft?”

“Ja, das sind wir. Ich danke Ihnen.”, antwortete Jayne mit fester Stimme und ergriff die Hand des Captains.

Während beide aufstanden, verschwendete sie einen kurzen Moment daran, nachzurechnen, wie lange es dauern würde, ihre Schulden bei Captain Kahanamoku auf dem von ihm vorgeschlagenen Weg loszuwerden. Sie würde den ihr angebotenen Kredit nicht ganz ausschöpfen müssen, um ihre Probleme hier auf Tatooine zu lösen. Nichtsdestotrotz würde es etwas mehr als zwei Jahre dauern, bis sie alles zurückgezahlt hatte. Es war ein unangenehmes Gefühl, sich so lange in eine gewisse Abhängigkeit zu begeben.

Andererseits hätte es sie wohl auch bei weitem schlechter treffen können. Würde sie das Angebot nicht annehmen, würde sie garantiert in einer Arrestzelle landen, sollte sie nicht aufpassen. Ob nun auf Tatooine oder hier auf der Hemolele. Nicht, dass sie Angst davor gehabt hätte, doch von ‘Kost und Logis frei’ konnte sie dort wohl nur träumen.

Aus tiefstem Herzen schwor sie sich ein weiteres Mal an diesem endlosen Tag, Eric den Hals umzudrehen. Nachdem sie sich ihr Geld zurückgeholt hatte. Ihre Liebe und ihre Träume waren verloren, doch nicht ihr Schmerz, die Enttäuschung und Kränkung, die er zurück gelassen hatte. Sie würde alles in ihrem Inneren wegschließen und bewahren, bis sie den Mistkerl in die Finger bekam. Er würde dann nichts mehr zu lachen haben.

“Wann werden wir starten?”

“Vermutlich morgen im Laufe des Tages. Die Fracht wird immer noch gelöscht und bei der Geschwindigkeit, in der die hiesigen Dockarbeiter zu Werke gehen, wird die neue Fracht vermutlich frühestens morgen Vormittag verstaut sein. Sie haben also genug Zeit, Ihre Angelegenheiten zu Ende zu bringen und sich hier einzuquartieren.
Wenn Sie alles beisammen haben, wenden Sie sich bitte an Kandor, unseren Koch und Quartiermeister, er wird Ihnen eine Kabine zuweisen. Sie haben ihn in der Cantina ja bereits kurz kennengelernt.
Alles Dienstliche können Sie direkt mit Lani Akamu klären, sie hält hier die Crew am Laufen.
Und: Willkommen an Bord!”

Tatooine, Mos Eisley, Markt

“Das glaube ich jetzt nicht”, entfuhr es Mara-Ta beim Anblick der Plasmapfeile

“Er hat wirklich welche gefunden!”, rief Mira-Ti vor Freude jauchzend auf.

“Damit können wir…”, stellten sie mit leuchtenden Augen fest, " … endlich wieder zusammen Jagen!"

Die beiden Togruta waren so begeistert, dass ihre Reißzähne zu erkennen waren. Normalerweise vermieden sie es unter allen Umständen, wenn sie mit anderen Spezies zusammen waren, dass diese wahrgenommen werden konnten. Sie wollten unbedingt einen falschen Eindruck vermeiden.
“Und Sie haben…”, redeten die beiden aufgeregt weiter, “… darauf aufgepasst. Das ist ja … fast so als würden Sie … zu unserer Crew gehören!”, freuten Sie sich.
“Oh, entschuldigen Sie bitte…”, bemerkten sie schließlich ihren Fauxpas, “… das ist uns jetzt aber peinlich”, und hatten sich wieder schnell unter Kontrolle. Ihre Wangen röteten sich leicht, wobei nun nicht klar war, ob das nun aufgrund ihrer Zähnen oder ihrer Freude war.

“Aber um Ihre Frage zu beantworten…”, wollten sie von sich ablenken, “… wir gehen zusammen auf die Jagd, um frisches Fleisch für die Crew zu besorgen.”

“Aber natürlich nur…”, stellten sie klar, “…wenn es entsprechend möglich ist.” Nicht, dass der Sheriff einen falschen Eindruck von ihnen bekam.

Doch der stand ziemlich verdutzt dreinschauend vor den Zwillingen. Er wusste um die Jagdkultur ihres Volkes, aber dass diese beiden Togruta so begeistert reagierten, überraschte ihn schon. Und bevor er noch weiter reagieren konnte, hatte jede der beiden ihm einen Kuss auf die Wange gegeben. Dann ließen Sie ihn genauso unvermittelt stehen und rannten lachend auf Kandor zu, der soeben weiter hinten aus dem Laden getreten war.

Kandor hing noch ein wenig seinen Gedanken nach, als er das fröhliche Lachen der Zwillinge auf sich zukommen hörte. Er hob den Kopf und beobachtete, wie sie geschmeidig auf ihn zu rannten.

“Kandor, Du hast tatsächlich welche gefunden. Du bist ein Schatz!”, klang es von unterwegs und als sie bei ihm ankamen, umarmten sie ihn herzlich und gaben ihm ebenfalls einen Kuss auf die Wange.

Der Dathomiri war etwas verwirrt darüber, dass die beiden nun weit besser gelaunt waren, als in dem Moment, als er sie verlassen hatte, um die Tabletten zu besorgen. Vor Verlegenheit lief er rot an und fragte vorsichtig nach: “Was habe ich denn gefunden, dass euch so glücklich macht?”

“Na, die Pfeile…”, lachte Mara-Ta, “…Du hast die Pfeile bekommen”, freute sich auch Mira-Ti. “Endlich können wir alle drei wieder zusammen jagen gehen!”

Kandor ließ sich von ihrer guten Stimmung mitreißen und stimmte nun fröhlich in das Gelächter mit ein: “Ich habe es euch doch versprochen. Und ich halte meine Versprechen.”
‘Das kann nur bedeuten, dass der Sheriff die Pfeile eingepackt hatte, die ich liegengelassen habe. Was habe ich auch für ein unverschämtes Glück’, dachte der Koch und beobachtete, wie der Alderaaner zu ihnen aufschloss.

“Sag mal, was hast Du…”, begannen die Zwillinge zu fragen, “… denn in Deinen Händen?”

Kandor blickte auf die bunt verpackte Whiskyflasche. “Das ist ein Geschenk für Roger. Dafür, dass er uns in unserer Not so geholfen hat und auch dafür, dass er die Plasmapfeile mitgebracht hat”, und reichte Roger die Geschenkpackung. Dazu zwinkerte er ihm zu und ergänzte verschwörerisch: “Wenn Du Gesellschaft bei der Vernichtung des Inhalts brauchst – ich opfere mich gerne für ein Glas. Aber nur ein einziges.”

Bevor aber Roger etwas erwidern konnte, warfen Mara-Ta und Mira-Ti dazwischen: “Mehr kannst Du auch nicht, denn dann liegst Du unterm Tisch!”, und lachten fröhlich.

Kandor stimmte in das Lachen mit ein und drückte Roger das Geschenk in die Hand.

Roger lächelte freudig und nahm das Paket mit einem “Das wäre doch nicht nötig gewesen…” Alkohol schien wohl nach diesen Aussagen kein Problem des Dathomiri zu sein, was zum einen erleichternd war, aber dennoch die Frage hinterließ, was die Togruta eben gemeint hatten. Diesen Gedanken schob er aber beiseite und begann unter dem Drängen der Zwillinge, das Geschenk zu öffnen.

Ungläubig weiteten sich die Augen des Sheriffs, als er den Schriftzug las. “Alderaanischer Whisky…”, hauchte er und seine Hände umfassten die stabile Flasche, als ob er plötzlich ein rohes Ei in den Händen hielt. Roger hatte an diesen Markt nie einen zweiten Gedanken verschwendet, geschweige denn an den Spirituosenhändler. Wenn er Alkohol wollte, ging er in die Bar, er selber lagerte in seinem Zimmer so gut wie nie einen. Zumindest wenn er alleine war.

So unverhofft ein Artefakt aus seiner vor fünf Jahren gewaltsam erloschenen Heimatwelt in Händen zu halten, ließ viele vergrabene Gefühle hochkommen. Auf seinem Gesicht spiegelten sich Trauer und Wehmut wieder, so dass Mara-Ta und Mira-Ti ihn schon sorgenvoll anschauten. Langsam kniete Roger nieder und nahm seinen Seesack vom Rücken. Er öffnete ihn und entnahm ihm ein großkalibriges Blastergewehr. Die Flasche packte er behutsam und sicher in den frei gewordenen Raum, sodass sie von allen Seiten gut gepolstert war. Danach zog er den Seesack wieder zu, stand auf und schulterte sein Gepäck und das Gewehr.

Seine freie Hand legte er auf Kandors Schulter und blickte ihm tief in die Augen, seine Gefühle wieder weitgehend unter Kontrolle habend. “Vielen Dank, mein Freund. Wenn es soweit ist, die Flasche zu öffnen, wirst du mein Ehrengast sein.”

Roger nahm die Hand wieder runter und setzte ein leicht gezwungenes Lächeln auf. “Ich denke, wenn wir hier jetzt alles eingekauft haben, sollten wir uns auf den Weg machen.”, sprach er ungezwungen weiter. Es war offensichtlich, dass das Thema Alderaan für ihn für diesen Moment abgeschlossen war. “Ich für meinen Teil freue mich auf eine Unterkunft der ersten Klasse und auf die restliche Besatzung. Es gibt bestimmt viele interessante Geschichten, die allein ihr drei zu erzählen habt. Und ich möchte sie alle hören.”

Der Dathomiri lächelte. Ja, Geschichten konnten sie einige erzählen, aber ob sie wollten, das stand auf einem Blatt. “Wenn es soweit ist, gib Bescheid, dann leiste ich Dir sehr gerne Gesellschaft”, nahm er die Einladung des Sheriffs nichtsdestotrotz sehr gerne an.

Kandor warf einen fragenden Blick zu den beiden Schwestern, der wohl ‘haben wir alles bekommen?’ hieß und bekam ein fröhliches Grinsen zurück. Er deutete das mal als Zustimmung und mit einem “Na, dann mal los mit uns. Ab nach Hause!” stimmte er dem Vorschlag Rogers zu und freute sich, dass das Geschenk gut angekommen war.

Die Frage allerdings, wofür Roger das großkalibrige Blastergewehr verwendete, sparte sich Kandor. Es gab zwei Arten – entweder für die Kopfjagd auf andere intelligente Lebewesen oder aber auf die Jagd von größeren Lebewesen. Beides war nicht unwahrscheinlich. Wenn man aber bedachte, dass der Sheriff über eine Lizenz der Kopfgeldjägergilde verfügte, dann war das Erstere wahrscheinlicher. Der Koch mochte im Allgemeinen keine Kopfgeldjäger. Sie waren gewissenlos und scherten sich einen Dreck um andere Lebewesen. Dieser hier schien anders zu sein. Der Alderaaner schien einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu haben und war hilfsbereit. Der Dathomiri hatte ein gutes Gefühl bei diesem Mann. Er erinnerte ihn an seine Freund Roark. Allein schon von seiner Statur, aber auch von seiner Art. Er vermisste den Wookie. Es war, obwohl am Abgrund, eine gute Zeit, die sie zusammen verbracht hatten. Sie würde nie weitergehen. Roark war tot. Und eines Tages würde er seine Überreste nach Kashyyk heimbringen und seinen Namen reinwaschen.

Hemolele, Maschinenraum

“Nun”, begann Kryss und legte die Stirn in Falten. “Basic ist diese Sprache auf jeden Fall nicht.”

Er überprüfte ein paar Einstellungen für die Energiemodulation, während der Droide langsam zwischen ihnen hin und her blickte und mit seiner seltsamen Geräuschkulisse weitermachte. “Die Energiewerte sehen gut aus. Daran kann es eigentlich nicht liegen. Möglicherweise ist das einfach die Grundsprache, die eingestellt ist. Sie sagten ja, er wäre sehr alt. Vielleicht können wir deswegen nichts damit anfangen.”

Er überlegte, was sie tun konnten, um das möglicherweise grandiose Wissen aus den Datenbanken des metallischen Kerls zu extrahieren, aber ein wenig ratlos war er schon.

“Was ist das Älteste an Droide an Bord dieses Schiffes? Vielleicht kann der uns in Sachen dolmetschen ein wenig unter die Arme greifen. Die Kameraden hier haben es untereinander immer schon geschafft, sich verständlich zu machen.”

Ein etwas gequältes Grinsen huschte über Lanis Gesicht. “Nun, vielleicht brauchen wir nicht unbedingt unseren ältesten Droiden zu fragen…”, sie legte ihren Finger an ihre Nase und dachte nach, dann fuhr sie fort: "Wir haben einen Protokolldroiden an Bord, der eine gewaltige Anzahl an Idiomen spricht – zumindest sagt er das, beweisen konnte er alle natürlich bislang nicht.

Allerdings …“, sie schüttelte sich kurz angewidert,” verspüre ich gerade so gar keine Lust, Proto herzurufen."

Das alte Blechding vor ihnen hatte nicht aufgehört zu quatschen. Moment mal! Hatte der nicht beim letzten Anschaltversuch auf ihre Ansprache reagiert?

Sie wandte sich an den Droiden und versuchte es einfach: “Droide, verstehst Du Basic?”, der Kopf des Droiden wandte sich ihr zu. Er nickte und Lani bemerkte eine schwache Rauchfahne an seinem “Halsgelenk”. Oder bildete sie sich das nur ein? Nun war da nichts mehr.

Der Droide redete weiter, das war ja der reinste Wasserfall. Ob das eine Art Vorläufermodell des Protokolldroiden war?

“Halt – Droide, wenn Du Basic verstehst, dann sprich doch bitte darin mit uns!”, nun wurde sie doch etwas ungehalten.

“… gar kein Problem!”, schaltete der Robot mitten im Satz um. “Ich hatte gerade bemerkt, wie seltsam mir hier die Technik vorkommt und nachgefragt, in welchem Jahr wir uns befinden? Außerdem wüsste ich gerne, welches Schiff das hier ist und mit wem ich eigentlich die Ehre habe? Abgesehen einmal davon…”, Lani schlug theatralisch die Hände vor die Augen. “Halt die Klappe, Droide!”, herrschte sie ihn an und der Redeschwall stoppte abrupt.

Lani schüttelte den Kopf und wandte sich Kryss zu. “Kaum zu glauben, oder? Der hier würde sich gut mit Proto verstehen”, sie seufzte.

“Habe ich mir den Rauch vorhin eingebildet? Vielleicht sehen Sie zu, dass sie seine verworrenen Speicherbänke möglichst bald gesichert bekommen…”

“Ich glaube”, begann Kryss und checkte ein weiteres Mal die Energiewerte, “diesen Proto sollten wir mal mit unserem Kamerad hier in einen Raum sperren. Da kommt bestimmt einiges an interessanten Dingen heraus.”

Er nahm belustigt Lanis gequälten Gesichtsausdruck auf, als er den Namen Proto aussprach. Anscheinend war das ein spezieller Fall von Protokolldroide, den sie hier an Bord hatten. Wobei, waren nicht alle Protokolldroiden so? Hm, so wie er sich erinnerte, war ihm dahingehend auch noch kein normales Modell unter die Finger gekommen. Spleenig waren sie alle. Und meistens nervig. Zum Glück wusste Kryss technisch damit umzugehen. Kurze Drohungen in Richtung Betriebssystemoptimierungen brachten manchmal wahre Wunder.

“Der Rauch kommt bestimmt von dem Halsservo. Die Energiewerte sind immer noch gut, da scheint also für die Datenbanken keine Gefahr zu bestehen. Sollte also unbedenklich sein, solange Sie ihn nicht zu einem Tänzer umprogrammieren wollen.”

Wenn der Droide Augenbrauen gehabt hätte, in diesem Moment hätte er sie ganz bestimmt schnell in die Höhe gerissen. So fing er nur verbal an zu protestieren, die Änderung an seiner Systemsoftware doch ja nicht vorschnell zu beschließen, schließlich wäre er ihnen in seinem aktuellen Zustand doch bestimmt viel mehr von Nutzen, als in irgendeinem schummrigen Etablissement als Tanzattraktion verheizt zu werden. Kryss lachte auf und stoppte den Redefluss, indem er trocken bemerkte, es wäre nur ein Witz gewesen.

“Ein Witz? Oh, … ja, davon habe ich schon gehört”, stotterte der Droide beinahe. “Das ist diese sprachliche Besonderheit, die ich noch nie so richtig verstanden habe.”

Jetzt war es an Kryss, die Augenbrauen zu heben und Lani einen vielsagenden Blick zuzuwerfen.

“Gut, dann würde ich sagen, wir sparen uns erst einmal weiteren Humor und befassen uns mit Wichtigem. Erst einmal, besteht irgendeine einfache Möglichkeit, von deinen eingebauten Datenbanken ein brauchbares Backup zu erstellen? Also eins, was mit unseren Computern kompatibel ist?”

Der Droide warf einen Blick im Maschinenraum umher, anscheinend um die Systeme abzuschätzen, die auf der Hemolele zum Einsatz kamen.

“Ich bin mir nicht sicher. Schließlich bin ich kein Mech-Droide, aber so wie es aussieht, wäre die einfachste Variante, mich mit einem anderen Protokolldroiden zusammen zu schließen. Hatten Sie nicht erwähnt, dass sich ein solcher hier an Bord befindet?”

Der Techniker verschluckte ein Kichern und blickte zu Lani. Anscheinend war nun doch Protos Hilfe von Nöten.

Hemolele, Schleuse

Proto wartete geduldig am Eingang der Schleuse. Inzwischen waren mehr als zwei Stunden vergangen, nachdem er von Kandor die Nachricht über den ominösen Sheriff bekommen hatte. Seitdem waren unterschiedliche Leute in der Landebucht unterwegs gewesen.

Einige Boten hatten die unterschiedlichsten frischen Lebensmittel, Kräuter und Gewürze an Bord gebracht. Aber von diesem Sheriff keine Spur.

Inzwischen waren der Captain sowie sein erster Offizier Frau Akamu wieder an Bord. Sie hatten zwei weitere Personen mitgebracht und waren im Schiff mit ihnen verschwunden. Aber selbst die beiden konnten ihm nicht sagen, wann der Sheriff auftauchen würde.

Zum Glück konnte sie ihm aber mitteilen, dass es sich hierbei um ein männliches Exemplar handelte. Er hatte daher gleich den Auftrag erteilt die Blumen wieder aus dem Quartier zu entfernen. Frau Akamu hatte das mit einem Schmunzeln quittiert. Damit konnte er nun gar nichts anfangen. War das nun gut oder war das schlecht, fragte er sich. Dabei macht er doch nur seine Arbeit. Warum machten diese natürlichen Lebensformen ihm auch immer die Arbeit so schwer. Mit diesen seltsamen Emotionen wie Witz oder Launenhaftigkeit kam er nun gar nicht klar. Da brannten ihm eher ein paar Logikschaltungen durch.

Er blickte auf den Boden der Schleuse und schüttelte den Kopf. Überall Sand, stellte er fest. Sofort beorderte er einen Putzroboter her, der die Schleuse säubern sollte. Schließlich mussten sie einen ordentlichen Eindruck machen. Er seufzte innerlich, er freute sich geradezu auf ein Ölbad über die Nacht. Dieser Sand drang in alle Ritzen ein. Wirklich lästig.

Hemolele, Gänge

Regal seufzte, eigentlich hätte er noch gern zugesehen wie sich der “Neue” mit dem Droiden rumgeplagt hätte. Vielleicht hatte dieser ja eine zündende Idee. Aber stattdessen stand er nun da und hatte eine vertrocknete Maus zu entsorgen. Also wohin damit, fragte er sich. Sein Blick wanderte zu einem Mülleimer und öffnete ihn. Lauter Metallschrott, irgendwie würde sich die Maus darin nicht gut machen. Sie wäre dort wie ein Fremdkörper, fand er. Dann grinste er, wofür waren sie denn auf einem Planeten. Er brauchte die Maus eigentlich nur rauswerfen. Den Rest würde Mutter Natur dann besorgen. Mit dieser seiner Meinung nach prächtigen Idee machte er sich auf den Weg zur Schleuse. Außerdem hatte er den Fingerzeig des ersten Offiziers sehr gut verstanden, was seine Zehen anbelangte, hieß wohl – mach Dich vom Acker.

Hemolele, Schleuse

Regals Laune bekam einen Dämpfer, als er die Schleuse betrat und an Proto vorbei musste. Sein noch fröhliches Gesicht gefror regelrecht. Hoffentlich würde ihn der Silberne nicht ansprechen und ihm einen Vortrag halten. Zu seinem Glück würde das jetzt gerade noch fehlen. Er versuchte sich also mit der Maus, am Schwanz zwischen zwei Fingern gehalten, an dem Droiden vorbei zu schleichen. Dabei hoffte er inständig, dass Proto mit dem Reinigungsdroiden so beschäftigt war, dass er ihn nicht bemerkte. Er war schon fast vorbei, als er die wohl modulierte Stimme des Protokolldroiden neben sich hörte: “Techniker Regal, was tragen sie denn da zwischen den Fingern?”, und deutete auf das Corpus delicti in seinen Händen.

