Hemolele

Chronik 3: Von Mäusen und Märkten

Mos Eisley, Markt

Roger lachte laut und klopfte Kandor freundschaftlich auf die Schulter. “Das, mein lieber Freund, ist eine sehr lange Geschichte. Die ich dir gerne mal erzählen werde… aber nicht hier.”, dem verwunderten Blick des Dathomiri schuldete er zumindest eine kleine Erklärung. “Die Kurzfassung lautet: Wenn man selber keine Heimat mehr hat, muss man sich eine neue suchen. Auf der Suche danach habe ich viele Spezies kennen-”, mit einen Augenzwinkern zu den beiden Togruta, “und lieben gelernt.”

Die Zwillinge lachten auf und verschmitzt lächelnd fuhr der Sheriff fort, als sie weiter auf den Stand zugingen. “Meiner Meinung nach kann man eine Spezies erst dann richtig verstehen, wenn man ihrer Sprache mächtig ist. Vieles geht bei der Kommunikation auf Basic verloren oder ist sogar missverständlich.”

Nachdenklich erreichten sie einen Stand, der verschiedene Arten von Gemüse feilbot und Roger wog eine faustgroße Kolbfrucht in der Hand. “Zabrak, sagst du … auf Iridonia war ich tatsächlich noch nie. Allerdings auf Dathomir…”, seine Miene verzog sich ein wenig, “Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass es da schön wäre. Ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel…”

Kandor lachte gequält auf. “Ich kenne Dathomir nur aus den Geschichten meiner Mutter. Wenn nur ein Fünftel der Bevölkerung so ist, wie sie war, dann ist das die Hölle auf Erden. Und ich rede hier nicht davon, weil sie ein Matriarchat führen”, stellte er düster fest. “Nein, ich werde Dir das absolut nicht übelnehmen, aber das ist alles nur ein Witz gegen den Planeten, auf dem sie mich aufgezogen hat.”

Der Koch zog das Datenpad unter seiner Robe hervor und machte ein paar Eingaben. Offensichtlich wollte er nicht mehr über das Thema reden. Dann drehte er sich zu den Zwillingen um und sprach die eine an, während er ihr das Pad sowie den zuvor von Roger erhaltenen Credstick gab: “Bitte, Mira-Ti, schau mal, ob wir diese zusätzlichen Dinge hier bekommen, das soll eine Überraschung werden. Ich denke, das ist passend, oder was meint ihr?”

Mira-Ti nahm beides entgegen und blickte auf die Daten, dann grinste sie und gab beides an ihre Schwester weiter. “Das ist wirklich eine schöne Idee, Kandor…”, lächelte sie, “… und wird bestimmt sehr gut ankommen”, stellte auch Mara-Ta fest.

“Wärst Du bitte so lieb und bleibst bei den beiden, während ich kurz den Laden hinter dem Stand aufsuche?”, bat Kandor Roger unvermittelt und machte sich in Richtung des Spirituosen- und Medikamentenladens davon.

“Kandor!”, riefen die Zwillinge gleichzeitig missbilligend. Ihre Gesichter zeigten mehr als deutlich ihre Ablehnung. “Ist das denn wirklich immer noch notwendig?”, fragte Mira-Ti traurig. Aber Kandor reagierte nicht auf Ihre Frage und verschwand in dem Laden.

Kopfschüttelnd wandten sie sich Roger zu: “Kommen Sie, schauen wir, ob wir die zusätzlichen Zutaten finden.”

“Das ist zumindest eine seine besseren Ideen heute”, ergänzte Mara-Ta verärgert.