“Eine tote Maus”, antwortete Regal einsilbig.

“Aha”, stellte Proto fest. “Eine tote, vertrocknete Maus – genauer gesagt eine tote Mus musculus Subspezies minimus raumus”, berichtigte er den Techniker stolz. “Und was wollen Sie damit?”, fragte er weiter.

“Ich will sie entsorgen”, antwortete Regal zugeknöpft.

“Aha”, stellte Proto wiederum fest. “Und wo haben Sie diese Mus musculus Subspezies minimus raumus gefunden?”, fragte der Droide neugierig. Proto schwante Übles, denn der Techniker war aus dem Schiff gekommen. Der Sauberkeitsstandard auf dem Schiff ließ eindeutig zu wünschen.

“Aus dem Maschinenraum”, antwortete der Techniker. “Frau Akamu trug mir auf, das Ding zu entsorgen oder sie hängt mich an meinen Zehen auf”, entfleuchte es ihm und er biss sich sofort auf die Lippen. Hätte er nur nichts gesagt, wenn Proto jetzt noch auf die Zehen einging…

“Aus dem Maschinenraum? Erster Offizier? Frau Akamu? Du liebe Güte. Das ist nicht gut!”, stellte Proto fest und warf die Arme in die Höhe. “Siehst Du, genau das meinte ich!”, warf er dem Reinigungsdroiden vor und unterbrach damit dessen Arbeit.

Regal nutzte die Gelegenheit und machte sich davon, bog unterhalb der Rampe gleich wieder unter das Schiff ab und war damit aus dem Sichtfeld von Proto, bevor dieser noch mehr lästige Fragen stellen konnte. Mit Schwung warf er die tote Maus in Richtung des Rands der Landebucht. Auf etwa halbem Wege blieb sie im Sand liegen. Regal blickte sich nach rechts und links um, niemand hatte ihn beobachtet. Zufrieden nahm er sich eine Zigarette aus der Schachtel und zündet sie an. Über ihm stritten die beiden Droiden miteinander. Der leichte Wind wehte ihr Streitgespräch direkt zu ihm herunter.

“Was soll das heißen, die Mus musculus Subspezies minimus raumus steht nicht auf der Liste?”, fragte Proto entrüstet.

Der kleine Reinigungsroboter piepste bestimmt, dass dies genauso sei. Und damit sei es nicht seine Aufgabe, diese tote Maus zu entsorgen.

“Soll ich denn dann etwa diese Maus jagen und entsorgen?”, fragte Proto empört zurück. “Meine Aufgabe ist das nicht, im Gegenteil, meine Hauptaufgabe ist das Protokoll. Schließlich beherrsche ich mehr als 6 Millionen Kommunikationsformen”, stellte Proto richtig…

Regal verschluckte sich unterhalb fast vor Lachen. Er fand die Vorstellung sehr erheiternd, wie der Silberne hinter einer Maus herrannte. Den Stummel seiner Zigarette packte er ein und machte sich grinsend auf in Richtung Frachtschleuse. Zum Glück gab es ja noch andere Wege in das Schiff…

Hemolele, Schleuse

Noch immer diskutierten die beiden Droiden eifrig über den Sauberkeitsstandard auf der Hemolele und die darin verwickelte kleine Maus. Der Reinigungsdroide ging zum wiederholten Male darauf ein, dass sie nicht auf der Liste von unerwünschten Gegenständen bzw. Lebewesen stehen würde. Außerdem würde diese Spezies zu einer hohen Wahrscheinlichkeit aus der Kombüse der Hemolele kommen. Diese Art ernährte sich normalerweise von Essensresten. Solche kamen am ehesten dort vor, wo die Lebewesen ihr Essen zubereiteten oder verzehrten – also in der Messe oder der Kombüse. Die Messe wurde von ihnen immer sofort nach der Essensausgabe gereinigt. Der einzige Ort zu dem sie keinen uneingeschränkten Zugang hatten, war die Kombüse. Also musste der unerwünschte Gegenstand von genau diesem Ort kommen, schlussfolgerte der Reinigungsdroide piepsend.

“Du weißt ganz genau, dass Chef Kandor uns verboten hat, die Küche zu betreten. Er droht sogar, mich in alle Einzelteile zu zerlegen, wenn ich mich nicht daran halte, dass ihr Reinigungsdroiden die Küche nicht unaufgefordert betretet”, erklärte Proto dem kleinen Droiden zum wiederholten Male.
“Und nein, er würde auch Dich zerlegen. Da bin ich mir sicher!”, rief er mit nach oben geworfenen Armen, um dem widersprechenden Piepen zu entgegnen. “Doch, ganz sicher”, wiederholte er nochmal bestimmt, um jede Widerrede im Keim zu ersticken. ‘Dieser spezielle Reinigungsdroide ist ein wirklich vorlauter kleiner Kerl’, dachte der Silberne insgeheim verärgert. Er hatte natürlich keine Ahnung, wie gefährlich Chef Kandor sein konnte. Ein Mann, der in seinem Quartier die Asche seiner Mutter und die ausgestopften Reste eines Wookies aufbewahrte, dem war alles zu zutrauen, so fand zumindest der Protokolldroide.

Hemolele, Maschinenraum

Lani musterte den reaktivierten Droiden von unten bis oben. Nun, er schien zumindest auf den ersten Blick nicht gefährlich zu sein. Sie seufzte theatralisch, erhob sich und trat zum Interkom an der Wand des Maschinenraumes. “Erster Offizier an Proto.”, sie wartete ab, bis der Droide bestätigt hatte, unterbrach dann aber gnadenlos seinen Wortschwall, indem sie ihn anwies, sich im Maschinenraum einzufinden. Eine erneute Erwiderung des Droiden wurde kurz abgefertigt. “Unterbrich mich nicht ständig, Proto, sonst werde ich ungemütlich – und Du weißt, was das bedeutet!”, der Silberne bestätigte und wurde plötzlich ganz einsilbig.

“Hier im Maschinenraum befindet sich ein sehr alter Droide. Ich möchte, dass Du mit ihm sprichst, und herausfindest, was sich auf seinen Speicherbänken befindet. Anschließend speicherst Du sie mir, ordentlich und sinnvoll sortiert, auf einen Datenblock, den Du in meinem Quartier ablegen darfst.” Lani unterbrach kurzerhand die Verbindung.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht wandte sich die Akoni daraufhin wieder an Kryss. “Man muss nur wissen, wie man mit diesen Protokollfritzen umgehen muss. Ich vermute, dass Sie das ebenfalls wissen, Kryss.”

Lani reichte dem immer noch neben dem alten Droiden knienden Mann die Hand. “Willkommen im Team der Hemolele, Kryss. Wenn Sie möchten.”

Kryss war perplex. Er hatte den Job? Glücklicherweise kniete er noch, sonst hätte er sich ob der überraschenden Nachricht gleich hinsetzen müssen. Stattdessen versuchte er, ein Lächeln auf sein Gesicht zu bekommen, doch vermutlich verunglückte es ein wenig. Er hatte es geschafft, er kam weg von diesem staubigen Etwas von Planet, kurz bevor sich sein aufgebrauchtes Vermögen, was keines gewesen war, zu einem ernsthaften Problem hätte entwickeln können. Er ergriff die ihm dargebotene Hand und zog sich hoch.

“Danke. Wow; klar möchte ich!”, stammelte er noch unsicher und schüttelte Lanis Hand beinahe zu wild. ‘Juchuu!’, jubelte er innerlich. ‘Was für ein Tag.’ Am Ende hatte sich alles einfacher dargestellt, als er sich im Vorfeld ausgemalt hatte. Er hatte schon gedacht, er müsste die halbe Hemolele zerlegen und wieder zusammenbauen; im Raumanzug; ohne richtiges Werkzeug. Aber der Droide …. na der war lösbar gewesen.

“Ich hoffe, Proto bekommt Interessantes aus ihm heraus”, sagte er und stellte fest, dass er immer noch die Hand der Frau schüttelte. Schnell ließ er davon ab und steckte seine Eigenen in die Tasche, damit er nicht noch auf dumme Gedanken kam. “Und natürlich hoffe ich, dass ich der Crew und dem Schiff eine nützliche Hilfe sein kann.”

“Oh, da bin ich mir ziemlich sicher”, schmunzelte Lani, der die Erleichterung des Mannes nicht entgangen war. “Da es zum üblichen Procedere gehört, sollte ich noch erwähnen, dass der Sold sich am Standard der Handelsflotte der neuen Republik orientiert. Kost und Logis sind frei und Sie werden feststellen, dass die Kost hier ein wenig … ungewöhnlich ist. Unseren Koch haben Sie ja schon kennengelernt.”

Mit einem Kopfnicken bedeutete sie dem neuen Ingenieur, ihr zu folgen und wandte sich zum Gehen, nicht ohne dem Protokolldroidenverschnitt Marke Uralt noch ein paar Anweisungen zu geben. So etwas wie “nicht von der Stelle rühren”, zum Beispiel. Obwohl dies angesichts seiner mangelhaften Ausstattung eher unwahrscheinlich war, aber Protokolldroiden waren erfinderisch.

“Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen Ihr neues Quartier, dann können Sie Ihre Habseligkeiten holen und sich frisch machen und dann zum Abendessen in der Offiziersmesse zu uns stoßen.”

Noch bevor Kryss etwas antworten konnte, eilte ein silberner Protokolldroide mit dem typischen, leicht eckigen Schritt seiner Sorte auf den Maschinenraum zu. Lani seufzte, aber dies war wohl unumgänglich. Kurz und knapp gab sie Proto seine Anweisungen bezüglich seines Kollegen und schob diesen dann brüsk in den Maschinenraum, bevor er noch eine seiner Tiraden loswerden konnte.

Hemolele, Landebucht

Kandor beobachtete, wie Proto sich versteifte und dann eiligst im Inneren des Schiffes verschwand.
“Also ahhh … naja, scheinbar läuft heute alles etwas anders als geplant…”, kommentierte er das Verschwinden des Droiden verärgert. Dass Proto seinen Posten verließ, hatte nichts Gutes zu bedeuten. Es gab eigentlich nur vier Personen auf dem Schiff, die ihn dazu veranlassen könnten. Der Doktor, der Captain, die erste Offizierin und der Cheftechniker. Letzterer war auf dem Weg in die Versklavung – blieben also nur die anderen drei. Warum Proto von ihm auch Befehle annahm, hatte Kandor bis jetzt noch nicht verstanden. Nach dem Protokoll hätte das eigentlich nicht immer ganz so sein müssen. In bestimmten Bereichen auf alle Fälle, aber Proto achtete auch außerhalb genau darauf, alles sinngemäß so zu erfüllen, wie Kandor es wollte. Er war sehr zuvorkommend und machte einen sehr guten Job. So zumindest war das die Meinung des Dathomiri.

Die Zwillinge grinsten sich erleichtert gegenseitig an. Kein unnötiges Geplapper und diese unselige Anrede ‘Mamsells’ Tita. Und egal wie oft sie es auch versuchten Proto diesen Titel auszureden, er blieb dabei. Er war der Meinung, der Titel sei korrekt und deswegen werde er ihn auch verwenden. Das sei richtig. Dass ihnen dies peinlich war bemerkte er überhaupt nicht. Und so waren sie froh Proto ein weiteres Mal aus dem Weg gegangen zu sein.

“Na dann, komm mit Roger. Schauen wir, dass wir den Seesack loswerden. Proto wirst Du mit Sicherheit noch früh genug kennenlernen”, sprach Kandor und machte eine auffordernde Geste, während er Kurs auf die Schleuse nahm.

Rogers Schnauzer hob sich auf der rechten Seite ein wenig. Es war ihm nicht unwillkommen, die Bekanntschaft mit dem Droiden zu verschieben. Seit einer schicksalsträchtigen Episode, bei der er Teil einer Gruppe gewesen war, die versucht hatte, einen bis dato unbekannten Separatistenaußenposten zu plündern, mochte er keine Droiden mehr. Nicht, dass er vorher ein Freund dieser gewesen wäre, aber nachdem der Hacker der Gruppe auf der Suche nach Informationen den Hauptrechner aktiviert hatte, nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die Basis war schon zu Zeiten der Klonkriege vergessen worden und stand voller Kampfdroiden der ersten Generation. Mit der Aktivierung des Zentralrechners fuhr auch Leben in alle Droiden. Gedankenverloren klopfte Roger auf sein schweres Blastergewehr, welches er in Erinnerung an dieses Abenteuer Bessie getauft hatte. Schnell schüttelte er diese Gedanken ab und lenkte seinen Blick auf das Schiff selber.

Es war eine gut erhaltene corellianische Korvette und sie gefiel ihm. Diese Schiffe waren einst das Rückgrat der Rebellion gewesen und strahlten in den Augen des Sheriffs ein ebensolches Selbstbewusstsein aus.

Mit langen Schritten ging er neben dem Dathomiri her und antwortete ihm, während er immer noch das Schiff musterte. “Der Droide kann ruhig warten, ich lege nicht unbedingt Wert auf leblose Gesellschaft. Erzähl mir aber gerne etwas über das Schiff selber bzw. was für weitere Besatzungsmitglieder werde ich treffen?”

“Hm, ausgerechnet mich fragst Du zu dem Schiff und seinen Bewohnern … von allen Personen, die hier leben, bin ich derjenige, der die wenigste Erfahrung mit dem Reisen auf einem Raumschiff oder generell mit Technik hat”, seufzte Kandor. Aber genaugenommen war es richtig, Kandor zu fragen. Schließlich war er der Quartiermeister der Hemolele, auch wenn er sich inzwischen lieber in der Rolle des Kochs sah. Natürlich wusste er sehr viel von den Besatzungsmitgliedern, zumeist viel mehr als diesen lieb war, aber gerade deswegen war er auch sehr einsilbig, wenn es um selbige ging. Roger würde seine eigenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Mitgliedern des Schiffes machen müssen.

“Für genaue Details, frägst Du am besten den Captain selbst, oder Proto”, ergänzte er weiter. “Aber ich kann Dir natürlich ein bisschen über den Aufbau des Schiffes erzählen und zeigen. Damit findest Du Dich auf jeden Fall zurecht”, erklärte er.

“Die Schleuse hier ist gleichzeitig Zugang und Ausgang. Hinter der Schleuse sind auch schon die ersten Gästequartiere der zweiten Klasse. Wir befinden uns auf Deck 6. Kommt, wir gehen gleich mal in den Turbolift direkt vor uns”, führte der Koch weiter aus.

Alle traten in den gut zwei Meter durchmessenden, runden Lift. Er war wie alle Innenwände der Hemolele standardmäßig mit einem weißen Kunststoff beschichtet. An der rechten Innenseite war eine Schalttafel angebracht. Als alle im Lift waren, deutete der Koch auf die Tafel und sprach weiter: “Hier siehst Du alle sechs erreichbaren Decks der Hemolele. Auf dem nächsten Deck befinden sich Treibstofftanks und der Zugang zum Hangar. Deck 4 – Unterkunft der Besatzung, Messe, Krankenstation, Kommunikationsraum, Gebetsraum und die Sperrholzklasse für Passagiere. Die Messe wird von den Mannschaftsdienstgrade und den dort wohnenden Passagieren zum Essen genutzt. Auf diesem Deck werden wir Dich nachher von Dr. Aramaki verarzten lassen. Wir nehmen aber erstmal Kurs auf Deck 3”, erzählte er weiter und drückte den Knopf.

Die Tür schloss sich mit einem Zischen. Der Lift bewegte sich geräuschlos nach oben und die Zahlen veränderten sich, bis sie bei der 3 stehen blieb. Die Tür öffnete sich. Roger blickte Kandor fragend an. “Wir beide bleiben und fahren weiter bis zur 1”, erwiderte dieser. “Meine beiden Hübschen verlassen uns hier”, ergänzte er.
Die Zwillinge lächelten ihn an und verließen den Aufzug. “Fangt bitte schon mal mit dem Zubereiten des Abendessens an. Die Mannschaft freut sich bestimmt schon darauf, da lassen wir sie besser nicht warten. Und vergesst nicht den speziellen Nachtisch”, bat er die beiden.

Mit einem gemeinsamen “es hat uns gefreut”, und “wir sehen uns bestimmt bald wieder” verabschiedeten sich die beiden von den Männern.

Die Türe schloss sich wieder und sie waren auf dem Weg zur Deck 1. Währenddessen erklärte Kandor weiter: "Auf Deck 3 findest Du auch einen Salon, einen Computerraum, ein Konferenzzimmer, die Offiziersmesse, meine Kombüse und die Brücke und Quartiere des gehobenen Personals. Gäste erster und zweiter Klasse und das gehobene Personal nehmen natürlich ihr Essen in der Offiziersmesse ein. Auf Deck 2 sind wieder Treibstofftanks und irgendwelcher technischer Schnickschnack.

Mit einem Zischen öffnete sich die Tür wieder. Kandor ging voraus und blieb nach drei Schritten stehen. Er drehte sich zu Roger um, der ihm mit einem fragenden Blick gefolgt war. Der Koch deutete nach links: “Hier siehst Du den wahrscheinlich schönsten Platz auf dem Schiff: die Starlight Lounge. Vor allem wenn uns der weite Raum umgibt, finden sich hier wunderschöne Farbenspiele, die die Pracht des Universums verdeutlichen.”

Die Lounge war ein mit gemütlichen Sitzen ausgestatteter Raum, etlichen Pflanzen sowie einem plätschernden Brunnen und einem Sichtfenster, das von einem Ende bis zum anderen reichte und in ein weiteres an der Decke überging. Die Sonne von Tatooine strahlte den Raum mit einem warmen Licht komplett aus.

“Und hier auf der rechten Seite ist Dein Quartier, eine Suite. Wir gehen ganz zum Ende. Bitte folge mir”, sagte Kandor und ging in die angegebene Richtung.

Langsam hob sich eine Augenbraue Rogers, als sie den Gang weiter Richtung Bug beschritten. Der Captain hatte es ernst gemeint mit der ersten Klasse. Soweit er es sehen konnte, war er auf diesem Flur der einzige Gast und es zeichnete sich ab, dass er eine Kabine bekommen würde, die dreimal so groß wie alle anderen sein dürften. Leise pfiff der Sheriff, den fragenden Blick Kandors ignorierend.

Das ganze Schiff war scheinbar in einem hervorragenden Zustand. Zumindest ging Roger davon aus, denn den sensiblen technischen Bereichen wurde sicherlich mehr Pflege zugedacht als den Deckenpanelen. Strich man das mittlerweile veraltete Design ab, war dies ein Erster Klasse Bereich, der auch einem Mon-Calamarischen-Vergnügungskreuzer gerecht geworden wäre. Platz war Luxus und je kleiner das Schiff, desto größer war dieser zu bewerten.

Ohne noch weitere Worte abzuwarten durchschritt Roger die Tür, die ihm Kandor geöffnet hatte. Ungläubig stand er in einem mehr als großzügigen Wohnbereich, der ähnlich groß war wie seine Schlafstätte bei Chalmun. Der Alderaaner ließ seine Tasche von der Schulter gleiten und legte Bessie auf den kreisrunden Tisch der halbmondförmigen Sitzgruppe. Im angrenzenden Raum stand ein großzügiges Doppelbett und ein Arbeitsplatz, sowie zwei Schränke, die Platz hatten, um den Inhalt von zehn Seesäcken unterzubringen. Zwischen den beiden Schränken führte eine Tür in das angrenzende Badezimmer. Ungläubig weiteten sich seine Augen, als er neben anderen Einrichtungsgegenständen die freistehende Badewanne sah. Gerade im Kontext, dass er die letzten Wochen auf dem Wüstenplaneten Tatooine verbracht hatte, kam ihm das wie unglaublicher Luxus vor.

Breit grinsend legte er seine rechte Hand auf Kandors linke Schulter und lachte ihn an. “Kandor mein Freund, hier gefällt es mir.”

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Chronik 2: Probearbeiten und Marktbesuche

Chalmuns Cantina, Theke

Kandor zog aus einer seiner vielen Taschen unter der grauen Robe einen kleinen Terminal hervor. Mit wenigen Klicks hatte er die nötigen Eingaben gemacht. “In Ordnung”, bestätigte er. “Roger, kommen Sie einfach zur Landebucht 1138. Ein Protokolldroide wird am Eingang auf Sie warten und Sie dann zu Ihrem Zimmer bringen. Sie müssen sich nur noch überlegen, ob Sie lieber ein Zimmer mit Blick Richtung Boden oder Blick Richtung Himmel haben wollen. Teilen Sie einfach Ihren Wunsch entsprechend dem Droiden mit”, ergänzte er freundlich lächelnd zum Sheriff gewandt.

Dann gefror sein Lächeln, als würde ihm gerade siedend heiß etwas einfallen. Der Koch fluchte: “Ich habe die Zwillinge vergessen!” Ohne an seine Kiste zu denken, drehte er sich um und rannte Hals über Kopf aus der Cantina.

Auf dem Weg zum Markt

Die eineiigen Togruta-Zwillinge, wie konnte er sie nur vergessen, ärgerte sich Kandor, während er unterwegs war. Die beiden Frauen, Mira-Ti und Mara-Ta, waren neben ihm in der Kombüse beschäftigt. Er hatte sich eigentlich mit Ihnen auf dem Markt treffen wollen, um frische Lebensmittel und Gewürze einkaufen. Sie waren bestimmt ohne ihn Losgezogen. Aber in einer verkommenen Stadt wie Mos Eisley könnte das gefährlich für sie werden. Kandor sorgte sich, dass die beiden gutgläubigen Zwillinge schneller in einem Schiff nach Mos Espa in Richtung Sklavenmarkt unterwegs sein dürften, als ihm lieb war. Beide waren zwei wirkliche Schönheiten und gut ausgebildet. Sie dürften auf dem Sklavenmarkt als Dienerinnen wahrscheinlich enorme Summen abwerfen. Kandor schauderte und beschleunigte noch seinen Gang in Richtung Markt.

Hemolele, Wartungsraum von Droiden

“Ach Du meine Güte”, waren die ersten Worte des silbernen Protokolldroiden Proto, nachdem er von einem elektrischen Impuls zum Hochfahren bewegt worden war. Sogleich prüfte er die Daten, die soeben für ihn reingekommen waren.

“Wir haben einen Gast für die erste Klasse. Und dem Captain ist es wichtig, dass er sich wohl fühlt”, stellte er laut fest.

“Du da, und Du da. Wacht sofort auf, wir haben zu tun”, scheuchte er zwei weitere Droiden auf, die für Sauberkeit zuständig waren. Empört piepsten sie ihn an.

“Ihr braucht euch gar nicht bei mir zu beschweren. Wir haben einen sehr wichtigen Gast, der in der ersten Klasse untergebracht wird. Also geht los und macht am besten alle Räume der ersten Klasse nochmal sauber”, befahl er.

Die Droiden piepsten aufgebracht, sie hätten doch schon alles erst kürzlich saubergemacht.

“Keine Widerrede! Ihr wollt doch nicht den Captain enttäuschen, oder? Schließlich ist es sein Ehrengast”, stellte Proto wichtig fest.

Die Droiden piepsten nochmal was von “aufgeblasen”, aber machten sich dann doch auf den Weg.

Proto trat einen Schritt nach hinten. “Also so was!”, entrüstete er sich. “Aber was kann man auch von Droiden anderes erwarten, die nur für Sauberkeit zuständig sind”, beschwerte er sich.

Der Silberne machte sich auf den Weg in Richtung Schleuse. “Sheriff Roger, so heißt unser neuer Passagier. Ein Sheriff, das klingt offiziell, vielleicht hat das mit den Behörden zu tun. Oh je, oh je. Dieser dumme Kandor, warum kann er mir auch nicht schreiben, ob dieser Sheriff nun weiblich oder männlich ist. Soll ich nun Blumen in das Quartier bringen lassen oder nicht?”, fragte er sich beschwerend.

“Und überhaupt – welcher Rasse gehört dieser Sheriff denn an? Müssen wir vielleicht zusätzliche Vorkehrungen treffen? Oh je, oh je. So geht das nun wirklich nicht. Wie soll ich nur unter solchen Umständen ordentlich arbeiten können”, beklagte er sich während er weiter zur Schleuse schritt.

Hemolele, Kommandobrücke, später

Die Worte “Simulation gestartet” wurden durch eine Reihe taktischer Anzeigen ersetzt. Ansonsten herrschte im Schiff relative Ruhe, vielleicht von den Frachträumen einmal abgesehen. Dort herrschte hektische Betriebsamkeit, während die Dockarbeiter Kiste um Kiste aus dem Frachtraum ausluden.

“So, Ms. Flyingpaw”, begann Koamalu die Einweisung, “das Schiff gehört in dieser Simulation ganz Ihnen. Wie Sie sehen, ist bereits ein Ziel für einen Hypersprung ausgewählt. Programmieren Sie bitte den Sprung und bringen Sie uns im Zielsystem sicher bis zum Raumhafen.”

‘Und durch die diversen Piraten, die auf der anderen Seite des Hyperraums warten’, ergänzte er in Gedanken.

“Der Computer der Hemolele übernimmt in dieser Simulation die anderen Mannschaften des Schiffs, so dass Sie sich ganz auf Ihre Aufgabe konzentrieren können. Legen Sie bitte los, wenn Sie soweit sind.”

Jayne hatte während der kurzen Einweisung die Arme hinter dem Rücken verschränkt und mit leicht geneigtem Kopf zugehört.

Eine CR 90 Korvette war ein sehr gutmütiges und verlässliches Schiff – sagte man im Allgemeinmund unter den Piloten. Sie hatte vor einigen Jahren einmal die Ehre gehabt eines dieser Schiffe zu fliegen. Für etwas mehr als fünf Minuten. Danach hatte sie etwa drei Minuten Zeit gehabt zu erfahren wie sich das Schiff im Sturzflug machte und musste danach feststellen, dass man eine corellianische Korvette nur bedingt Notwassern konnte.

Wenn sie im Nachhinein an diesen Tag dachte musste sie unwillkürlich ein Grinsen unterdrücken. Immerhin waren Sie entkommen, lebend, und mit ein paar Silberlingen im Gepäck. Es hatte zwar danach ein paar Tage gedauert bis sie und Eric von dem Planeten wieder verschwinden konnte – sie hatte keine Ahnung mehr wie der Steinklumpen genau geheißen hatte. Aber wenn man genau darüber nachdachte war es eigentlich eine ziemliche Leistung gewesen das Schiff punktgenau in dem einzigen Wasserloch zu versenken das es über Meilen entfernt auf der Oberfläche gegeben hatte.

‘… Programmieren Sie bitte den Sprung und bringen Sie uns im Zielsystem sicher bis zum Raumhafen.’ In Gedanken wiederholte sie den Satz, biss sich auf die Lippe und nickte. Das schien einfach zu werden. In der Theorie.

Ihr Blick huschte kurz zu Kahanamoku und seinem fast unschuldig wirkendem Blick. Nein, sie war sich sicher, dass er einige spannende Überraschungen für sie eingebaut hatte …

“In Ordnung.”, bestätigte Jayne nun, schob die Ärmel etwas nach oben und nahm im Pilotensessel Platz.

Hemolele, Maschinenraum

“So, da wären wir – dies hier ist das Reich der Techniker”, mit einer weitausholenden Armbewegung stellte Lani ihrem potentiellen neuen Cheftechniker sein neues Arbeitsgebiet vor.

Sie gab ihm ein paar Augenblicke Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen, dann steuerte sie zielsicher eine Ecke des Raumes an, während sie weitersprach.

“Koamalu hat es gut – vermutlich sitzt er jetzt da oben ganz bequem in seinem Kapitänssessel und guckt sich an, wie die Computersimulation Miss Flyingpaw auseinandernimmt. Oder umgekehrt, wenn sie so gut ist, wie sie sich einzuschätzen scheint.”, sie lachte Kryss fröhlich an.

Lani hatte sich umgekleidet. Sie trug nun eine schmal geschnittene grüne Hose, ihre Füße steckten in Stiefeletten aus weichem Leder. Ein cremefarbenes Oberteil mit auffälliger Schnürung am Ausschnitt sowie eine ebenfalls grüne Weste mit Goldstickerei komplettierten ihren Auftritt.

“Wir hier in der Technik verfügen leider über keinen solchen Simulator”, ein kurzes Seufzen, dann wieder ein Grinsen. “Die Maschine ist in einem guten Zustand, daher kann ich Sie da auch nicht ranlassen. Aber der Kamerad hier – der braucht Ihre Zuwendung, das werden Sie verstehen!”, Lani war neben einem Droiden stehen geblieben, der an der Wand saß. Das, was von ihm übrig war.

“Wir haben ihn auf Delara VI gefunden. Fragen Sie mich nicht, warum wir ihn mitgenommen haben, vermutlich, weil uns so ein uraltes Teil von Droide noch nicht über den Weg gelaufen ist. Vielleicht wäre es spannend, das Wissen aus seinen Speicherbänken zu bekommen, er muss verdammt alt sein.”, Lani zuckte die Achseln. “Vielleicht wiederum hat er auch überhaupt nichts Interessantes in diesen Speichern. Oder auch gar nichts mehr, alles gelöscht. Wer weiß…”, sie blickte Kryss auffordernd an.

“Ich habe schon angefangen, ein wenig an ihm herumzubasteln”, lachte sie und ging neben dem Droiden in die Knie. Sie schob Kryss einen Werkzeugkasten zu und vertiefte sich in dem Inhalt des Zweiten. “Legen Sie los, vielleicht haben Sie mehr Erfolg als ich!”

Etwas skeptisch blickte Kryss zwischen dem Werkzeugkasten und dem Altertum an Droiden hin und her. Also das war ja mal etwas, was einem nicht allzu oft über die Füße lief. Und er hatte bei der Rebellion schon so Einiges an fragwürdigem Stück Technik gesehen. Da war zum Ende hin eigentlich so alles zum Einsatz gekommen, was sich irgendwie noch verwenden ließ. Glücklicherweise war er da selbst mit dran beteiligt gewesen, weswegen er hier für diese Aufgabe eigentlich keine allzu großen Probleme auf sich zukommen sah. Hauptsache, es gab einen Hammer.

Er ließ sich auf die Knie herunter und öffnete den Kasten. Wie erwartet war die Standardausstattung arg lückenhaft, aber eine Reaktion darauf ließ er sich natürlich nicht entlocken. Interessiert wühlte er sich durch den Inhalt; und zog eine tote Maus aus der Kiste. Etwas angewidert ließ er das vertrocknete Ableben vor Lani herum baumeln und meinte trocken: “Also ich bezweifle, dass die hier mit irgendwas an Bord kompatibel ist. Außer mit einer noch größeren und gefräßigeren Version ihrer selbst.”

Er blickte sich nach einem Müllbehälter um, konnte jedoch keinen finden. Mit einem Schulterzucken legte er sie wieder an ihren Fundort und setzte seine Suche nach einem Hammer fort. Dabei bemerkte er schon, dass zum einen der Blick Lanis auf ihm lag und zum anderen natürlich die vorliegenden Werkzeuge seine Arbeit an dem Droiden immens erschweren würde. Wie zu erwarten gewesen war, schließlich war das hier eine Prüfung und es war nur legitim, den Probanden ordentlich ins Schwitzen zu bringen.

Kryss sah es aber relativ locker. Schließlich hatte er eigentlich fast alles immer wieder ins Laufen bekommen. Wobei … hier bei dem Haufen Altmetall von Laufen zu sprechen, das war doch definitiv etwas zu optimistisch. Das, was von den Bewegungseinheiten übrig war, würde im Leben keine anständige Gravitation aushalten. Aber das war ja nun erst einmal nicht das Hauptziel. Die Speicherbänke waren ihr Ziel, zum Glück. Ganz unten, in der letzten Ecke fand er dann endlich das gesuchte Werkzeug. Prima, dann konnte es ja losgehen.

“Ich hoffe”, begann er ein Gespräch mit Lani, während er sich an die ersten Wartungsklappen machte, “der Captain handelt nicht nur mit solcher Ware wie diese hier. Sonst glaube ich, muss ich mir doch einen lukrativeren Job suchen. Denn kein Mensch gibt für so etwas doch nur einen müden Credit aus, oder?”

Schließlich gab es die Rebellion nicht mehr; die hätten in ihrer Not bestimmt auch hierfür noch was springen gelassen. Und selbst Jawas hatten heute ihren Stolz.

“Ich bin aber wohl ebenso gespannt wie Sie, ob und was wir hier finden werden”, bemerkte er mit einem Lächeln und überbrückte das erste Energierelais.

Mit spitzen Fingern ergriff Lani die Maus am Ende ihres Schwanzes und hob sie in die Höhe. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und beinahe hätte man sich einbilden können, dass sie sich ein wenig sträubten.

Ohne auf Kryss’ Worte einzugehen, erhob sie sich und marschierte zu Regal, einem Techniker niederen Ranges, der lässig an einer Wand lehnte und den Prüfling eingehend musterte. ‘Fehlt gerade noch, dass er an einem Grashalm kaut, wie er da so steht’, dachte Lani. Dann streckte sie den Arm aus und ließ das Corpus deliciti vor Regals in braunen Stiefeln steckenden Füßen fallen.

“So etwas will ich nie wieder in der Hemolele finden. Weder in einem Werkzeugkoffer noch sonst irgendwo. Kümmern Sie sich darum –ich lasse Sie persönlich an den Zehen aufhängen, wenn so etwas noch einmal passiert!” Mit großen Augen blickte Regal erst seine Vorgesetzte, dann die Maus und dann wiederum seine Vorgesetzte an.

Dann hob sich eine braune Augenbraue. “Igitt”, antwortete er trocken, bückte sich und hob das mumifizierte Tier auf, mit ebenso spitzen Fingern wie vorher Lani. “Selbstverständlich kümmere ich mich darum. Ich hänge an meinen Zehen!”, er drehte sich um und verließ mitsamt Maus den Maschinenraum.

Lani grinste und wandte sich wieder um. Sie wusste genau, dass Regal ihre “Drohung” richtig verstanden hatte. Dennoch war ihm klar gewesen, dass ihr das mit dem Nagetier ernst gewesen war und sie so etwas nie wieder sehen wollte. Die Hemolele war ein sauberes Schiff.

Proto hatte offensichtlich die Droiden der Wartungs- und Putzkolonne nicht im Griff. Da musste Lani einmal nachhaken.

Wieder bei Kryss angekommen, nahm sie nun den Gesprächsfaden wieder auf.

“Ich fürchte, dieses Teil hier liegt weniger in des Captains Interesse als in meinem,” sie schnippte ein imaginäres Stäubchen von ihrem Hosenbein. “Alte Technologien haben mich immer schon interessiert. Und Geschichten. Das Geschichtenerzählen ist eine lange Tradition auf Iokua Akoni. Es interessiert mich brennend, was dieser hier für eine Geschichte zu erzählen weiß…”

Unbewusst krümmte Kryss die Zehen und versuchte, ohne eine besondere Reaktion weiter zu machen. Nicht das er sich große Sorgen um seine Zehen machte; schließlich hatte er sie sich beinahe auf Hoth abgefroren, aber er war gerade an ein paar Bauteilen angelangt, die höchste Konzentration erforderten. Ein falscher Werkzeugansatz oder zu viel Spannung und er konnte zurück nach Mos Eisley und ein paar dubiose Schrotthändler nach passenden Ersatzteilen abklappern. Bestimmt nicht das Prüfungsziel, wenn er Lani eingehender betrachtete. Und zurück in diesen grausigen Staub; nein danke. Er hatte das Gefühl, immer noch Sand in den Schuhen und an anderen ungemütlichen Stellen zu haben, dabei hatte er sich geduscht und umgezogen.

“Ich dachte, Sie und der Captain kommen vom gleichen Planeten?” Er war sich nicht ganz sicher, ober er da jetzt etwas falsch mitbekommen hatte oder Lani ihn absichtlich in die Irre leitete. Für solche Dinge hatte er noch nie ein vernünftiges Gespür gehabt. Vielleicht ein Grund, warum er sich mit Technik befasste und weniger mit Menschen.

Kurz kramte er in der Werkzeugkiste nach einem Phasentrenner und stellte ihn auf einen niedrigen Wert ein. Mit der linken Hand versuchte er einen Stecker auf dem zentralen Kommandoprozessor zu befestigen, während er das kleine Werkzeug mit ruhiger Hand an die entsprechende Energiezuleitung hielt.

“Wären Sie vielleicht kurz mit einem Auge zur Hilfe bereit und halten den Energiepegel im Blick? Sobald der Wert über 80 steigt, geben Sie bitte direkt Bescheid.”

“Aber gerne doch!”, Lani ließ sich auf ein Knie herab, um den Energiepegel besser ins Auge fassen zu können. “Ja, Sie haben Recht, wir stammen vom gleichen Planeten. Tatsächlich sind wir zusammen aufgewachsen, wenn wir uns auch lange aus den Augen verloren hatten”, eine weißblonde Augenbraue wanderte leicht nach oben, ungefähr in dem Maß, in dem der Energiepegel stieg.

“Wir haben noch ein Stück bis 80, aber wir nähern uns dem Ganzen”, informierte sie den Techniker, woraufhin sie sogleich ihr Gespräch wiederaufnahm. Wenn er konzentriert arbeiten und sich gleichzeitig unterhalten konnte, sprach das eindeutig für ihn.

“Aber bloß weil wir vom gleichen Planeten stammen, bedeutet das nicht, dass er sich auch für schrottähnliche Droiden und ihre Speicher interessieren muss.”

Mos Eisley, Markt

Es dauerte nicht lange und der Koch kam zu den ersten Marktständen. Der Markt in Mos Eisley war länglich gestaltet. Dort, wo mehr Häuser standen, fand man nur einen Marktstand. Dort, wo mehr Platz vorhanden war, standen sich welche gegenüber. Es war alles sehr geräumig. Vereinzelte Einkäufer gingen mit ihren großen Lastentieren durch die Marktstraße und machten es etwas unübersichtlich. Die meisten Stände waren aus Holz gebaut. Sie besaßen eine große Auslage, auf denen die Waren feilgeboten wurden und hatten zumeist ein Dach aus Tuch, das Schutz vor der Sonne bot.

Insgesamt war einiges los und Kandor benötigte recht lange, bevor er die Zwillinge entdeckte. Ihm fiel zuerst ein Stein vom Herzen, als er sah, dass sie sich an die von ihm vorgeschlagene Kleidung gehalten hatten und eine Kapuzenrobe trugen. Er hatte ihnen damals eine braune unauffällige Robe vorgeschlagen, aber die beiden bestanden darauf, dass sie die gleiche Robe haben wollten wie Kandor: eine graue nach vorne geöffnete Kapuzenrobe. Ihrer Meinung nach machte man das so in einer Familie. Der Dathomiri hatte nicht gewagt, zu fragen, wie sie das meinten, sprich in welcher Beziehung sie ihrer Meinung nach zueinander standen. Für ihn stand fest, dass er die beiden, komme was wolle, beschützen würde. Sie hatten ihn, genau wie der Captain und Lady Lani nach der Flucht von dem Planeten im Nirgendwo freundlich auf der Hemolele aufgenommen. Ohne ihre Unterstützung hätte er sich wohl kaum so gut zurecht finden können und sich in die Mannschaft integrieren können. Letzten Endes war seine heutige freundliche Art ihnen zu verdanken.

Er näherte sich den beiden mit wachsamen Augen. Im Gegensatz zu seinem Rat hatten sie die Kapuzen nach hinten geschlagen, sodass ihre Montrals gut erkennbar waren. Die hohlen Hörner waren blauweiß gestreift. Sie verliefen an der Seite des Schädels hinab. Die tiefrote Hautfarbe im Gesicht war durch weißliche Flächen rund um die Augenpartien, welche hoch bis zur Stirn reichten, durchbrochen. Ein roter Hautstreifen, der über die feine, kleine Nase ging, teilte die weiße Stelle symmetrisch in zwei Teile und mündete in feinen ,grauen Lippen.

Natürlich zogen so schöne Gesichter die Aufmerksamkeit der Leute auf sich. Doch der Mensch hinter dem Tresen des Marktstandes blickte ängstlich auf den Twi’lek, der auf die beiden Togrutas einredete. Hinter diesem standen rechts und links ein Trandoshaner und ein Rodianer. Das gefiel Kandor gar nicht. In dem Dathomiri kochte Kampfeslust hoch. Mit jedem Schritt näher wurde ihm klarer, dass es schwer für ihn sein würde, sich zurückzuhalten und die drei nicht einfach abzuschlachten. Trandoshaner … nichts verachtete er mehr. Seine Aufmerksamkeit erhöhte sich drastisch. Seine sonst freundlich strahlenden roten Augen verloren ihr Leuchten. Sie wurden fahl.

“Kandor”, rief Mara-Ta ihm fröhlich zu. “Kandor, wir sind hier”, winkte Mira-Ti ihm zu.

Hemolele, Kommandobrücke

Die Instrumente vor Jayne waren in der Anordnung etwas anders als bei ihrer ersten Korvette. Auf einem kleinen Display in der rechten unteren Ecke leuchtete ein kleiner grüner Punkt. Das Zielsystem, es war etwa vier Lichtjahre entfernt.

Jayne legte ein paar Schalter um und startete die Maschinen aus dem Stand By-Modus. Die Anzeigen für die elf Ionenturbinen wechselten von einem tiefen Rot in flackerndes Gelb und dann nach einigen Momenten in ein beständiges Grün. Wobei Turbine vier und fünf nicht ganz synchron zu laufen schienen.

Das sollte zwar fürs erste kein Problem darstellen, aber sie musste es im Auge behalten.

“Startsequenz eingeleitet. Wir erhalten Freigabe von der Oberfläche, die Atmosphäre zu verlassen …”, kommentierte sie eine Meldung vom Tower.

“Nun, gut, dann mal los.” Die Stimme kam aus ihrem Rücken, sie wusste nicht, ob es die des Captains war oder die eines der fiktiven Crewmitglieder, doch das spielte wohl keine Rolle. Die Welt um sie herum schien sich fast aufzulösen, als sie das Steuerruder mit der linken Hand umfasste und vorsichtig nach hinten zog, während ihre rechte Hand den Hebel für die Höhenkontrolle ebenfalls nach unten zog.