Verdutzt blickte Roger dem Dathomiri hinterher, während er langsam hinter den beiden Zwillingen herging. Waren die Togrutas wirklich so ungehalten, weil Kandor die Alkoholvorräte auf der Hemolele auffüllte? Oder hatte der Koch selber etwa ein Alkoholproblem? Bei dieser Vorstellung brummte der Sherriff missbilligend und die Schnurrbartenden neigten sich kurz ein wenig nach unten. Er würde das im Auge behalten. So gut er seinen neuen Kollegen leiden konnte, er hatte schon zu viele Wesen kennengelernt, die aufgrund der einen oder anderen Sucht dem Abgrund entgegen gegangen waren. Das wäre schon schlimm genug, aber zumeist wurden noch andere mitgezogen.

Er spürte den Blick der Togruta auf sich und setzte wieder ein Lächeln auf, welches unisono erwidert wurde. “Ich komme schon, meine Damen, keine Sorge. Bitte gehen Sie Ihren Geschäften nach, ich halte mich im Hintergrund.”

Die beiden Damen nickten und kamen dem eilig nach. Sie diskutierten eifrig mit dem Verkäufer der Waren des Marktstandes und wurden schließlich schnell einig. Wie schon bei den anderen Waren ließen sie diese zur Hemolele transportieren. Zur Bezahlung verwendeten Sie den Credstick, den Kandor von Roger für das Kopfgeld erhalten hatte. Nach zwei weiteren Ständen fragte Mara-Ta schließlich Roger: “Bitte, erzählen Sie uns doch, woher Sie unseren Kandor kennen, während wir auf ihn warten.” Neugierig blickten sie ihn an.

Roger blickte auf, als die Togruta ihn wieder ansprachen. Er hatte gerade noch an die kurze, aber herzliche Verabschiedung von seinen Freunden gedacht, die zwischen seinem Auszug aus der Cantina und dem Kopfgeldjägerzwischenfall stattgefunden hatte. Der Alderaaner hatte viele Freunde auf vielen Planeten, was für einen weitgereisten Mann keine Seltenheit war. Insbesondere, wenn eines seiner Hauptanliegen die Gerechtigkeit war.

Ein wenig Wehmut hatte er schon dabei empfunden, aber die Freude auf das Neue hatte schon längst wieder die Oberhand ergriffen. Die Hemolele war sicherlich ein interessantes Schiff. Die beiden Akoni, die das Schiff führten, waren fast irritierend rechtschaffen, was tatsächlich bedeuten könnte, dass Roger es länger als ein paar Monate dort aushalten könnte. Wenn sie zudem wirklich ein paar Aufträge für die neue Republik ausführen würden, könnte er vielleicht sogar etwas von seiner gefühlten Schuld, sich nicht der Rebellion angeschlossen zu haben, abtragen.

Roger lächelte und war wieder im Hier und Jetzt. “Ich habe Kandor hier in Chalmuns Cantina kennengelernt, nach … nachdem ich dort ein wenig aufgeräumt hatte.”, verschmitzt hoben sich die Enden seines Schnurrbartes nach oben bei dieser Umschreibung. Plötzlich fiel ihm etwas ein. “Das hätte ich fast vergessen.”, der Sheriff kramte in einer innen liegenden Manteltasche, “Wir kamen ein wenig ins Gespräch über das hier.”, er öffnete die Schachtel mit den Plasmapfeilen.

“Kandor hatte es vor lauter Aufregung liegen gelassen. Ich weiß, wie schwer es ist, so etwas zu beschaffen; da sollte man schon gut drauf aufpassen. Ihr wisst nicht zufällig, wofür unser lieber Koch die benötigt? Er geht ja schließlich nicht jagen, oder?”