Die Triebwerke wurden lauter und wenige Momente später hob die Hemolele mit einem sanften Ruck vom Boden ab. Als sie zweihundert Meter über der Landebucht waren drehte Jayne das Schiff in Richtung Norden, flog in einem weiten Bogen um eine Wetterstation herum und zog das Schiff weiter nach oben in die Exosphäre.

Resümee bis hier hin: eine CR 90 Korvette war deutlich leichter zu starten als heil zu landen. Der Vergleich hinkte natürlich. Dies war eine Simulation und bis jetzt war alles nach Plan verlaufen. Niemand saß ihnen im Nacken, der sie abschießen wollte … bis jetzt.

Der Hyperraum öffnete sich in einem altbekannten, leuchtenden Hellblau und wenige Sekunden später zogen die Sterne in langen Streifen an ihnen vorbei, als sie die Schwelle mit einem Ruck und einem Schlingern überwunden hatte.

“Upps.” Das Schlingern wurde stärker und ein Blick auf die Anzeige verriet ihr, dass Triebwerk fünf ausgefallen war. Na klar. Mit zwei kurzen Handgriffen versuchte sie, das Triebwerk einzeln neu zu zünden. Jedoch ohne Erfolg. Es leuchtete weiter rot und fast schon hämisch vor sich hin.

‘Bist du nicht willig…’ Jayne legte einen weiteren Schalter um und überbrückte damit ein Sicherungsrelais in der Steuerkonsole. Nicht ganz im Sinne der Techniker, doch der Zweck heiligte ja bekanntlich die Mittel. Sie hatte keine Lust bei fast voller Geschwindigkeit wieder aus dem Hyperraum geschleudert zu werden. Auch wenn es nur eine Simulation war.

Ein Knacken kam aus dem hinteren Teil des Schiffes, dann machte es einen kurzen Ruck nach vorne und flog wieder ruhig. Die Anzeige an ihrer Konsole wechselte von rot nach grün. Ein kurzes Grinsen huschte über ihr Gesicht. ‘Siehste…!’

Ein Blick über die Schulter zeigte ihr die nicht wirklich aufschlussreiche Miene des Captains, der sich seit ihrem Start nicht wirklich bewegt zu haben schien.

“Austritt aus dem Hyperraum im 10 Sekunden.”, kommentierte Flyingpaw dann nach einigen Minuten mehr zu sich selbst. “drei, zwei…”

Die letzte Zahl blieb ihr förmlich im Hals stecken, als der Weltraum um sie herum mit einem Mal zu explodieren schien und das Schiff nun doch brachial aus dem Hyperraum geschleudert wurde. Taumelnd fielen sie nach unten – oder in die Richtung, die ihr Gleichgewichtssinn als unten vorgaukelte.

Jaynes Füße fanden Halt am Fuß des Stuhles, dann riss sie instinktiv das Steuer nach links, um einem herannahenden Torpedo aus zu weichen, der sie nur knapp verfehlte. Die Triebwerke heulten mit einem ohrenbetäubenden Kreischen auf und irgendwo in ihrem Unterbewusstsein hörte sie das Wort “Ausweichmanöver…” rufen – von wem? Sie konnte es nicht zuordnen. Doch im Prinzip spielte es keine Rolle. In ihrem Bewusstsein existierte nun nur das Schiff, das wie eine Verlängerung ihres Bewusstseins nach links und rechts tanzte, um dem Sperrfeuer ihres Empfangskomitees auszuweichen. Fast vergaß sie, dass die Realität um sie herum nicht echt war.

Mos Eisley, Markt

Die Aufmerksamkeit des Twi’leks und seiner beiden Begleiter wandte sich dem Neuankömmling zu.

“Kandor, stell Dir vor”, begann Mira-Ti den Satz. “Dieser freundliche Mann hier hat uns auf seine Segelbarke nach Mos Espa eingeladen”, beendete Mara-Ta den Satz.

“Das ist aber sehr freundlich von dem Mann”, antwortete der Koch. ‘Mos Espa, klar, direkt auf den Sklavenmarkt’, war sein erster misstrauischer Gedanke. “Habt Ihr beiden etwa vergessen, dass wir für sowas keine Zeit haben? Wir waren uns doch einig, für den Captain und die Crew heute ein Essen zuzubereiten, für das Tatooine berühmt ist”, ergänzte er leicht vorwurfsvoll.

Der Twi’lek musterte den Neuankömmling mit der grauen Kapuzenrobe. Da er sein durch die Kapuze verborgenes Gesicht nicht sehen konnte, fiel es ihm schwer, ihn einzuschätzen. Aber bei dem Worten ‚kochen‘ begann er selbstsicher zu grinsen.

“Aber stell Dir vor, der nette Herr sagte”, fing Mara-Ta diesmal den Satz an. “Es sei nur eine Stunde mit der Segelbarke dorthin”, endete Mira-Ti. “Und außerdem soll es dort viel bessere Kräuter geben”, ergänzte Mara-Ta hoffnungsvoll.

“Das ist vollkommen richtig”, bestätigte der Twi’lek schnell. “Der Markt ist viel größer, vielfältiger und es gibt dort die außergewöhnlichsten Kräuter und Gewürze”, pries er weiter an.

Kandor schüttelte den Kopf. Nun war es wirklich sonnenklar, vor ihm standen mit Sicherheit Sklavenjäger. Kein Wunder, dass der Händler hinter dem Marktstand Angst hatte.

“Da muss ich aber leider dem freundlichen Twi’lek widersprechen. Er muss da etwas durcheinandergebracht haben. Ich komme gerade aus der Richtung und habe gelesen, dass der Hinflug alleine schon mindestens 6 Stunden brauchen soll. Diese Zeit haben wir nun leider wirklich nicht. So verlockend es auch ist. Es tut mir sehr leid, euch enttäuschen zu müssen”, widersprach er ihnen diplomatisch.

Das Gesicht des Twi’leks gefror regelrecht. “Du willst doch nicht damit andeuten, ich wäre ein Lügner, Junge, oder?”, fragte er aufbrausend.

“Nicht doch, nicht doch”, versuchte Kandor zu beschwichtigen. “Ich sagte nur, dass Sie sich geirrt haben müssen. Nichts weiter.”

Der Trandoshaner zischte etwas von “… Beute …”

Daraufhin nickte der Twi’lek und schob seinen Umhang auf die Seite. Seine rechte Hand schob sich wie von selbst über den Kolben seines Blasters. Seine beiden Kameraden taten es ihm gleich. “Ich glaube, Du hast da etwas missverstanden Junge. Wir sind auf 5 Systemen zum Tode verurteilt. Ihr werdet uns nach Mos Espa begleiten, so oder so”, drohte er nun offen.

Die beiden Frauen positionierten sich wie von selbst hinter Kandor. Dieser schüttelte den Kopf. Über so viel Dummheit musste er einfach immer wieder staunen. “Sie wollen uns doch nicht auf offener Straße attackieren und entführen? Das ist gegen das Gesetz! Überlegen Sie sich das bitte nochmal”, versuchte der Koch, seinem Gegenüber nochmal ins Gewissen zu reden.

“Gesetz, Gesetz?”, fragte der Rodianer vor Lachen glucksend. “Der ist lustig, Sig”, stellte er, sich auf den linken Schenkel klopfend, fest. “Es gibt kein Gesetz auf Tatooine.”

“Oh doch, es gibt das Gesetz auf Tatooine.”, schnitt eine tiefe Stimme durch die staubige Luft der Straßen Mos Eisleys. Mit großen, langsamen Schritten trat der Sheriff auf die Gruppe zu. Seine Augen blitzten unter dem schwarzen Stetson hervor. Beiläufig ließ er seinen Seesack von der Schulter gleiten, während er seinen langen Mantel auf beiden Seiten zurückschlug. Zum Vorschein kamen zwei silbern glänzende DL-44 Blasterpistolen ohne Zielfernrohre, die locker in ihren Halftern saßen.

Roger zog weiter die Aufmerksamkeit auf sich, um Kandor die Gelegenheit zu geben, die beiden Togruta unauffällig ein wenig aus der Schusslinie zu nehmen. Der Dathomiri war alleine sicherlich nicht auf Schützenhilfe angewiesen. Mit zwei Schutzbefohlenen an der Seite sah das in der Regel aber ganz anders aus.

Mit der rechten Hand deutete Kandor in Richtung des Marktstandes neben ihnen. “Schnell in Deckung! Auf den Boden!”, befahl er den Zwillingen. Sie wie auch der Verkäufer des Standes warfen sich in den Staub hinter dem Stand. Rings um sie reagierten die anderen Verkäufer und Besucher auf gleiche Weise.

Der Rodianer sprach jetzt in seiner Sprache eindringlich auf seine Gefährten ein, die der Sheriff nur zu gut verstand. Die Aussicht auf den Gewinn mit den beiden Mädchen freute ihn sichtlich und er forderte, einfach kurzen Prozess zu machen.

Diese Sekunden der Ablenkung nutzten Roger und Kandor zu einer geräuschlosen Abstimmung und nickten sich gegenseitig zu.

“Chespo kutata kreesta krenko, nyakoska!” (Darauf habe ich schon lange gewartet.), insistierte der Rodianer noch. Roger verzog sein Gesicht zu einem Lächeln und unterbrach ihn ruhig.

“Das kann ich mir vorstellen.”

Blitzschnell zog Roger seine Blaster und schoss als erster. Zwei rote Strahlen erfassten den Körper des Rodianers, der den dahinterstehenden Twi’lek mit sich zu Boden riss.

Kandor wich den beiden fallenden Körpern aus und schnellte nach vorne. Währenddessen griff seine rechte Hand unter die Robe zu seinem Schwert. Mit wenigen Schritten erreichte er den hastig nach seinem Blaster greifenden Trandoshaner.

Während zwei schnellen Schritten steckte Roger seine Blaster weg und setzte über den Tisch, um sich auf den Twi’lek zu werfen. Dieser befreite sich gerade von dem leblosen Körper des Rodianers und zielte mit seinem Blaster in Richtung Kandors. Roger hatte zu viel Schwung und flog ein wenig zu weit, schaffte es aber, dem Twi’lek den Blaster aus der Hand zu schlagen.

Schnell standen beide Kontrahenten auf und blickten sich zornerfüllt in die Augen, bevor sie aufeinander zustürmten. Der Alderaaner bückte sich unter dem rechten Schwinger des Sklavenjägers hinweg, der dafür seinen Hut vom Kopf wischte. Den Schwung der Deckung nutzend krachte seine linke Faust in die rechte Seite des Twi’lek, der sich schmerzerfüllt krümmte.

Der Dathomiri zog aus der Bewegung sein Schwert aktivierend heraus. Ein rötlich schimmernder Energiemantel schloss das Schwertblatt ein. Summend führte er es von unten nach oben durch den Oberarm seines Gegners, als schnitte er durch Butter. Der Arm mit dem Blaster fiel auf den Boden, während der Schmerzensschrei des Trandoshaners durch die Gassen gellte. Er endete abrupt, als der Folgeschlag quer durch seinen Oberkörper ging und ihn teilte.

Noch bevor der Twi’lek wieder zur Besinnung kommen konnte, griff Roger nach einem seiner Lekku und wickelte ihn um den Hals seines Besitzers. Pein erfüllt wurden seine Schreie erstickt. Roger wollte seinen Griff gerade lockern, um seinem Gegner die Chance zur Aufgabe zu geben, als er selber einen heftigen Schmerz verspürte. Der Twi’lek hatte eine Klinge gezogen und sie in seinen Oberschenkel gerammt. Gerade hatte der Alderaaner dies erkannt, als die Klinge zum erneuten Stoß hochgerissen wurde.

Mit zerknirschten Gesicht spannte Roger seine Muskeln bis zum Bersten an und brach dem Twi’lek mit einem lauten Knacken das Genick.

Der Sheriff tötete nicht gern. Aber gesuchte Sklavenjäger… darum trauerte er wirklich nicht besonders.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht richtete sich Roger auf, blickte auf seine Wunde, die zum Glück nicht besorgniserregend zu sein schien, und drehte sich zu Kandor um.

“Tut mir leid, die Sauerei”, sagte er sarkastisch.

Kandor drehte sich zu Roger um. Seine Feuerklinge verlängerte seinen rechten Arm nach unten und der rötliche Energiemantel verlosch beim Deaktivieren. Mit der linken Hand zog er die Schwertscheide leicht hervor während er die Klinge sorgsam zwischen Daumen und Zeigefinger zurück steckte.

“Welche Sauerei denn?”, fragte er ernst zurück. “Erst wenn ich ihn häute, so wie sie es mit ihrer Beute tun, dann wird es eine Sauerei”, ergänzte er verbittert.

Der Geruch von verbranntem Fleisch breitete sich hinter ihm aus.

Die Zwillinge hoben ihre Köpfe und blickten zu den beiden Männern. “Kandor …”, rief Mara-Ta, während sie auf ihn zu rannte, “… bist Du verletzt?”, fragte Mira-Ti besorgt. Schnell erreichten sie ihren Koch und umarmten ihn erleichtert. Daraufhin veränderte sich auch sein Augenausdruck von fahl zu den für ihn typischem Leuchten.

“Es geht mir gut”, beruhigte er sie. “Ich bin unverletzt.” Er nahm sie fest in seine Arme während er erleichtert sagte: “Der Sternen sei Dank, euch ist nichts passiert!”

Sein Blick schweifte über den Markt und blieb an Roger hängen. Er lächelte glücklich. “Danke! Ich weiß nicht, wie wir das ohne Ihre Hilfe geschafft hätten. Sie sind ein echter Held.”, sprach er ihn dankbar an.

Hemolele, Kommandobrücke

Einige Minuten vergingen, in denen die Hemolele durch die Reihen ihrer Angreifer tanzte. Mittlerweile hatten sie Triebwerk sieben und Nummer neun verloren, in Nummer elf hatte es nach dem Treffer durch einen Laserstrahl zu brennen begonnen. Wieder und wieder begann das Schiff zu schlingern. Ein Blick auf das taktische Display verriet Jayne, dass die Besetzung für die Kanonen ihre liebe Not hatte, etwas Sinniges zu treffen. Ihr Blick huschte wieder einmal über die Schulter – der Captain schien wohl kein Interesse daran zu haben, an der Simulation aktiv teil zu nehmen.

Nun, was solls. Mehr als durch die Prüfung fallen konnte sie ja nicht. Mit einem Schulterzucken wandte sie sich wieder ihrer Konsole zu.

“Waffen!”, versuchte sie den allgemeinen Krach zu übertönen. Der Waffenoffizier, ein etwas untersetzter Mensch blickte kurz auf, um seine Bereitschaft zu signalisieren.

“Ich fliege uns jetzt direkt auf das Flaggschiff unserer Angreifer zu – Hier: das hier!” Ihr Finger huschte kurz nach oben um auf ein etwas größeres Schiff an achtern zu deuten, das sich die ganze Zeit verdächtig im Hintergrund zu halten schien.

“Wenn ich jetzt sage, dann schießen sie mit allem, was sie haben auf dessen Triebwerke, verstanden?”

Jayne konnte die Antwort des Mannes nicht mehr verstehen, da im selben Moment eine Konsole zu ihrer Linken explodierte und sie das Schiff instinktiv nach rechts fallen ließ. In einer engen Kurve, also das was für eine Korvette ein enge Kurve war, zog sie das Schiff wieder nach oben. War das Schiff anfangs noch halbwegs wendig, fühlte es sich nun – mit den fehlenden Triebwerken – an, als würde sie einen Klotz fliegen.

Der Begriff des Tanzens kam ihr wieder in den Sinn … Mambo – mit einem Betonklotz …

Einige Augenblicke später, sie konnte nicht sagen ob es Sekunden oder Minuten waren, ließ Jayne die Hemolele im Sturzflug nach unten, dem vermeintlichen Flaggschiff entgegen, fallen und zog das Ruder ruckartig nach hinten – kurz bevor sie kollidiert wären. Was beinahe auch passiert wäre, es hatten nur ein paar Meter gefehlt.

Die dadurch entstandenen G-Kräfte drückten sie unbarmherzig in den Pilotensessel und ihr Magen gab ihr eindeutig zu verstehen, dass sie nun bald die Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht hatten. Das Adrenalin in ihrem Blut kroch ihr über den Rücken und zauberte ein Grinsen auf ihr Gesicht.

Oh, sie hatte so etwas vermisst!

Das Schiff sauste nun an der Außenhülle des fremden Schiffes entlang und Jayne nahm keine Rücksicht mehr auf abstehende Teile wie Antennen oder kleinere Ausleger, wichtig war nun nur noch, das Schiff gerade zu halten und im richtigen Moment alles aus den Triebwerken heraus zu kitzeln, was ging.

“Jetzt!”, rief sie, um das Kreischen von Metall auf Metall zu übertönen. Im nächsten Moment überflogen sie wie angekündigt die Triebwerke des Schiffes und ein gewaltiger Ruck liess das Schiff erbeben.

Jayne wusste, dass der Mann an den Waffen getroffen hatte, hinter ihnen dürfte sich in diesem Moment eine riesige Explosion ereignen, dessen erste Energiewelle sie gerade getroffen hatte.

“21, 22, 23, 24…” Die Hemolele erzitterte ein weiteres Mal, als die Hauptenergiewelle der Explosion sie erreichte. Jaynes Hand schnellte zum Schalter für den Hyperraumantrieb und zündete ihn, nur um ihn sofort wieder aus zu schalten. Doch der kurze Energieschub reichte bereits aus, um das Schiff nach vorne zu katapultieren, heraus aus dem Getümmel der angreifenden Schiffe und weit weg von deren tödlichen Laserkanonen.

Für etwas mehr als dreißig Sekunden konnten sie nun praktisch auf der Bugwelle der Explosion surfen. Es rumpelte noch einmal ordentlich und die Pilotin wäre beinahe aus dem Stuhl geschleudert worden, als die Wirkung ihres indirekten Antriebs verebbte, dann lag die Hemolele weder ruhig im All – etwa fünfhundert Kilometer entfernt von ihren Angreifern.

Ihr eigentliches Ziel, die programmierte Raumstation, war nun nur noch einige hundert Meter an steuerbord und Jayne hielt direkt darauf zu.

Ein kleines, gelb blinkendes Lämpchen an einer nahen Konsole signalisierte, dass sie von der Station gerufen wurden.

“Willkommen an der Raumstation von Epsilon Center 69! Wir haben Sie bereits Erwartet, Hemolele! Bitte docken sie an Arm 66 an. Ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Flug!”

Die blecherne Stimme des Androiden hallte durch das Cockpit und fast hätte Jayne angesichts dieser Ironie zu lachen begonnen. Sie musste sich ernsthaft auf die Innenseite ihrer Backe beißen, um dies zu verhindern.

Ihr Blick huschte zu einem Geräusch an der Waffenstation, wo der eben noch mit den Lasern beschäftigte Mann – vermutlich ein Offizier – sich an der Konsole abdrückte und erschöpft den Kopf zwischen den Armen hängen ließ. Er war sichtlich grün im Gesicht geworden.

Jayne fragte sich, ob es diese Person wohl auch außerhalb der Simulation gab und wie es wohl in der Realität um die Widerstandsfähigkeit seines Magens bestellt sein würde. Hoffentlich hielt er in der Realität etwas mehr aus.

Vorsichtig manövrierte die Pilotin das Schiff nun an ihren Anlegeplatz, ließ die Triebwerke langsam herunterfahren und stellte alles auf Standby.

Sie strich mit der flachen Hand noch einmal über das Steuerpult, wie eine kleine Verabschiedung. Ein nettes Schiff. Dann stand sie auf und wandte sich erwartungsvoll an Kahanamoku.

“Ein paar kleine Kratzer, tut mir leid. Aber wir wären nun da.”

Im Hintergrund konnte man ein leichtes Würgen vernehmen. Anscheinend hatte sich der Waffenoffizier doch noch übergeben müssen. Ein eigenartiges Detail der Simulation, bemerkte die junge Frau. Doch sie behielt ihre Gedanken für sich.

Hemolele, Maschinenraum

“Jedem das Seine”, antwortete Kryss, unterbrach die Phase und leitete sie über einen anderen Subprozessor um. Schnell noch versiegelt und fertig war alles für den ersten Versuch. “Ich muss ja zugeben, in Sachen Hobbies gibt es bei mir nichts wirklich Interessantes. Von ein paar technischen Spielereien mal abgesehen.”

Er klopfte sich nicht existenten Staub von der Hose und erhob sich. “So, ich denke, wir können den ersten Probelauf an Ihrem Kollegen hier starten.” Er reichte ihr den Energiemodulator zum Einschalten des Droiden und machte einen vorsichtigen Schritt zurück. Nicht, dass er Angst hatte, der Schrotthaufen würde explodieren, doch er hatte schon so Einiges gesehen und Vorsicht war nun mal die Mutter der Porzellankiste.

“Bereit, wenn Sie es sind”, grinste er breit. “Erwarten Sie im ersten Moment aber nicht zu viel von unserem Freund hier, ich habe bisher nur die niederen Datenebenen aktiviert. Schließlich wollen wir seinem antiquarischen Energiesystem nicht zu viel zumuten.”

Amüsiert betrachtete Lani den neuen Techniker. Bislang hatte er sich gut angestellt, wenn dieses Stück Elektroschrott nun tatsächlich… Nun, man würde sehen.

Sie betätigte den Energiemodulator und wartete. Nichts geschah.

Eine weißblonde Augenbraue wanderte in die Höhe, ein fragender Blick wandte sich an Kryss. “Nun, Ihr vorsichtiger Schritt zurück war offensichtlich unnötig, der Bursche hier scheint nicht das geringste Interesse an uns zu haben.”

Noch während sie sprach, betätigte Lani den Modulator ein weiteres Mal, diesmal ein wenig länger. Diesmal tat sich etwas. Die Schaltkreise des Droiden schienen zu zischen, flackerndes Licht zeigte sich in seinen bislang so toten Augen. Anerkennend wanderte die zweite weißblonde Augenbraue nach oben.

Der Droide versuchte sich zu erheben, was ihm sehr schwer fiel. Kein Wunder, wenn man seinen Zustand betrachtete. “Du kannst sitzen bleiben, Droide”, meinte Lani und war gespannt, ob dieser ihre Anweisung verstand. Anscheinend war dies der Fall, denn weitere Aufstehversuche unterblieben, dafür wandte sich der Kopf des Droiden in ihre Richtung.

Der eine übrig gebliebene Arm des Droiden bewegte sich aufwärts – und die Maschine erstarb in Regungslosigkeit.

Lani seufzte. “Das war dann wohl zu viel für den Mechanismus”, sie reichte den Modulator an Kryss weiter. “Haben Sie noch eine Idee?”

“Hm, das war zu erwarten gewesen”, sagte Kryss mehr zu sich selbst und kratzte sich mit dem Energiemodulator im Nacken. “Aber wir sollten noch nicht das Handtuch werfen.” Er blickte sich im Raum um und fand an der gegenüberliegenden Seite das, was er gesucht hatte. Er drückte Lani den Modulator wieder in die Hand und ging zu dem 2 Meter langen Kabel, was an einer Wandverkleidung hing und nicht danach aussah, als wäre es zurzeit in Benutzung. Zwei passende Stecker waren auch schnell gefunden und mit Lanis Hilfe waren sie ebenso schnell montiert.

“Wir versuchen hier jetzt einfach mal so etwas Ähnliches wie Starthilfe. Ich denke, mit den Systemen der Hemolele schaffen wir es, die Energiemodulation für unseren Burschen hier schön sanft zu regeln, ohne seine Systeme zu grillen. Weit laufen muss und kann er sowieso nicht, da macht das Kabel erst einmal auch keine Probleme.”

Er lächelte breit und begann, Droide und Schiff miteinander zu verbinden. “Hauptgrund unseres Bemühens hier ist ja sein Inneres und nicht seine Mobilität. Trotzdem ist es wahrscheinlich ratsam, seinen Bewegungsapparat vorerst lahm zu legen. Nicht dass er meint, das Kabel eigenmächtig zu entfernen.”

Schnell kappte er die entsprechenden Leiterbahnen und rieb sich die Hände. “Neuer Versuch, neues Glück.” Er zog sich eine mobile Arbeitskonsole heran und aktivierte sie. “Ich würde sagen, wir starten bei 20. Was denken Sie?”

“Nur immer zu”, lachte Lani, während sie die entsprechenden Tasten des Energiemodulators betätigte. Wieder einmal begannen die Augen des Droiden zu leuchte, als Kryss vorsichtig ein paar Schaltungen über die Konsole vornahm.

Beinahe konnte man die Schaltkreise des Droiden knacken hören, als er sich nun umsah. Dann sagte er etwas, mit einer krächzenden Stimme, die mit zahlreichen Zischlauten durchsetzt war.

Lani neigte sich gespannt vornüber. “Ich verstehe kein Wort. Kryss, haben Sie eine Ahnung, in welchem Idiom unser Freund hier spricht?”

Mos Eisley, Markt

Überrascht zog Roger eine Augenbraue nach oben und winkte ab. “Ich glaube einen Helden macht mehr aus, als ich zu bieten habe.”, antwortete der Sheriff freundlich lächelnd. Er versteckte seine innere Verbitterung, seine Chance auf die Teilnahme an der Rebellion ausgeschlagen zu haben, gut. Vorsichtig testete er die Belastbarkeit seines Oberschenkels, die scheinbar nicht eingeschränkt war. “Ich denke, Mos Eisley ist ohne diese Gestalten besser dran, auch wenn die Sicherheit deiner beiden Gefährtinnen weiterhin nicht gegeben ist. Am besten, ich begleite euch, während ihr eure Einkäufe erledigt.”

Während er redete, durchsuchte Roger fachmännisch die drei leblosen Körper und nahm ihnen ihre Creditsticks und Identy-Chips ab. Ein Lächeln trat auf sein Gesicht, als er die Namen mit der aktuellen Liste der Kopfgeldjägergilde abglich, nachdem er die Chips nacheinander in sein Lesegerät gesteckt hatte. “Die haben nicht gelogen, sie werden tatsächlich gesucht und es gibt Leute, die für Ihre Köpfe gut bezahlen.”, murmelte er vor sich hin, als er von weitem die örtlichen Sicherheitskräfte ankommen sah. Zuverlässig wie immer. Es war ja schließlich alles vorbei. Leise seufzend stand er wieder auf und klopfte den Sand aus seinem Hut, bevor er ihn wieder aufsetzte.

“Warte einen Augenblick, Kandor, ich erledige kurz die Formalitäten.”, sprach er seinem neuen Kollegen kurz zu und drehte sich erwartend um.

Der Angesprochene nickte erleichtert und blickte anschließend zu den beiden Zwillingen. “Na gut, bei was seid ihr beiden denn stehen geblieben? Wie weit ist unser Einkauf denn fortgeschritten? Ich rieche feine Kräuter und Gewürze hier an dem Stand”, sprach er zu den beiden und sog etwas übertrieben laut die Luft ein.

Die beiden Frauen lachten und mit einem “Du bist einfach unmöglich” wandten sie sich gemeinsam zu dem Stand um und inspizierten die Kräuter und Gewürze. Gleichzeitig erklärten sie ihm, was noch alles zu besorgen sei und welche Bestellungen, die zur Hemolele geliefert werden sollten, sie schon aufgegeben hatten. Recht schnell hatte der Koch, sich auf sein Bauchgefühl verlassend, die guten Kräuter und Gewürze von denen der schlechteren Qualität des Marktstandes getrennt. In seiner Küche verwertete er, wenn möglich, nur frische und ausgesuchte Ware. Das erschwerte manchmal den Einkauf, aber es zahlte sich stets aus. Die weiteren Formalitäten überließ er den Zwillingen, die bald ins Feilschen vertieft waren.

Unterdessen diskutierte Roger hinter ihnen mit den Sicherheitskräften. Kandor, froh darüber, dass die beiden Frauen ihm das lästige Feilschen abnahmen, drehte sich wieder zu Roger um und beobachtete aufmerksam wie dieser sich mit den Sicherheitskräften auseinandersetzte. Es gab immer noch viele Dinge, die er beim Umgang der intelligenten Spezies miteinander nicht verstand. Er hatte zwar viel von den beiden Togrutas gelernt, aber es war immer noch seltsam für ihn das alles anzuwenden.

ein paar Minuten später

“Das hätten wir geschafft.”, vermeldete Roger frohgemut, als im Hintergrund die drei Leichen abtransportiert wurden und die Sicherheitskräfte mit diesen verschwanden. “Das Schöne an Mos Eisley, oder eigentlich am ganzen Outer Rim, ist, dass die Kopfgeldjägergilde mit den örtlichen Sicherheitskräften kooperiert.”, er hielt Kandor einen Creditstick hin, “Da ich eine Lizenz habe konnte ich das Kopfgeld einfordern. Zusammen mit dem was ich auf den Creditsticks gefunden habe, haben wir beide jeweils 2.400 Credits verdient. Damit kannst du dir einige Plasma-Pfeile leisten…”

Kandor schien ein wenig überrascht, so dass Roger ihm den Stick einfach in die Hand drückte. “Auf Rücksicht auf Deine Begleiterinnen sage ich lieber nicht, was die Kerle noch so ausgefressen hatten.” Mit Schwung schulterte der Sheriff wieder seinen Seesack. “Nun … wo gehen wir nun hin?”

Kandor starrte den Stick in seiner Hand an. Es war mehr als deutlich, dass er damit nicht so wirklich viel anfangen konnte.

“Das ist mehr als nur großzügig”, stellte er fassungslos fest. “Vor allem, wenn man bedenkt, dass Du zwei von den Burschen erledigt hast und auch noch bei der ganzen Aktion verletzt worden bist. Du scheinst von der Art her einem alten Freund von mir zu ähneln. Von welchem Planeten stammst Du?”, fragte er ihn neugierig.

Rogers Augen nahmen bei dieser Frage unwillkürlich einen traurigen Ausdruck an. “Alderaan…”, sagte er für seine Verhältnisse recht leise und es wurde deutlich, dass er ungerne über dieses Thema sprach. Wie so viele Alderaaner hatte er ein Gefühl der Schuld aufgrund der Tatsache, dass er noch lebte, wo doch eigentlich alle, mit denen er aufgewachsen war, umgekommen waren. “Naja…”, räusperte der Sheriff sich und flüchtete sich in eine Mischung aus Sarkasmus und Gleichgültigkeit, “Man merkt schon, dass ich ein wenig aus der Art meiner pazifistischen Heimatwelt geschlagen bin. Mein Zuhause ist aber schon seit fast zwei Jahrzehnten das Outer Rim. Was die Belohnung angeht: Alleine hätte ich diesen Abschaum bestimmt nicht geschafft, geschweige das ich ohne dich nicht über sie gestolpert wäre. Daher ist die Aufteilung nur fair.”

Roger rückte ein wenig den Seesack auf seiner Schulter zurecht. “Ich meine auch mal auf Vertreter deiner Art getroffen zu sein, auch wenn ich zugeben muss, dass ich schon die ganze Zeit grüble, wo das war. Daher würde ich deine Frage gerne zurückgeben und noch anschließen wie du zu der Gesellschaft der beiden unbenannten Togruta Damen gekommen bist.”, schloss er wieder mit seinem üblichen freundlichen Lächeln.

“Alderaan…”, wiederholte Kandor tonlos. Er schauderte als ihn die Erinnerung überkam. Es war damals wie ein Stich ins Herz. Das Universum schrie so laut auf, dass sich kein sensitives Wesen dem entziehen konnte. An diesem Tag konnte er sich noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, was das Universum so verletzten konnte. Inzwischen wusste er es besser. Doch es änderte nichts daran, dass ihn die bloße Erinnerung erzittern und schwitzen lässt. Er schwankte leicht.

Eine der beiden Zwillinge hatte sich zu den beiden Männern umgedreht, während die andere das Geschäft abschloss. Sie registrierte das Zittern von Kandor, kam auf ihn zu und nahm wie selbstverständlich seine linke Hand in ihre Rechte um ihn zu beruhigen. Besorgt blickte sie zu ihm, ihr Blick hellte sich aber sogleich auf, als sie fühlte, dass sich der Koch schon wieder fing.

“Also weißt Du, wir haben Dir doch bessere Manieren beigebracht”, tadelte sie ihn etwas freundlich vorwurfsvoll. “Aber ich will mal nicht so sein”, fuhr sie generös fort, bevor Kandor darauf etwas sagen konnte. “Ich bin Mara-Ta und das ist Mira-Ti”, ergänzte sie weiter und deutete auf ihre Schwester, die sich zu ihnen umwandte.

“Geht’s Dir gut, Kandor?”, fragte Mira-Ti besorgt nach.

Kandor nickte, atmete tief durch und antwortete: “Entschuldigt, aber der Kampf scheint mich etwas mehr mitgenommen zu haben als ich dachte. Es ist schon wieder in Ordnung”, log er und ließ die Hand von Mara-Ta los. Er schob seine rechte Hand mit dem Arm gebeugt vor seine Brust, die Arme seine linke Schulter berührend, verbeugte er sich leicht nach vorne in Richtung der beiden Damen und Roger entschuldigend.

“Die beiden haben Recht, Roger. Ich entschuldige mich in aller Form und hole die Vorstellung sofort nach. Schande über mich, denn ich trete ihre Lehren mit Füßen. Mögen meine beiden Lehrmeisterinnen mir bitte verzeihen”, fuhr er übertrieben ernst fort.

“Darf ich euch beiden unseren Lebensretter vorstellen?”, fragte er die Zwillinge. “Das ist Sheriff Roger. Er ist hier das Gesetz, wie wir gerade gesehen haben und außerdem …”, und machte eine theatralische Pause “… ist er unser Gast auf der Hemolele. Der Captain hat ihn auf das Schiff eingeladen und er wird uns mindestens bis zu unserem nächsten Hafen begleiten”, erklärte er weiter.

Die beiden Frauen lächelten Roger herzlich an und sagten unisono: “Das freut uns sehr.”

Zu Roger gewandt sprach Kandor: “Und darf ich Dir meine beiden Kolleginnen und Lehrmeisterinnen die beiden TiTa-Zwillinge vorstellen: Mara-Ta und Mira-Ti. Wir sind zusammen für die Kombüse zuständig und sorgen für das leibliche Wohl der Gäste und der Mannschaft der Hemolele. Ach und gib Dir keine Mühe sie auseinanderzuhalten. Sie sind eineiige Zwillinge. Sie sehen beide nicht nur phantastisch gleich aus, sondern sie kleiden, bewegen und sprechen gleich. Nenn sie wie alle anderen auf dem Schiff TiTa”, empfahl der Koch Roger. Nun hatte er sich endgültig wieder im Griff.

Roger lächelte die beiden schönen Frauen und zog seinen Hut vom Kopf vor die Brust und deutete eine leichte Verbeugung an.“Es freut mich sehr, eure Bekanntschaft zu machen, Mara-Ta und Mira-Ti. Ich bin schon öfters Togrutas begegnet, aber keiner dieser Personen stand so sinnbildlich für die Eleganz und Anmut eurer Spezies, wie ihr es tut.”, der Alderaaner war wirklich angetan von den beiden Frauen. Er hatte viele Geschichten über die Lebensweise der Togruta gehört. An und für sich war jeder raumreisende Togruta eine Besonderheit für sich, ihre sozialen Bande war sehr ausgeprägt, sodass es schon eines großen Ansporns oder großer Neugierde bedurfte, diese hinter sich zu lassen. Aber Roger war auch schon zu lange im All unterwegs, als dass es ihn verwunderte, dass die beiden Togruta mit Kandor scheinbar ihr eigenes Kollektiv gebildet hatten.

Zumindest hoffte Roger dies. Polygamie war gerade im Outer Rim nicht gerade eine Seltenheit, aber der Captain der Hemolele wirkte nicht auf ihn, als ob dieser dies in seiner Kombüse auf Dauer dulden würde. “Wenn Eure Speisen nur halb so gut schmecken, wie Ihr ausschaut, werde ich mit wohl bald einen neuen Mantel holen müssen.”, mit einer ausholenden Geste setzte er seinen Hut wieder auf. Zu Kandor gewandt sprach er ernster weiter.

“Ich weiß dein Mitgefühl für Alderaan zu schätzen.”, die Reaktion des Kochs war ihm nicht entgangen, doch bevor dieser darauf antworten konnte, wechselte Roger wieder frohgemut das Thema, “Aber ich denke, an so einem Tag wie heute sollten wir uns schöneren Dingen hinwenden. Zudem bist du mir noch eine Antwort schuldig, denn ich komme wirklich nicht mehr darauf woher ich deine Spezies kenne oder wie dein Heimatplanet heißt.”

“Charmant …”, antwortete Mara-Ta. “Ein Juwel”, bestätigte Mira-Ti und sie lächelten Roger warmherzig an. Zu Kandor gewandt ergänzten sie: “Pass gut auf …”, " … von seinen Manieren kannst Du noch lernen", beendete Mara-Ta den Satz.

Kandor runzelte die Stirn, als ob er nicht ganz verstanden hätte, was Roger wegen Alderaan gemeint hatte. Dann lachte er die beiden Damen zustimmend an. “Aye, meine Damen, ich werde mir Mühe geben. Ich habe es euch versprochen”, antwortete er ihnen ehrlich und nickte.

Zu Roger gewandt meinte er: “Meine Heimatwelt … das ist nicht ganz so einfach erklärt. Geboren wurde ich, soweit ich mich erinnern kann, auf Coruscant. Ich gehe aber davon aus, dass Du wohl mein zabrakisches Erbe im Sinn hattest. Auch wenn es inzwischen etwas verwässert ist. Meine Mutter stammte zumindest von Dathomir. Doch meine Heimat ist inzwischen bei den beiden liebreizenden Damen hier auf der Hemolele.” Wobei das liebreizend eher der durchsichtige Versuch war, den Zwillingen zu schmeicheln.

Doch gerade dafür bekam er von ihnen ein wunderschönes Lächeln geschenkt. “Siehst Du …”, stellte Mira-Ti beginnend fest. “…Du kannst es doch!”, fuhr Mara-Ta erfreut fort.

Kandors Gesicht lief vor Verlegenheit unter der Kapuze deutlich rot an. Er seufzte und warf theatralisch die Hände in die Luft: “Diese Art der Kommunikation werde ich wohl nie lernen.”

Dann deutete er auf einen Stand weiter hinten. “Ich glaube, ich habe da hinten etwas gesehen, was wir noch benötigen”, versuchte er, von sich abzulenken. Zu Roger gewandt, fragte er neugierig, als er sich in diese Richtung in Bewegung setzte: “Du kennst Dich scheinbar sehr gut mit den unterschiedlichen Spezies und deren Sprachen aus. Wie kommt das?”

Chronik 3: Von Mäusen und Märkten

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Chronik 1: Keilerei zum Frühstück

Bendeluum, eine Straße, 5 VSY

Gemächlich bewegte Lani ihren 74-Y Düsenschlitten durch die Straßen Bendeluums. Es war später Nachmittag, beinahe schon Abend, aber die Sonne stand noch relativ hoch am Himmel und es würde noch einige Zeit dauern, bis sich die beiden Monde des Planeten über den Horizont schieben würden.

Innerlich kicherte Lani. Bendeluum. Hauptstadt des Planeten … Bendeluum. Irgendwie komisch. Auf der anderen Seite – warum nicht? Nirgends stand geschrieben, dass die Hauptstadt eines Planeten einen anderen Namen als dieser tragen sollte.

In Bendeluum – der Stadt – war am frühen Abend doch einiges los. Menschen und menschenähnliche Gestalten bewegten sich zu Fuß durch die Straßen, etliche Gleiter oder Düsenschlitten waren ebenfalls unterwegs. Es war unübersichtlich, aber nicht überfüllt. Im Prinzip also genau richtig. Man fiel in der Menge nicht auf, man konnte in ihr untertauchen, falls das notwendig war – aber man konnte sich auch flugs in Sicherheit bringen, wenn dieses notwendig wurde.

Sie parkte ihren Schlitten vor dem Eingang zu einer Kneipe. Das Schild über ihrem Eingang wies sie als “Bendeluums Gold” aus, was immer das sein mochte. Etwas zu trinken?

Taverne “Bendeluums Gold”

Lani betrat einen Vorraum, der sich zum eigentlichen Schankraum hin öffnete. Sie klopfte sich den Staub der Straße von der Kleidung, schob ihr schulterlanges, weißblondes Haar nach hinten und warf einen Blick in den Raum.

Eine Kneipe, allerdings. Aber eine der etwas besseren Sorte. Die hochgewachsene, schlanke Frau trat einen Schritt in den Raum und ließ ihre Blicke schweifen. Die Kontaktperson war noch nicht angekommen, so schien es, oder derjenige hatte sich gut versteckt. Jedenfalls entsprach niemand der Beschreibung, die sie erhalten hatte und ein Getränk mit einem Strohhalm, an dem ein Schmetterling prangte – ein gelber – sah sie auch nicht.

Sie hatte den Kopf geschüttelt, als ihr das mit dem Schmetterling mitgeteilt worden war. Nun aber wurde ihr klar, dass Zierrat jeglicher Art an den Gläsern hier gang und gäbe war.

Jetzt begann ihr Teil des Spiels. Sie schlenderte an die Bar und wechselte ein paar Worte mit dem Mann dahinter. Rundlich, von normaler Größe, Dreitagebart, wenig Haupthaar. Bunte Kleidung, die aber nicht schreiend wirkte, sondern irgendwie tatsächlich zusammenpasste.

eine Nische

Lani nahm in einer Nische Platz, von der aus sie den Ausgang erkennen konnte. Und ebenfalls einen Blick auf eine Tür hatte, die laut ihren Informationen ins Büro führte und von dort aus durch eine kleine Tür ebenfalls einen Durchgang auf die Straße hatte. Eine Fluchtmöglichkeit. Das Büro war nicht weit von ihrer Nische entfernt.

Ein Droide schwebte herbei, so ein kleiner, rundlicher, der keine Beine, dafür aber zwei Arme hatte. Er setzte ihren Drink vor ihr ab. Wie vereinbart: Ein grünes Getränk, ein grünes stilisiertes Raumschiff am Strohhalm. Sie wusste nicht, was der Kontaktperson noch beschrieben worden war, sicherlich hatte er noch weitere Informationen erhalten, was sie betraf. Schließlich mochte in “Bendeluums Gold” auch noch ein weiterer Mensch genau diesen Drink bestellen.