Mos Eisley, Spirituosen und Medikamentenladen, währenddessen

Kandor hatte die beiden Zwillinge sehr wohl gehört und es war ihm äußerst schwer gefallen, sie zu ignorieren. Aber er wollte nicht vor Roger mit ihnen darüber diskutieren. Er ging davon aus, dass die Zwillinge die Alkoholvorräte der Hemolele hatten auffüllen lassen. Von Alkohol hatten sie weit mehr Ahnung als er. Zudem vertrug er wahrhaftig nicht viel. Die beiden Schwestern würden ihn ohne sich anstrengen zu müssen unter den Tisch trinken. Einem Impuls folgend, ließ er seinen Blick über die unterschiedlichen Alkoholika im Laden schweifen und blieb schließlich an einer verstaubten Flasche hängen … 20 Jahre alter Alderaanischer Whisky. Der Preis betrug mehre 100 Credits. Wahrscheinlich der reinste Wucher. Aber das interessierte Kandor wenig. Seine Miene hellte sich auf und er grinste vor Vorfreude. Rogers Schaden sollte es nicht sein, dass er für ihn auf die beiden Togruta aufpasste. Er lächelte fröhlich und bedeutete dem Verkäufer, diese Flasche als Geschenk einzupacken. Schließlich ließ er sich noch mehre Packungen spezieller Schlaftabletten geben und bezahlte alles mit einem Credstick. Die Tabletten schob er in eine der vielen Taschen unter seiner Robe. Den Whisky nahm er in der Geschenkpackung in die Hand und verließ den Laden.

Er machte sich auf den Rückweg zu den anderen. Natürlich hätte er die Tabletten im Geheimen kaufen können, aber dann hätte er nur das Gefühl gehabt, die Zwillinge zu betrügen. Sie gaben sich große Mühe, ihm bei seinem Problem zu helfen. In der Tat hatten sie schon große Fortschritte während ihrer gemeinsamen Zeit gemacht. Doch sie waren immer noch da, die gottverdammten Alpträume, so real, als ob er wieder auf diesem verwünschten Planeten wäre. Als ob er wieder verfolgt und jede Minute um sein Leben kämpfen musste. Tausende Lektionen zum Überleben – töten um zu leben, seine Verfolger oder die zahlreichen Raubtiere, die ihn als Beute ansahen. Wenn er einen dieser Träume gehabt hatte, sah seine Kabine wie ein Schlachtfeld aus. Eines Tages würden diese Träume aufhören und dann würde er dieses Zeugs nicht mehr benötigen, um traumlos durchzuschlafen. Dann würde er auch der Mann sein können, den die beiden Togruta verdient hätten. Aber das würde noch ein sehr weiter Weg sein. Es gab sehr vieles, das er vorher ins Reine bringen musste. Und das Allerletzte, was er wollte, war, Mara-Ta oder Mira-Ti zu verletzten und sei es nur unwissentlich im Schlaf.

Hemolele, Kommandobrücke

Zufrieden stand Koamalu auf, während die ersten Reinigungsdroiden bereits auf die Brücke surrten. Gute 4G Gravitationskraft in wechselnden Vektoren hatte seine Kandidatin ausgehalten, was an sich bereits bemerkenswert war. Sein Waffensystemoffizier zeigte die eher übliche Reaktion auf die schnellen Wechsel im künstlichen Gravitationsfeld des Schiffes anschaulich auf.

Noch wichtiger war jedoch, dass Jayne Flyingpaw die erste Person war, die es geschafft hatte, das Schiff in dieser Simulation in einem Stück bis zum Ziel zu bringen. Er würde sich jedoch hüten, ihr das ins Gesicht zu sagen, ehe die Verhandlungen um den Sold abgeschlossen waren…

Er trat auf die Pilotin zu: “Das war gute Arbeit, Ms. Flyingpaw. Das waren ein paar beeindruckende Kunststücke, die Sie mit der guten Hemolele durchgezogen haben. Bitte folgen Sie mir doch in mein Büro, dort können wir uns in Ruhe unterhalten.”

“Sehr gerne”, antwortete Jayne mit einem Nicken und folgte Koamalu, der bereits auf das offene Backbordschott der Brücke zuhielt.

Hemolele, Büro des Captains

Nachdem beide Platz genommen hatten, kam Koamalu sofort zur Sache: "Wenn Sie wollen, haben Sie den Job.
Der Sold entspricht dem Standard der Handelsflotte der neuen Republik, Kost und Logis sind darüber hinaus inbegriffen. Sie wissen, dass ich gelegentlich Kurieraufträge für die Flotte der neuen Republik fliege. Allerdings sind üblicherweise unsere Flüge völlig unspektakulär. Vielleicht noch von dem üblichem Piratenpack einmal abgesehen, das sich im Outer Rim herumtreibt.