Lani lehnte sich zurück, die Beine über Kreuz von sich gestreckt, ihre Hand spielte unbewusst mit dem Strohhalm. Sie probierte den Drink und war angetan von seinem Geschmack. Er war stark – vermutlich würde ein normaler Mensch davon relativ bald angetrunken sein. Sie nicht. Ein kurzes, fröhliches Grinsen huschte über ihr Gesicht.

Sie wartete.

Bendeluum, eine Straße

Koamalu schlenderte über eine Straße, wie er sie im Outer Rim schon oft gesehen hatte. Im Moment hatte er nichts zu tun. Die Ladecrew der Hemolele hatte ihren Dienst getan, jetzt war es an den Nothoiin, die von ihm unauffällig abgelieferte Fracht weiter zu verschiffen. In diesem

Fall wollte er es auch gar nicht wesentlich genauer wissen; mit Varaan hatte er schon lange eine gute Handelsbeziehung, und das sollte auch so bleiben.

Was in den nächsten Tagen kommen würde, dürfte für erheblich mehr Adrenalin in seinem Blutkreislauf sorgen. Sein Rebellenkontakt hatte ihn gebeten, eine verdeckte Einsatzgruppe mit einer gehörigen Ladung Nachschub nach Jiroch-Reslia zu verschiffen. Was nicht ganz einfach werden dürfte. Die Patrouillen des Imperiums waren dort durchaus als dicht zu bezeichnen.

Na, er und sein guter alter Kahn würden das schon überstehen, dessen war Koamalu sich sicher. Jetzt, so sagte er sich, würde er erst mal einen Trinken. Mit diesem Vorsatz betrat er die nächstbeste Bar, ging schnurstracks zur Bar und orderte sich einen hiesigen Drink, dessen Farbzusammenspiel in gutem Kontrast zum knallbunten Outfit des Barkeepers passte.

Taverne “Bendeluums Gold”, Bar

Lässig lehnte er in der für ihn geringen Schwerkraft an der Bar und genoss das Treiben um ihn herum. Sein kurzes, vollkommen weißes Haar bildete einen deutlichen Kontrast zur dunklen Schenke, kaum zu übersehen für jemanden, der wusste, woran er einen Akoni erkennen konnte.

eine Nische

Lani neigte sich mit zusammengekniffenen Augen nach vorne, den Drink in der Hand, den sie gerade hatte zum Mund führen wollen. Dieser Mann … als er die Kneipe betrat, hatte seine geschmeidig-kraftvolle Bewegung spontane Erinnerungen hervorgerufen. Beinahe schon ein Flashback.

Aber konnte das tatsächlich sein? Das Universum war so groß – warum sollten sich zwei Menschen ausgerechnet hier wieder treffen?

Auf der anderen Seite – warum nicht?

Sie lehnte sich wieder zurück, aber entspannt war ihre Körperhaltung nicht mehr. Eher wirkte sie nun wie eine zum Sprung bereite Katze. Lani begann zu pfeifen, ein traditionelles akonisches Kinderlied. Sie war bereit, ihm mit ihrem Glas zuzuprosten. Und wenn er es nicht war, dann war sie eben so verrückt, in einer Bar zu pfeifen. Wer scherte sich schon darum?

Bar

Koamalus Kopf ruckte abrupt in die Richtung der Melodie, die sich nur schwer vom Lärmteppich dieser Kneipe abhob. Eine markante Melodie, mit der er aufgewachsen war und die er schon lange nicht mehr gehört hatte. Er brauche nicht lange, um das von weißblonden Haaren eingerahmte Gesicht zu finden, dem die Melodie entstammte.

Die beiden Blicke trafen sich und brauchten nur Sekunden, um sich wieder zu erkennen. Szenen aus Koamalus Jugend schossen vor seinem inneren Auge vorbei, während ein breites Grinsen sich auf sein Gesicht schlich.

Mit einer flotten Bewegung, beinahe zu kraftvoll in dieser für ihn geringen Schwerkraft, stand er auf und ging zu dem Tisch, an dem seine alte Bekannte saß.

Nische

“Lani Akamu, was bei allen Göttern dieser Galaxie führt Dich in diese entlegene Gegend, so weit von unserer Heimat entfernt?”

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht war Lani aufgesprungen, als sich der Mann tatsächlich als Koamalu Kahanamoku entpuppte. Dass dabei der Stuhl polternd umkippte, weil sie ihm einen zu starken Rumpler verpasst hatte, bemerkte sie gar nicht. Die Blicke einiger anderer Gäste wurden davon angezogen, aber als sie realisierten, dass eine großgewachsene Frau einen Mann spontan in ihre Arme zog und drückte, erlahmte ihr Interesse wieder.

“Koamalu Kahanamoku, wie großartig, Dich wiederzusehen!”, Lanis Hände lagen auf den Schultern des Mannes, der einen knappen Kopf größer als sie war – und sie war schon so groß wie jeder durchschnittliche menschliche Mann. “Und wie schön, endlich wieder jemanden drücken zu können und sich nicht darüber zu sorgen, dass ihm in der Umarmung die Luft wegbleibt!”, lachte sie frei heraus.

“Komm, setz Dich zu mir!”, forderte sie ihn auf, während sie sich ebenfalls wieder setzte und unbewusst einen Schluck aus ihrem Glas nahm. Als er eine bequeme Haltung im Stuhl neben ihr eingenommen hatte, neigte sie sich vornüber und betrachtete sein Gesicht genau. Ein spitzbübisches Lächeln glitzerte in ihren Augen. “Was mich hierher führt, möchtest Du wissen? Was für eine Frage – ich habe mich herumgetrieben. Wie immer also. Und du – was machst Du auf einem Planeten mit so einem komischen Namen?”, sie senkte ihre Stimme und fragte mit einem verschwörerischen Unterton, der aber ganz eindeutig spöttisch gemeint war: “Verschiffst Du gefährliches Treibgut?”

Koamalu grinste: “Nur, wenn dein Name nicht im Spiel ist. Ich führe jetzt ein ruhiges, gesittetes Leben an Bord meiner Hemolele. Was soll ich sagen, der alte Kahn ist mir ans Herz gewachsen. Du aber, so scheint es mir, hast Dich nicht im Geringsten verändert.” ‘Und das war auch gut so’, fügte er im Stillen hinzu. Lani an einem Schreibtisch über irgendwelchen Akten? Nein, das war schwer vorstellbar.

“Weißt Du noch”, fuhr Koamalu fort und die beiden Akoni begannen in Erinnerungen an vergangene, gemeinsame Zeiten zu schwelgen.

Bar

Unbemerkt von den beiden hatte sich ein beinahe auffällig unauffälliger Mensch an der Theke eingefunden, an dessen Glas ein gelber Schmetterling prangte. Nur geübte Augen erkannten unter seinem Mantel die Umrisse eines Blasters, während der Unbekannte mit zusammengekniffenen Augen die beiden Akoni in der Ecke beobachte. Außerirdische … womit hatte er das schon wieder verdient? Und warum hatte sein Kontaktmann nichts von dem zweiten Exemplar dieses Abschaums erzählt? Ein Bodyguard, so vermutete er. Nun, er würde auch mit Zweien fertig werden, sollte es nötig sein.

Nische, einige Zeit später

“… ich werde sein Gesicht nie vergessen!”, beendete Lani eine weitere Erinnerung, die sie beinahe noch breiter grinsen ließ als vorher. Koamalu stimmte in ihr Lachen mit ein und wieder steckten beide die Köpfe zusammen. “Ich könnte mir noch so ein grünes Getränk bestellen, das Zeug schmeckt wirklich gut!”, beschloss Lani, wobei sie mit einer Bewegung die Haare, die ihr ins Gesicht gefallen waren, hinters Ohr strich und daraufhin einem der Droiden winkte.

Dabei fiel ihr Blick auf einen Mann an der Theke und plötzlich war ihre gute Laune wie weggeblasen. Das Lachen blieb auf ihrem Gesicht, denn die letzten Jahre hatten ihre Schauspielkunst nahezu perfektioniert. Wem das nicht gelang, der überlebte nicht lang. Nur jemand, der sie gut kannte, würde der veränderte Ausdruck ihrer Augen auffallen.

Der rundliche Droide surrte heran, sie reichte ihm ihr geleertes Glas. “Bring mir bitte noch so ein grünes Ding!”, beauftragte sie ihn, ignorierte seine bestätigende Antwort und wandte sich wieder Koamalu zu, als wolle sie ihr unterbrochenes Gespräch fortführen.

Und sie musste mit ihm sprechen, so lange es noch ging. Der Mann an der Theke hatte ausgesehen, als wäre er kurz vor der Eruption. Er war wütend – und er gehörte nicht zu der Sorte Mensch, die sich die Mühe machte, diese Emotion zu verbergen.

Was die ganze Sache aber viel schlimmer machte als eine wütende Kontaktperson – sie kannte ihn. Nicht persönlich, aber vom Sehen. Und wo sie ihn das letzte Mal gesehen hatte – es war einige Jahre her – gefiel ihr nicht.

Es war eine gefährliche Aufgabe seinerzeit gewesen. Sie war ihr nur gelungen, weil sie hervorragende Informationen besessen hatte und bei den Imperialen ein absolut unbeschriebenes Blatt gewesen war. Niemand hatte sie vorher gesehen und sie war sich auch sicher, dass sie keiner wiedererkennen würde. Aber sie hatte “diesen” Mann in der Basis gesehen. In einer imperialen Basis. In vertraulichem Gespräch mit einem Großmoff.

Sie musste hier verschwinden.

“Koamalu, wie startbereit ist Dein Flitzer? Und wie bereit bist Du, unauffällig einer alten Freundin aus der Klemme zu helfen?”

Er zögerte nur kurz, denn der plötzliche Stimmungswandel war ihm nicht entgangen. Koamalu vertraute ihr weit genug, als dass er Fragen und Geschichten in diesem Fall auf später verschieben konnte. Den auffälligen Blick über die Schulter vermied er bewusst.

“Startbereit ist die alte Lady erst in ein paar Stunden, ich warte noch auf etwas … Treibgut”, er zwinkerte ihr verschwörerisch zu. “Den bereits beantragten Start zu verschieben würde ich, wenn es irgend geht, vermeiden. Aber vertrau mir, ich habe da ein paar Alternativen, sollte jemand allzu neugierig werden. Hast Du denn eine passende Transportgelegenheit zum Raumhafen? Ich bin zu Fuß hier…”

Lanis Augen gewannen wieder an Leuchtkraft. Das war wieder typisch für Koamalu. “Wo denkst Du hin.”, antwortete sie ihm lachend, während beide aufstanden. “Die ungekrönte Königin der rennfahrenden Unterwelt Iokua Akonis ohne tiefergelegten Gleiter?” Koamalu lachte und hielt ihr den Arm hin: “Wollen wir?”

Schnellen Schrittes verschwanden die beiden auf dem direkten Weg aus der Bar. Noch ehe der Unbekannte es ihnen gleichtun konnte, saßen die beiden bereits in Lanis 74-Y und rauschten in entgegengesetzter Richtung zum Raumhafen davon.

Raumhafen, Landefeld 4E, vor der Hemolele

Die Außenhülle der corellianischen CR90-Korvette leuchtete weiß in der Nachmittagssonne von Bendeluum, während die Ladecrew Lanis Gleiter in einer unauffälligen Ecke des Frachtraums verstaute.

Koamalu lächelte in sich hinein, denn sein Glück war einmal mehr bei ihm gewesen. In seiner Abwesenheit waren die “Passagiere” mit ihrer Fracht bereits eingetroffen, so dass es völlig unauffällig wäre, wenn er innerhalb der nächsten Stunde startete. Er wandte sich an Lani:

“Kein Mon Calamari Kreuzer, dafür aber mein eigenes Hab und Gut. Nicht das schnellste Schiff in der Galaxis, dafür aber zuverlässig. Mit ihr bin ich die letzten sechs Jahre durch dick und dünn gegangen. Na, was sagst Du?”

Grinsend zelebrierte Lani eine höfische Verbeugung, wie sie vor über hundert Jahren am Hofe Iokua Akonis gebräuchlich gewesen war. Mit ausgestelltem rückwärtigen Bein und wedelnder rechter Hand, das verstand sich von selbst.

“Ich bin gebührend beeindruckt, werter Herr Kahanamoku!”, lächelte sie, doch dann verschwand ein Teil ihres Schabernacks. “Nein wirklich, Koamalu, das ist ein großartiger Kahn. Und so vielseitig einsetzbar …”, ihre Stimme verlor sich. Mochte Koamalu diesen Satz doch interpretieren, wie er wollte.

Ernst blickte sie ihm ins Gesicht. “Ich danke Dir, dass Du mir aus dieser idiotischen Klemme hilfst. Lass uns an Bord gehen. Ich glaube, ich sollte Dir ein paar Dinge erklären.”

Drei Jahre später: Tatooine, Mos Eisley, Chalmuns Cantina, Sabacctisch

“Aber das nächste Mal zahlt einer von euch!”, rief Roger seinen Freunden gespielt empört hinterher, die sich fröhlich verabschiedeten und die Cantina verließen. Die Freude am Sabaccspiel, die der Alderaaner empfand, stand leider nicht im direkten Zusammenhang mit seinem Können. Es reichte zwar für den einen oder anderen Pott, wenn aber einmal ein Profi mit am Tisch saß, blieb er meist auf der Getränkerechnung sitzen.

Mit einem leichten Seufzen und Kopfschütteln lehnte sich der massige Glücksritter zurück. Er freute sich, in dieser rauen Gegend der Galaxis Freunde gefunden zu haben. Dies war umso bemerkenswerter, da er sie schon vor dem Fall des Imperiums gefunden hatte.

Der Imperator war tot, ein gutes Jahr mittlerweile, und die Allianz war langsam auf dem Weg, eine ordentliche Verfassung und Regierung auf die Beine zu stellen, die den Namen “Neue Galaktische Republik” verdiente. Das Restimperium existierte zwar noch, war aber auf dem stetigen Rückzug und auf ein Viertel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft.

Gerne hätte er für sich beansprucht, Teil dieses Umbruchs gewesen zu sein, aber er hatte nie daran geglaubt, dass das Imperium fallen könnte. Er hatte seine Chance gehabt, aber nicht genutzt. So war es im Leben, man traf Entscheidungen und manche bedauerte man im Nachhinein.

Dennoch war er nicht unzufrieden. Er reiste quer durch den Outer Rim, mal als Söldner, mal als Schmuggler, mal als Kopfgeldjäger, mal als Teil einer Abenteurergruppe auf der Suche nach Schätzen. Er hatte den normalen Wahnsinn des wilden Teils der Galaxis kennen und lieben gelernt und vieles erlebt auf Welten, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Selten hatte er einen wirklichen Schatz gefunden, aber nach all den Erlebnissen, die ihn hier an den Rand zu den unbekannten Regionen gebracht hatte, hatte er sich selber gefunden.

Er stellte sich vor die Schwachen, wie er es schon Jahre zuvor bei und mit der Allianz hätte tun sollen. Er wurde zum Sheriff des Outer Rim, dem gesetzlosen Teil der Galaxis, den selbst das Imperium nicht zu bändigen vermochte.

Und gerade schien es wieder so, als ob seine Hilfe benötigt wurde.

Theke

Schweigsam stierte Kryss in seinen mit einer milchigen Flüssigkeit gefüllten Becher. Der hässliche Barkeeper hinter der Theke hatte es ihm als alderaanischen Whisky verkauft. Ein Witz vermutlich. Wenn das auch nur im entferntesten Whisky von Alderaan war, dann war er der größte Jedimeister in der weiten Galaxie. Aber eigentlich hätte er es wissen müssen. Für den läppisch niedrigen Betrag, der ihm abgeknöpft worden war, hätte niemand seine wertvollen Vorräte verscherbelt. Vielleicht hätte er einfach was Regionales bestellen sollen. Wobei, auch das konnte ins Auge gehen. Wenn er zurück an Hoth dachte und an den Selbstgebrannten, der unter den Technikern die Runde machte, da kam ihm gleich wieder der Mageninhalt des Tages hoch.

Damals war seine Vermutung gewesen, dass einfach Kühlflüssigkeit in Flaschen abgefüllt worden war. So geschmeckt hatte es zumindest. Doch wenn er jetzt rückblickend darüber nachdachte, dann musste er dem Gebräu wenigstens zugestehen, dass es den Körper von innen gewärmt hatte. Und das war auf Hoth ganz bestimmt nicht das Schlechteste gewesen.

Er nahm einen weiteren Schluck von dem Fusel, hauptsächlich, dass seine trockene Kehle was zu tun hatte und rieb sich seine müden Augen. Er unterdrückte ein Gähnen, streckte seinen fast 1,90 Meter großen Körper, dass die Knochen knackten und wuschelte sich durch die braunen, mittellangen Haare, um die Müdigkeit ein wenig abzuschütteln, die sich hier in diesem schummrig beleuchteten Etablissement wie eine wärmende Decke um ihn gelegt hatte. Und die liebliche Musik der anwesenden Band hatte ihres dazu getan. Ein aufheulendes Warnsignal ließ gefühlt alle Gespräche im Raum plötzlich verstummen und mehrere dutzend Augenpaare, gemeinsam mit seinen Braunen richteten sich auf die Eingangstür der Bar, wo zwei Männer in Technikeroveralls, begleitet von einem kleinen Wartungsdroiden, ertappt stehen geblieben waren.

„He! Die Sorte wird hier nicht bedient“, brüllte der Barkeeper den Neuankömmlingen entgegen und warf seinen fleckig aussehenden Putzlappen demonstrativ auf den Tresen, während er auf den Droiden zeigte. Kurz sah es so aus, als wollte er noch etwas Übleres hinzufügen, doch sein Blick schien den beiden Technikern Aufforderung genug zu sein. Sie nickten entschuldigend und trollten sich gemeinsam mit dem Droiden wieder nach draußen.

Direkt schwoll die übliche Geräuschkulisse im Raum auf ihr ursprüngliches Maß an und alle Anwesenden wandten sich wieder ihren Beschäftigungen zu. Auch Kryss konzentrierte sich wieder auf seinen Becher, schwenkte die Flüssigkeit langsam hin und her und überdachte seinen Plan, der ihn hier hin auf dieses staubige Etwas mit der Bezeichnung Planet geführt hatte.

Eigentlich hatte es nach einer guten Idee geklungen, schließlich war allgemein bekannt, dass sich hier auf Tatooine alles und jeder finden ließ und es nur eine kurze Frage der Zeit war, bis sich Job mäßig was für ihn ergab. Doch nun hing er hier schon ein paar Wochen in Mos Eisley herum und seine mickrigen Ersparnisse näherten sich der totalen Ebbe an. Etwas Brauchbares zu tun hatte sich jedoch nicht gefunden. Und über die unbrauchbaren Angebote wollte er lieber nicht nachdenken. Vermutlich waren die meisten Geschichten über Tatooine nichts weiter als übertriebenes Geschwätz gewesen und er war ihnen wie eine tesalonische Gibbsfliege auf den Leim gegangen. Leider änderte das nichts an seiner aktuellen Situation. Er brauchte Geld. Er brauchte einen Job. Verdammt, er musste von diesem glühend heißen Steinbrocken weg. Mit einem großen Schluck kippte er den Rest seines Getränkes herunter und wollte gerade von seinem Barhocker rutschen, als um ihn herum das Tollhaus ausbrach.

Lautes Gekreische und Tumult erklang, als die Musik jäh unterbrochen wurde. Der Grund hierfür waren scheinbar drei Menschen, die die Leadsängerin der Band von der Bühne zerren wollten. Die zierliche, hübsche Twi‘lek versuchte, sich zu wehren, aber gegen den stiernackigen Anführer der Gruppe hatte sie keine Chance. Die Musiker, allesamt Biths, wollten protestieren, aber die beiden anderen Männer hielten sie und die Menge mit ihren Blastern in Schach.

Roger blickte zur Theke, aber Chalmun selber war nicht da und die weiblichen Bedienungen blickten ihn schon bittend an. Dies war auch schließlich sein Job. Er war der Rausschmeißer. Eigentlich ganz gemütlich, verglichen mit der wahnwitzigen Schatzsuche, die er letzten Monat mit einer verrückten Crew in den unbekannten Regionen durchgeführt hatte.

Der Sheriff erhob sich zu seinen mehr als zwei Metern und pflügte durch die schnell größer werdende Menge der Schaulustigen. Seine Waffen ließ er in seinem bodenlangen braunen Mantel stecken, die Blaster der Rowdys ignorierend.

“Lasst die Frau los!”, rief Roger in einem tiefen Bariton in Basic über die Menge hinweg. Die Menge verstummte und begann, eine Gasse zu bilden. Der Sheriff ging unbeirrt auf die drei Männer zu, seine Zähne vor Wut fletschend, dass sein schwarzer Schnurrbart leicht höher wanderte, während seine schulterlangen ebenso dunklen Haare im Takt des braunen Mantels mitschwangen.

“Drei.”, rief Roger, der nun die volle Aufmerksamkeit der Cantina innehatte. Die Männer ließen verdutzt ihre Waffen sinken, ließen aber die Twi‘lek nicht frei. Der Sheriff hielt Kurs und fixierte dabei scheinbar nur die drei Störenfriede. Während er die Bar durchquerte, war er sich bewusst, dass in einer in der Nähe gelegenen Nische noch mehr von dieser Sorte standen.

“Zwei.”, bellte er nach kurzer Pause weiter, aber die Twi‘lek wurde weiter festgehalten. Aus der Erfahrung unzähliger Kneipenschlägereien wusste er, dass die Freunde der Störenfriede nicht schießen würden, solange er im Nahkampf mit ihren Kumpanen war. Außerdem waren sie aktuell durch die dicht gedrängte Masse, die aus dem immer größer werdenden freien Raum vor der Bühne resultierte, nicht in Zugriffsreichweite. Und niemand außer Sturmtruppen schoss quer durch eine volle Cantina.

“Eins.”, rief er dem immer verdutzter dreinblickenden Trio zu. Der in der Mitte stehende Stiernacken blickte noch einmal zu seinen Kollegen, bevor er antwortete. “Ey Mann, was glaubst du, wer du bist? Wir machen hier, was wir wollen! Wir sind die …”

Roger stand nun direkt vor der Gruppe.

“Null.”, unterbrach er den sicherlich nicht interessanten Redeschwall und eine krachende Linke des Sheriffs zerschmetterte den Kiefer des rechten Blasterschützen, nur einen Sekundenbruchteil später lag sein Kollege von der Rechten niedergestreckt neben ihm. Ungläubig verschluckte der in der Mitte stehende Sprecher ein paar Worte, als er endlich die Twi‘lek losließ, die sofort hinter der Bühne Deckung suchte. Roger achtete nicht auf die Hände des Mannes, die sich scheinbar abwehrend erheben wollten und packte ihn stattdessen an Gürtel und Kragen.

Mit einer beeindruckenden Demonstration an Kraft hob er den bulligen Mann über seinen Kopf und schleuderte ihn mit dem Rücken voran auf den leeren Boden hinter sich, wo er nach Atem ringend liegen blieb.

Ohne lange inne zu halten blickte Roger mit funkelnden Augen zu der Nische der Kompagnons.

“Ich bin hier das Gesetz. Ich bin … der Sheriff. Und ich sage jetzt, dass ihr bezahlt und geht. Entweder auf euren eigenen Beinen … oder liegend.”

Scheinbar wurde es heute eher ungemütlich. Mit lautstarkem Gebrüll bahnte sich die Gruppe faustschwingend ihren Weg durch die Menge, so dass die Cantina innerhalb von Sekunden in das reinste Tollhaus verwandelt wurde. Fäuste flogen überall und es bahnte sich eine der größten Kneipenschlägereien an, die Chalmuns Cantina seit Jahren gesehen hatte.

Der rechte Teil des Schnurrbarts des Sheriffs hob sich leicht nach oben. Dann halt so.

Theke

Flink duckte sich Kryss, um einem vorbeifliegenden Glas auszuweichen, welches mit einem vermutlich lauten Klirren an der eigentlich nicht eingeschalteten Jukebox zerschellte. Brummend sprang diese daraufhin an und spielte wohl irgendeinen Hit, doch in diesem ganzen Tohuwabohu ließ sich nicht wirklich was davon erkennen. Zudem verschwendete er auch keine Konzentration darauf, schließlich hatte er keine Lust, Kontakt mit Fäusten, Gläsern oder schlimmer noch Blastern zu machen. Und bei dem Chaos, was hier ausgebrochen war, war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.

Glücklicherweise war er auf der zur Bühne abgewandten Seite der Theke, denn es sah so aus, als würde dort das Halligalli abgehen. Vorsichtig arbeitete er sich geduckt weiter nach hinten vor, um dann unauffällig durch den Seitenausgang verschwinden zu können. Schnell warf er noch einen prüfenden Blick über die Theke. Zu seinem geplanten Lossprinten kam Kryss aber nicht mehr, als ein großer männlicher Körper über die Theke auf ihn zu geschlittert kam. Rechts und links spritzend und klirrend verteilten sich die darauf abgestellten Gläser und mit einem dumpfen „Wmmmpf“ krachte der Körper in ihn und unter begrub ihn unter sich. Ihm wurde schwarz vor Augen …

Koamalu war mit erhobenen Augenbrauen der Entwicklung vor der Bühne gefolgt. Zu schnell war danach die Situation in der Bar eskaliert. Nicht, dass er dem Ganzen aus dem Weg gegangen wäre, zu sehr war dafür sein Gerechtigkeitssinn aus der Zeit der Rebellion in ihm verankert.

Und in Lani, was das betraf … ein Blick zwischen den beiden hatte genügt. Sie fragte nur “Brauchst Du Hilfe?” – “Pack mal mit an, ich bin noch nicht ganz wach”, hatte er geantwortet …

Dem unbekannten Mann, der sich als “der Sheriff” bezeichnet hatte, war aufgrund seiner Statur seine hohe Kraft anzusehen. Bei den beiden Akoni verhielt sich dies jedoch anders. Beide waren auf einer Welt mit vergleichsweise hoher Schwerkraft aufgewachsen, gut 50% über der Norm. Nur sah man das ihren Körpern nicht an, Akoni waren im Vergleich zu einem ebenso großen Menschen sogar eher noch schlank. Die Natur hatte sie mit verstärkten Knochen und dichten Muskeln ausgestattet. Das war ein Vorteil, der bisher jeden Kampf Mann gegen Mann, an den sich Koamalu sich erinnern konnte, entschied.

Gerade, als einer der Gauner doch einen Schuss auf den Sheriff abgeben wollte, erreichte der Akoni ihn mit einer unerwartet schnellen, geschmeidigen Bewegung. Gäbe es in diesem Augenblick einen unbeteiligten Beobachter, wäre es für ihn kaum zu übersehen, dass hier jahrelanges Training im Spiel war.

Koamalus Handkante krachte gegen die Hand mit dem Blaster, der im hohen Bogen davonflog. Sein Opfer hatte kaum Zeit für einen Schrei, ehe ein Fausthieb die Person in das Reich der Träume schickte.

Kiachi, im Cheda Stil. Eine Kampfsportart Iokua Akonis, die vor allem für den Einsatz in für akonische Verhältnisse geringer Gravitation gedacht war. Schnelle Bewegungen und harte Schläge, die seine körperlichen Vorteile bis an die Grenze ausnutzten.

Lani, dicht hinter ihm, folgte zwar derselben Schule, jedoch betonte ihr Stil sehr viel mehr die Raffinesse in den Kampfbewegungen. Ein Ausgleich für die im Vergleich zu Koamalu doch geringere Körperkraft.

Noch während Koamalu sich dem nächsten Schläger entgegenwarf und diesen mit einem kombinierten Schlag beider Fäuste wie einen nassen Sack zu Boden schickte, duckte sich Lani unter einem Messerhieb hinweg. Mit einer blitzschnellen Drehung donnerte ihr Fuß gegen den Solarplexus des Messerstechers. Die Bewegung vollendend rollte sie sich über einen weiteren Hieb ab, dessen Herkunft sie nur unterbewusst wahrnahm. Ihr Instinkt ergriff die Faust und verlängerte deren Bewegung. Mit keiner Chance, das Gleichgewicht zu wahren, flog der Angreifer über Lani hinweg in Koamalus Richtung. Dieser fischte den Körper förmlich aus der Luft und rammte seinen Ellenbogen in dessen Kreuz, noch während Lani aus ihrer Rolle rückwärts wieder auf die Füße kam.

Sie grinste Koamalu breit an und streckte ihren Daumen nach oben. Koamalu stieß ein lautes Lachen aus, das abrupt abbrach, als ihm jemand die Faust in den Rücken rammte. Langsam drehte er sich um und erblickte vor … nein, eher unter sich einen Menschen, gut anderthalb Kopf kleiner, der ihn irritiert anblickte. Offenbar hatte er ein etwas durchschlagenderes Ergebnis von seinem Angriff erwartet.

Koamalu zog nur die Augenbrauen hoch und quittierte den irritierten Blick mit einem Schlag auf den Kopf. Genau die richtige Arbeitshöhe, so fand er.

Chalmuns Cantina, kurz vor dem Eingang

Schnellen Schrittes überquere Jayne Flyingpaw die staubigen Straßen von Mos Eisley auf der Suche nach einem Drink. Einem starken Drink. Sie schäumte vor Wut und hatte seit Stunden bereits das Bedürfnis, jemandem die Knochen zu brechen. Allen voran dieser erbärmlichen und falschen Ratte Eric. Wenn sie ihn nur noch ein einziges Mal in die Finger bekommen würde…

Sie hatte Eric vor etwa drei Jahren kennen gelernt, auf einer Auktion für ausgemusterte Raumschiffe. Groß, breite und muskulöse Schultern, blonde Haare, bezaubernd, verführerische blaue Augen. Ein Lächeln, das sie zum Schmelzen brachte. Und einen Charakter wie ein Zucca Hausschwein. Was eigentlich eine Beleidigung für das Schwein war…

Leider hatte sie das erst zu spät wirklich begriffen. Um genau zu sein, vor etwa zwei Stunden. Als sie feststellen musste, dass er, nachdem er sein Schiff verspielt hatte, mit ihrem Gleiter, ihrem Blaster und ihren Ersparnissen getürmt war. Und wäre er nicht ein Mann gewesen, hätte er sich ihrer Unterwäsche vermutlich auch noch bemächtigt. Je länger sie über ihn nachdachte, desto mehr begann sie sich auch über ihre eigene Naivität zu ärgern – sie hätte es kommen sehen müssen.

Status Quo: Sie besaß aktuell nicht mehr als das, was sie am Leibe trug; eine alte Jacke, die sie angesichts der Hitze in ihrem Quartier gelassen hatte, etwas Unterwäsche und eine horrende Rechnung über das Zimmer, in das sie sich eingemietet hatten. 10 Credits in der Tasche und einen Zettel, in der er ihr seine Beweggründe zu erklären versuchte. Zwei Zeilen, drei Rechtschreibfehler – oh, sie würde ihn windelweich prügeln sollte er ihr noch einmal über den Weg laufen.

Schwungvoll nahm sie zwei Treppen gleichzeitig, um auf die Veranda zu gelangen, die den Eingang der Cantina umspielte. Gerade wollte sie nach der Schwungtüre greifen, um sie vor sich her schiebend zu öffnen, als ihr ein Gast entgegen taumelte und ihr dabei beinahe die Tür an die Stirn schlug.

Sie holte gerade Luft, um ihr Gegenüber mit Flüchen zu belegen, als selbiger von einem weiteren Gast zielsicher umgenietet wurde, woraufhin beide in einem Gewirr aus Armen und Beine über die Veranda polterten und an dessen Ende in einer Sandwolke einfach herunter fielen.

Jaynes Augenbrauen schossen in die Höhe und sie schloss ihren Mund kommentarlos. Manchmal gab es doch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit.

Chalmuns Cantina, im Getümmel, zwei Minuten später …

Die Schläger, zumindest die, die noch nicht bewusstlos waren, wälzten sich stöhnend am Boden, während Koamalu und Lani neben den Sheriff traten und alle drei prüfend in die Runde blickten.

“So, das werden die sich zwei Mal überlegen, bevor die hier noch mal aufmucken.” Er grinste breit: “Das ist Lani Akamu und ich bin Koamalu Kahanamoku. Ich hoffe, wir haben Ihren Nachmittag nicht zu sehr gestört…”

Der sonst so düster aussehende Alderaaner lachte laut auf. “Nein im Gegenteil”, antwortete er herzlich, “Ich bin immer dankbar für eine ordentliche Rückendeckung bei einer Keilerei!”, zwinkerte er Koamalu zu.

Der Sheriff streckte seine Glieder, aber bis auf ein paar blaue Flecke hatte er nichts kassiert. Der Blick durch den Raum verriet, dass die ganze Arbeit getan war. Die meisten Leute rappelten sich auf und die Störenfriede zogen ab oder wurden von dannen gezogen. Auch die Band spielte wieder einen alten instrumentalen Bith-Klassiker, der wohl nie aus der Mode kam. Die Sängerin brauchte scheinbar eine Pause nach dem Getümmel.

“Ich danke euch für eure Hilfe, andernfalls wäre es wohl etwas ernster geworden.”, sein Blick wanderte durch die Bar und fiel auf ein vom Sehen bekanntes, wenn auch bewusstloses Gesicht. “So wie ihr ausschaut, kommt ihr wohl auch nicht von hier. Ehrlich gesagt, seht ihr für so eine Bar auch zu anständig aus.”, plauderte Roger vergnügt, während er auf den Körper neben der Theke zuging. “Entschuldigt mich bitte kurz, ich muss gerade mal nach diesem Kerl schauen. Ich habe ihn schon ein paar Mal hier gesehen, vom Typ jemand der eine Pechsträhne hat.”

irgendwo

… Wolkenfetzen, Warnmeldungen, Rauschen, Baumwipfel … Einschlag! Alles um Kryss herum drehte sich. Sein Magen rebellierte. Ein übler Geruch breitete sich um ihn herum aus. Seine Nase brannte. Seine Weste fühlte sich feucht an. Verdammt, was war passiert, was hatte er getan? Ein Stöhnen brachte ihn in die Realität zurück, ließ seine Gedankengänge zurück zu logischen Strukturen kommen und ließ ihn die Augen aufschlagen. Aber nur kurz. Ein stechender Schmerz fuhr ihm durch den Kopf und ließ ihn die Lider wieder fest zusammenpressen. „Oha“, stöhnte er selbst auf und versuchte, das Schwindelgefühl ein wenig unter Kontrolle zu bringen. Vorsichtig wagte er einen zweiten Versuch mit den Augen und diesmal konnte er die aufsteigenden Schmerzen einigermaßen ertragen. Er blinzelte, wischte sich die rauchigen Schlieren aus den Augen und erkannte, dass es gar nicht seine Augen waren, sondern tatsächlich Rauch war, der im inneren der Rettungskapsel waberte und vermutlich auch für körperlichen Begleiterscheinungen verantwortlich war. Er hustete, schluckte, hustete erneut und drehte sich auf die Seite, um sich dann in eine sitzende Position hieven zu können.

„Dash.“ Ein Hustenanfall schüttelte ihn durch, bevor er erneut nach seinem Mitabsturzpartner rufen konnte. „Dash. DASH!“ Ein Stöhnen kam als Antwort. „Verdammt, wir müssen hier raus“, keuchte Kryss zwischen zwei erneuten Hustern hervor. „Ich glaube, der Rauch hier hat nichts Gutes zu bedeuten.“ Ein zustimmendes Murmeln, gefolgt von einem Röcheln trieb ihn dazu an, sich aufzusetzen, nachdem er mit zittrigen Händen sein Sicherheitsgeschirr abgelegt hatte. Er wedelte mit der Hand herum, um den dichtesten Rauch ein wenig zu vertreiben und erkannte Dash, der sich gerade auch von den Gurten befreit hatte. Sie nickten sich zu und Kryss schaute sich nach dem Notfallentriegelungsknopf für die Ausstiegsluke um. Er blinkte schwach, als er ihn gefunden hatte. Hoffentlich war das kein schlechtes Zeichen. Mit einem festen Schlag hieb er auf den Knopf und registrierte zufrieden, dass die Luke mit einem lauten Knall aus ihrer Verankerung gesprengt wurde. Frische Luft füllte die Rettungskapsel und seine Lungen und vertrieb die Rauchschwaden um sie herum. Dash stieß einen Jubelschrei aus und auch Kryss war froh, dass sie es überlebt hatten. Er kletterte auf die Rückenlehne eines Sitzes und streckte den Kopf aus der Luke in die Sonne. Tief atmete er ein; und hustete einen Schwall Wasser weg, der ihn unvermittelt traf. Wasser? Hier? Bei Sonnenschein?

Chalmuns Cantina, Eingang

In der Hoffnung, von keinem Nachzügler getroffen zu werden, trat Jayne nun die Tür mit einem Fuß auf, ließ sie einmal hin und her schwingen und wagte es dann, nach einem prüfenden Blick ins Innere, einzutreffen.

Der Anblick, der sich ihr nun bot, war als äußerst interessant zu beschreiben. Offenbar hatte hier gerade eine handfeste Schlägerei stattgefunden, was zumindest ihr schwankendes Begrüßungskomitee erklärte. Auf der anderen Seite des Raumes hatten sich die vermeintlichen Hauptakteure versammelt – einige davon liegend am Boden, die anderen – ziemlich sicher die Gewinner der Auseinandersetzung – etwas schwer atmend stehend und in ein Gespräch vertieft.

Durchaus bedauerlich, dass sie nicht etwas früher gekommen war. Sie hätte durchaus Gefallen daran finden können, hier ein paar Fäuste fliegen zu lassen. Als kleinen emotionalen Ausgleich.

Seufzend straffte Jayne stattdessen nun ihre Schultern, strich sich eine Strähne ihres dunklen Haars aus dem Gesicht und steuerte auf die Bar zu, in der Hoffnung, nicht allzu lange auf ihren Drink warten zu müssen.

Chalmuns Cantina, neben der Theke

Patschende Ohrfeigen rissen Kryss zurück ins Hier und Jetzt. Verwirrt schlug er die Augen auf, blickte auf zu einer gräulich schmutzigen Decke und einem Augenpaar eingerahmt von dunklen langen Haaren und einem großen Schnurrbart. „ICH BIN WACH!“, gab er schnell von sich, bevor die erhobene Hand des Bartträgers erneut Spuren in seinem Gesicht hinterließ. „Ich bin wach und verdammt nass, verflucht“, beschwerte er sich und rappelte sich vom Boden auf. Neben ihm lag immer noch bewusstlos der Mann, der ihn über die Theke rutschend ausgeknockt hatte. „Meine Güte, was ist denn hier passiert?“, fragte er und blickte in das um ihn herum bestehende Chaos.

Roger lachte nur. “Ein wenig Abwechslung auf diesem öden Klumpen Sand.”, mit einem Blick auf die beiden Akoni fuhr er fort, “Aber entschuldigt bitte meine Manieren. Auch wenn ihr es vielleicht schon mitbekommen habt: Ich bin der Sheriff, aber ihr dürft mich Roger nennen. Dies dürfen nicht alle, aber Leute, die mir im Kampf den Rücken freihalten oder”, mit einem schelmischen Blick auf Kryss, “es versuchen, haben es sich verdient. Ich freue mich, eure Bekanntschaft zu machen.”

“Ich bin ebenfalls erfreut, Roger”, grinste Lani breit, während sie sich den letzten Staub der Prügelei von der Kleidung klopfte. Ihre beige Hose war voller Flecken und mehr als zerknittert, was man von ihrer weißen, locker fallenden Bluse aus leichtem Material leider ebenfalls sagen musste.

“Jetzt schau Dir das an!”, anklagend richtete sich ihr Blick auf Koamalu. “Die Sachen sind ruiniert, ehrlich. Immer, wenn ich mit Dir unterwegs bin, kann ich mir neue Kleidung besorgen. Entweder landen wir in irgendwelchen Sümpfen, in denen man seine Stiefel verliert oder auf einem Felsblock, an dem man sich das Zeug in Fetzen reißt.”

Gespielt grimmig blickte sie auf einen Riss in der Bluse, durch den braun gebrannte Haut schimmerte, die in seltsamem Kontrast zu den weißblonden Haaren der Akoni stand. “Musstest Du nun unbedingt auf so einem … wie meinten Sie eben, Roger?”, fragend blickte sie zu dem Mann mit dem Schnauzbart, “… Klumpen Sand? … landen, um neue Crewmitglieder anzuheuern?”

Innerlich wäre Lani beinahe in Lachen ausgebrochen. Der Blick der beiden fremden Männer während ihrer Tirade war ausgesprochen komisch!

Koamalu hatte angesichts der Tirade nur lässig die Augenbrauen angehoben. “Es schadet gar nichts, wenn Du ein paar Fetzen loswirst. Vielleicht kommt dann das Startgewicht der Hemolele endlich mal wieder runter. Davon abgesehen hast Du leicht Reden. Du bist nur etwas verstaubt, ich bin abends immer völlig fertig von der ganzen Rackerei.”

Betont schwerfällig strich er sich den nicht vorhandenen Schweiß aus der Stirn.

In gespielter Empörung stemmte Lani ihre Hände rechts und links in die Taille. “Vielleicht solltest Du dann weniger essen und mehr trainieren, mein Lieber!”, entgegnete sie spitz, was ihr ein Schnauben ihres Landsmannes einbrachte.

hinter der Theke

Mit einem Klatschen warf sich Wuher seinen bis eben im Einsatz befindlichen Lappen über die Schulter, öffnete eine Schublade in der Theke und kramte darin herum. Es dauerte ein paar Sekunden, bis er gefunden hatte, was er suchte und es brachte einige Dinge ans Tageslicht, die er dort nie vermutet hatte. Mit einem Knall schloss er die Lade wieder; und die Erinnerung an den Inhalt verschwand wieder in seinem Unterbewusstsein. Zielstrebig marschierte er zur kleinen Personenversammlung rund um den Sheriff. Auf dem Weg dorthin kam er an einer großflächigen Getränkepfütze auf der Theke vorbei. Missmutig stoppte er, blickte nachdenklich darauf, nahm den Lappen von der Schulter und wischte die Flüssigkeit mit einer gekonnten Handbewegung weg. Zufrieden glänzte ihn die saubere Theke an, der Lappen wanderte wieder auf seine ursprüngliche Position auf der linken Schulter und Wuher setzte seinen Weg fort.

bei der Theke

“Ich würde mich ja bedanken, dass Sie das Pack so fachmännisch außer Gefecht gesetzt haben”, begrüßte er die kleine Gruppe. “Aber erstens sind solche Vorkommnisse klar im Arbeitsvertrag der Band geregelt und werden finanziell großzügig abgegolten …” der Blick machte klar, was man darunter verstehen konnte, “und zweitens müssen wir jetzt klären, was hier mit dem Chaos passiert, was entstanden ist und vor allem, wer dafür aufkommt.”

Er aktivierte das kleine Projektionsgerät, welches er vorhin der Schublade entnommen hatte und warf das erzeugte Bild auf eine nahegelegene Wand, die von ein paar grünen Spritzern unerklärlicher Masse bedeckt war. Angestrengt versuchte Wuher, die Sauerei zu ignorieren und stattdessen klar auf die Übersicht zu sprechen zu kommen, die das Bild zeigte.

“Wie Sie sehen, habe ich hier schon mal etwas vorbereitet. Die Posten A, B und E sind nicht verhandelbar. Bei den anderen lässt Chalmun normalerweise mit sich reden. Trotzdem hätte ich gerne von Ihnen ein paar Vorschläge, wie wir die Sache hier schnell und unkompliziert lösen können.”

Interessiert blickte Koamalu zum Wirt. Jetzt kam also der zweite Akt. Nun, auch da hatte er Routine.

Koamalus rechte Augenbraue war stückweise nach oben gewandert, angesichts der bunten Graphiken, die da an der Wand flimmerten. Der Mann hatte wohl nicht alle Tassen im Schrank.

“Aha”, meinte Koamalu und nickte Lani nur kurz zu, die in Richtung der Bewusstlosen davon schritt.

Mit einem Handgriff schaltete der Akoni den Projektor aus und stellte sich zwischen den Projektor und Wuher.

“Jetzt hören Sie mir einmal zu, Mister. Erstens ist hier kaum etwas kaputtgegangen, ihre fiktiven Posten können Sie sich daher gerne auf ihre nächste Getränkekarte pinnen.”

Wuher wollte gerade etwas entgegnen, aber der halbe Schritt, den Koamalu auf ihn zu tat, unterband dies zufällig. Der Barkeeper musste jetzt den Kopf in den Nacken legen, um dem beinahe zwei Köpfe größeren Akoni noch in die Augen blicken zu können.

“Zweitens”, fuhr Koamalu fort, “sollten Sie froh sein, dass Ihre Band noch komplett ist, sie erhöht den Reiz eines Besuches in diesem Etablissement wenigstens wieder über Null, wenn man die von Ihnen selbst verursachten Faktoren einmal miteinander verrechnet.”

Koamalu ging noch einen kleinen Schritt in Wuhers Richtung, der jetzt gezwungen war, ein Stück zurück zu stolpern.

“Und Drittens sollten Sie es sich gut überlegen, ehe Sie noch einmal versuchen, mich über den Tisch zu ziehen. Ich könnte das nächste Mal nicht ganz so freundlich reagieren.”

Koamalu schnitt Wuher erneut das Wort ab, indem er sich in Lanis Richtung wandte und den Barkeeper einfach ignorierte: “Lani, was macht die Kollekte?”

“Ich würde sagen, mehr als erfolgreich.” Sie zog dem letzten Schläger noch einen weiteren Creditchip aus der Tasche und hielt ihn kurz gegen ihr eigenes Lesegerät, ehe sie zufrieden nickte und zu den anderen zurückkam.

Dem Barkeeper warf sie zwei der Creditchips zu: “Das dürfte ihre Auslagen mehr als decken und jetzt bringen Sie uns allen nochmal einen Drink. Und zwar pronto.”

Wuher inspizierte kurz die Chips. Unmittelbar weiteten sich seine Augen. Über tausend Credits. Die Blicke der beiden Akoni machten sonnenklar, dass er sich nun besser wieder um seine Theke kümmern sollte. Und zwar pronto.

am Eingang

Kandor betrat die Cantina. Er war frohgelaunt und trug seine Beute, einige metallene Spitzen, in einer kleinen, handlichen, offenen Holzkiste. Wer nicht gerade ein Experte war, würde niemals erkennen, dass es sich hierbei um Plasmapfeile für Energiebögen handelte. Diese Art der Kriegsbögen wurde nahezu nicht mehr verwendet in der Galaxis.

Der junge Dathomiri schmunzelte, als er Lady Lanis letzte Worte vernahm. Scheinbar hatte sie jede Menge Spaß. Und nach einem umherschweifenden Blick wusste er auch, warum. Aus dem Schmunzeln wurde ein breites Grinsen. Mit schnellen Schritten bahnte er sich geschickt seinen Weg vorbei an den Hauptakteuren zur Theke.

Theke

Dort stellte er die Kiste auf die Theke, wobei die Kapuze seiner grauen Robe nach hinten abfiel. Darunter zeigte sich ein licht orangefarbenes Gesicht mit roten Augen und flammendroten, schulterlangen Haaren. Er strahlte den Barkeeper regelrecht an, während er sprach: „Nach so einer schweren Arbeit hat man ja Durst. Barkeeper, geben Sie mir bitte doch besten alkoholfreien Drink, den sie haben!“

bei der Theke

Als der Barkeeper außer Hörweite war, antwortete Lani auf den fragenden Blick ihres Kapitäns. Sie deutete über die Schulter: “Die Typen sind angeheuert worden, von wem und mit welchem Ziel, das weiß ich nicht. Ich habe mehr Credits in ihren Taschen gefunden, als diese abgehalfterten Typen in einem Jahr verdienen dürften … Jetzt teilen wir aber erst einmal auf.”

Mit diesem Worten drückte Sie dem Sheriff ebenso wie Koamalu jeweils Creditchips im Wert von rund 4.000 Credits in die Hand.

Koamalu nickte, als er erwiderte: “Na, wie dem auch sei. Heute machen diese Kerle nichts mehr. Und um auf Deine Frage zurückzukommen: Ich hatte nicht geplant, dass sich unsere Pilotin zusammen mit unserer Bordwache in der ersten Nacht hier auf und davon macht. Ich kann echt nicht verstehen, war er an ihr findet…”

Er deutete auf die Barhocker vor der Theke: “Aber jetzt trinken wir erst mal was.”

„Ich von meiner Seite aus würde sagen, das lag an ihren … weiblichen Rundungen“, beantwortete Kandor die Frage des zur Theke gehenden Akoni gradlinig. „Das und vielleicht an seiner Neigung … naja, wenn man auf Peitschen und Fesselspiele eben steht“, ergänzte er sachlich weiter und legte dabei seinen Kopf leicht schräg.

„Und wenn ich Sie korrigieren darf, Captain“, fügte Kandor hinzu, „wir benötigen auch sehr wahrscheinlich einen Techniker. Sofern ich das vorher richtig gesehen habe, hat sie auch Herrn Tetschau an einer schwarzen Lederleine mitgeführt. Letztendlich sind alle drei selig in eine Segelbarke nach Mos Espa gestiegen. Was für ein Appetit!“, stellte er kopfschüttelnd fest.

Kryss lehnte verwirrt und sprachlos an der Theke; beinahe wieder an seinem vorherigen Platz und nahm verdattert einen der Drinks entgegen, die der Barmann großzügig mit einem Lächeln in seinem hässlichen Gesicht verteilte. Kurz überlegte er, ob er immer noch bewusstlos war und das ganze hier ein schlechter Traum war, doch seine brennende Wange zeigte ihm, dass er sich sehr wohl im Hier und Jetzt befand. Er nahm durch den bunten Strohhalm einen großen Schluck aus seinem Glas und begutachtete die umstehenden Leute. Was für ein bunter und verrückter Haufen. Doch vielleicht eine Möglichkeit, hier von dem Sandklumpen weg zu kommen. Seine Hand fingerte in seiner Tasche nach den restlichen Credits; richtig wehmütig hatte er eben die großzügige Verteilung der eingesackten ‘Reichtümer’ verfolgt. Doch auch die deutlichen Hinweise, dass sie auf Mitarbeitersuche waren und vor allem ein Techniker gebraucht wurde, waren auf seine offenen Ohren gestoßen.

“Entschuldigung”, begann er zaghaft, während er langsam den Finger hob. “Wenn Sie einen Techniker suchen, dann wäre ich Ihr Mann.”

Mit einem leichten Gurgeln ließ Jayne die Flüssigkeit ihres Drinks zwischen Zunge und Rachen genussvoll hindurch rinnen, während sie mit einem Ohr aufmerksam dem Gespräch der Truppe neben ihr folgte.

Einen Techniker und ein Pilot waren der Crew gerade durchgebrannt – soso. Sollte es wirklich so einfach sein an einen neuen Job zu kommen?

Mit dem Finger deutetet sie dem Wirt an er solle ihr leeres Glas wieder auffüllen – das passte gerade noch in ihr Budget für den heutigen Abend.

Dann drehte sie sich lässig auf ihrem Stuhl zur Seite und ergriff das Wort. Was hatte sie schon zu verlieren, solange das Schiff dicht war und niemand die Hygiene vernachlässigte, konnte sie mit fast allem Leben. Hauptsache sie kam weg von diesem Planeten und konnte diesen Mistkerl von einem … * vergessen.

“Ich kam ebenfalls gerade nicht umhin, Ihr Gespräch mit zu bekommen. Sie suchen auch einen Piloten?”

“Ja, da schau einer an!”, Lani lehnte sich ein wenig nach hinten und musterte zunächst den Mann, dann die Frau ausgiebig. Braune, halblange Haare, leicht frustrierte Ausstrahlung. ‘Reichlich abgebrannt, hm?’, vermutete sie insgeheim. Die Frau hingegen war eine andere Baustelle. Sie hatte eine lässige Pose eingenommen, aber Lanis Bauchgefühl sagte ihr, dass sie Temperament hatte.

Freundschaftlich landete ihr Ellbogen in Koamalus Rippengegend. “He, Du scheinst mehr Glück als Verstand zu haben!”

“Sei froh – hätte ich auf meinen Verstand gehört, wärst Du vermutlich jetzt nicht an Bord”, erwiderte Koamalu breit grinsend, ehe er sich wieder den beiden Arbeitssuchenden zuwandte.

“Ja, wir suchen ein paar Besatzungsmitglieder. Ich bin Kapitän Koamalu Kahanamoku, das ist mein erster Offizier, Lani Akamu. Die Hemolele ist ein Handelsschiff, eine Korvette der CR90 Klasse und mein Eigentum. Fracht und Passagiere sind unsere hauptsächliche Einnahmequelle.

Wer bei mir anheuern will, muss mich und Lani hier davon überzeugen, dass es eine gute Idee ist.

Abseits davon: Das Schiff ist unabhängig, auch wenn wir gelegentlich im Auftrag der Neuen Republik unterwegs sind. Wer damit ein Problem hat, sollte jetzt verschwinden. Ansonsten würde ich gerne wissen, was Sie so drauf haben"

Koamalu blickte den beiden der Reihe nach ins Gesicht und wartete auf eine Antwort.

“Ich weiß nicht, ob es vorhin möglicherweise etwas untergegangen ist, aber ich bin Kryss”, stellte er sich noch einmal vor und reichte Lani und Koamalu die Hand, setzte das Händeschütteln dann bei Roger und dem Mann mit der Kapuze fort und nickte der Pilotin zu. “Also falls es wirklich noch jemanden geben sollte, der offen FÜR das Imperium ist, der wird sich meiner Meinung nach bestimmt nicht hier auf Tatooine herum treiben. Er hätte vermutlich schneller einen Blaster im Rücken als ein Pod-Racer starten kann.”

Er prostete den anderen mit einem Lächeln zu und betrachtete den Captain und die großgewachsene Frau, die als erster Offizier vorgestellt worden war. ‘Hemolele!’ Also manche Leute hatten Namensideen für ihre Schiffe. Er konnte sich noch gut daran erinnern, als auf Yavin IV einer der X-Wingpiloten im betrunkenen Kopf seinen Flieger dick mit einer barbusigen Schönheit bemalt und groß “Sexbombe” auf den Flügel gepinselt hatte. Der Staffelkommandant war definitiv “not amused” gewesen, doch leider hatte es keine wirkliche Rolle mehr gespielt, denn das Schiff war kurz darauf abgeschossen worden.

“Ich war auf Yavin und Hoth dabei; ich denke, das klärt meine politische Haltung relativ deutlich auf”, schmunzelte er. “Zudem bin ich mehr oder weniger groß geworden auf einem YT-2000. Die Größenverhältnisse sind ein klein bisschen anders, doch ansonsten sind die technischen Gegebenheiten sehr ähnlich. Ich könnte mich; gäbe es hier eins, ein wenig weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, Sie finden hier auf diesem Sandklumpen keinen anderen, der besser auf Ihr Schiff passt als ich. Doch vermutlich wäre eine Demonstration glaubwürdiger als jegliches Geschwafel. Ich bin gerne bereit, mich Ihren Prüfungen zu stellen.”

Interessiert hatte Roger den bunten Haufen der Hemolele sowie die Bewerbungen der anderen beobachtet. Er konnte sich recht gut vorstellen wohin nach Mos Espa die ehemaligen Crewmitglieder gefahren waren und er bedauerte die beiden liebestollen Männer. In Anwesenheit anderer Frauen, deren Humor er noch nicht einschätzen konnte, wollte er es aber erst einmal für sich behalten. Insbesondere die Pilotin schien unter der Oberfläche ein wenig zu brodeln.

Dass ausgerechnet der so unglücklich ausgeknockte Kryss an zwei der wichtigsten Schlachten des Bürgerkrieges teilgenommen hatte, hätte er ehrlicherweise nicht gedacht. Auf der anderen Seite bedauerte er, dass so jemand wiederum auf Tatooine landete. Viele rühmten sich Teil der Allianz gewesen zu sein, obwohl im Schrank noch eine Imperiumsunform hing. Diesem Menschen glaubte er es aber. Warum dieser aber hier und nicht im Dienste der neuen Republik stand, war bestimmt eine interessante Geschichte.

Und Geschichten liebte der Sheriff.

Die Geschichte, wie zwei Akoni an einen CR90 rankamen, freundlich gesonnen waren und auch noch die Beute großzügig teilten … war definitiv eine Geschichte, der er vielleicht teilhaben wollte.

Das größte Interesse zog aber der Mann mit der Kapuze auf sich, während er sich einen großen Schluck aus seinem von Wuher gereichten Becher mit seinem Lieblingsgetränk gönnte. Der Barmann funkelte ihn dabei böse an und er hatte keine Zweifel, dass er Chalmun gegenüber die ganze Schuld auf ihn schieben würde. Seit Roger hier angefangen hatte, empfand Wuher ihn als Störung. Ob es daran lag, dass er etwas mit einer der Kellnerinnen gehabt hatte?

Roger schüttelte diesen Gedanken buchstäblich ab, und räusperte sich kurz. “Also bevor die Anmeldefrist schließt, werfe ich meinen Hut auch in den Ring, sobald ich ihn aus meinem Zimmer geholt habe.”, bemerkte er und zog dabei die Aufmerksamkeit wieder auf sich. "Allerdings, auch wenn ich ein wenig Erfahrung in diesen Dingen habe, möchte ich niemanden der hier Anwesenden seinen Posten streitig machen.

Da ich kürzlich zu Geld gekommen bin", mit einem Lächeln steckte er den Creditstick in die Innentasche seines Mantels, “würde ich gerne eine Passage buchen. Wenn es mir gefällt und ich mich mit meiner Erfahrung nützlich machen kann, kann ich mir durchaus vorstellen, auch anzuheuern. Als Gegenleistung könnte ich zum Beispiel Ihrem bisher namenlosen Begleiter noch drei andere Planeten im Outer Rim nennen, wo man vernünftige Plasmapfeile finden kann.”

Zu dem Dathomiri prostete er kurz augenzwinkernd zu, “Nenn mich Roger.”

Kandor ließ gerade die Hand von Kryss los, als der freundliche Hinweis des Hünen neben ihm kam, dass er sich noch gar nicht vorgestellt hatte.

Herzhaft lachte er laut auf.

“Wenn ich so freundlich gebeten werde, mich vorzustellen, dann werde ich das doch schleunigst nachholen”, grinste er schelmisch in die Runde.

Mit beiden Händen schob er die Kapuze nun vollends beiseite. Darunter kam ein freundliches leicht orangefarbenes Gesicht mit roten Augen, flammendrotem langem Haar und einer halbfingerbreiten Narbe über seiner linken Gesichtshälfte hervor. Die Narbe begann in der Mitte der Stirn und verlief bis zu den Wangenknochen. Über seiner linken Augenbraue war eine rostfarbene Tätowierung in Form von vier rautenförmigen Punkten zu sehen.

“Ich bin …”, setzte er an und machte eine theatralische Pause, bei der er einen Schritt zurück machte, sodass ihn nun alle sehen konnten, “das Monster auf der schönen Hemolele. Derjenige, mit dem man sich auf gar keinen Fall anlegen sollte.” Wieder machte er eine Pause und blickte todernst in die Gesichter der drei Aspiranten, die ihn gerade sprachlos und etwas verwirrt anstarrten.

“Ich bin … der Koch auf der Hemolele. Kandor Lai ist mein Name”, ergänzte er nun wieder lachend und legte eine vollendete Verbeugung mit einer leicht spöttischen Note vor den Versammelten hin. Als er wieder seinen Kopf hob, strahlte er wieder alle fröhlich an, als wäre nichts geschehen und fügte hinzu: “Es ist mir wahrhaft eine Freude, Sie alle kennenlernen zu dürfen. Besonders jemanden, der sich scheinbar mit altertümlichen Waffen auszukennen scheint.” Mit dem letzten Satz zwinkerte er Roger wiederum zu.

Der Sheriff prostete dem Koch zu. “Ob etwas altertümlich ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Zum Beispiel, auf welcher Seite des Energiebogens man steht.”, erwiderte Roger gut gelaunt und wandte sich wieder den beiden Akoni zu.

“Nun denn. Sie haben neben einer netten Schlägerei und ein wenig Barem auch zwei potentielle Crewmitglieder und einen Passagier gefunden. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, ist die Hemolele in Landebucht 1138 erst vor zwei Stunden aufgesetzt. Wenn das nur der Beginn dieses Tages ist, bin ich gespannt wie es weitergeht. Welche Qualifikationstests haben Sie denn für die Beiden vorgesehen?”

Normalerweise hatte Jayne weniger Probleme sich an einem Gespräch zu beteiligen. Sie war gesellig, unterhaltsam, manchmal auch komisch. Aber nur wenn sie zu viel getrunken hatte. Im Moment jedoch war sie angesichts der showreichen Vorstellungen des Koches doch ein wenige baff. Wie gerade eben an der Tür hatte sie zum Sprechen ansetzten wollen, dann jedoch verwundert und unverrichteter Dinge den Mund wieder geschlossen.

Nun ergriff sie wieder ihre Chance und schob ihre Hand nach vorne, bevor jemand erneut Luft holen konnte, um zu sprechen. Ein altes Begrüßungsritual der Menschen, etwas aus der Mode gekommen, manchmal aber immer noch hilfreich – das Händeschütteln.

“Jayne Flyingpaw, hallo! Ich fliege Ihnen sicher alles, was einen Antrieb hat. Vom kleinen Gleiter bis hin zu einem großen Kreuzer. Wenn Sie auf einen Test bestehen – gerne, ich bin zu allem bereit.”

Koamalu ergriff vorsichtig die Hand der Pilotin, erwiderte ihre Geste und blickte daraufhin in die Runde:

“Nun gut, dann hätte ich einen Vorschlag: Ich für meinen Teil trinke jetzt erst einmal in Ruhe dieses bunte Etwas aus”, er deutete auf seinen Drink.

“Danach vertagen wir uns auf die Hemolele. Sie hatten im übrigen Recht, Sheriff. Die Hemolele liegt in Bucht 1138 und wird gerade entladen. Ich würde Sie alle bitten, mich dorthin zu begleiten.”

Jetzt übernahm der Kommandant in Koamalu, während er routiniert seine Crew einteilte: "Ms. Flyingpaw, Mr. Kryss, Lani und ich werden uns an Bord noch mal etwas näher unterhalten und sehen, ob wir uns handelseinig werden.

Kandor, Du bringst bitte den Sheriff zwischenzeitlich in ein Quartier der ersten Klasse ein. Unser nächstes Ziel ist Ando, bis dahin geht der Aufpreis von der Holzklasse auf meine Rechnung – ich habe schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt wie heute. Danach allerdings gelten die normalen Passagiertarife."

Zustimmendes Gemurmel erhob sich um ihn herum, worauf Koamalu sich zufrieden einen weiteren Schluck genehmigte.

Chronik 2: Probearbeiten und Marktbesuche

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