Ihre Vergangenheit ist hier auf diesem Schiff unerheblich – mit einer Ausnahme: Wenn ein Kopfgeld auf Sie ausgesetzt ist oder irgendein Kredithai noch ein Hühnchen mit Ihnen zu rupfen hat, ist hier und jetzt der Zeitpunkt, diesen Punkt auf den Tisch zu bringen."

Er ließ dies einen Moment wirken, ehe er weitersprach: “Also, wie sieht es aus?”

Jayne hielt für einen kurzen Moment die Luft an, faltete die Hände ineinander und legte sich im Geiste ihre folgenden Worte zurecht. Sie wollte den Job auf jeden Fall. Und sie wollte so schnell wie möglich weg von diesem Planten. Gleich würde es spannend werden, auch wenn ihre Verhandlungsposition äußerst ungünstig war. Jetzt hieß es, guten Willen zeigen.

Für einen kurzen Moment hatte sie noch überlegt, Koamalu ihre Schulden zu verheimlichen und einfach abzuhauen. Das Outer Rim war groß und wie hoch standen schon die Chancen, in den nächsten Jahren genau auf diesem Planeten wieder vorbei zu kommen? Vielleicht hätte sie ja Glück gehabt und der Gasthausbetreiber würde angesichts seines Alters bald abdanken oder ihre Rechnung wirklich vergessen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass sich ihre Probleme so gelöst hätten.

Doch nein, es war eine Sache, gegen das Imperium zu kämpfen und selbigem Schaden zuzufügen. Auch war sie mit Sicherheit kein Engel, wenn es darum ging, Regeln einzuhalten, doch sie hatte das ungute Gefühl, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, an dem es vielleicht doch nicht schaden konnte, sich nicht sofort wieder Feinde zu machen.

“Ich würde den Job sehr gerne annehmen und der Sold wäre für mich vollkommen in Ordnung. Aber ja, da gibt es tatsächlich etwas, das sie noch wissen müssten, Captain.”, begann sie nun vorsichtig und versuchte, ihrem Gesichtsausdruck eine diplomatische Note zu verpassen. Obwohl sie innerlich vor Wut kochte. Wenn sie diese kleine Ratte von einem … nein, sie schweifte ab.

“Ich habe leider ein paar offene Rechnungen, die zwar aktuell noch kein Problem darstellen sollten, allerdings durchaus Potential hätten, ein solches zu werden, sollte ich sie nicht bis Ende der Woche begleichen können. Leider gab es vor kurzem einen kleinen Zwischenfall, der wohl verhindern wird, dass
ich diese … Ausstände selbst bezahlen kann.”

Eine kurze Pause entstand, in der die Pilotin versuchte im Gesicht ihres Gegenübers eine Reaktion zu erkennen. ‘War ihr Koamalu wohl gesonnen?’

‘Riskiere es, mehr als nein sagen und dich vom Schiff jagen kann er ja wohl nicht tun! Und dann kannst du immer noch abhauen, so wie du es schon immer gemacht hast!’

‘Wohl wahr, liebes Unterbewusstsein! Und nun Ruhe!’

“Daher müsste ich Sie wohl gleich zu Anfang um den Gefallen bitten, mir einen kleinen Vorschuss auf meinen Sold zu geben, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, bevor wir abreisen.”

Eine Augenbraue Koamalus wanderte nach oben, während er Jayne einige Sekunden musterte. Ihm waren die unscheinbaren Regungen im Gesicht der Pilotin nicht entgangen. Es war also definitiv eine Geschichte mit … Nuancen. Wie jeder im Outer Rim hatte also auch Jayne Flyingpaw ihren Anteil an Geheimnissen, die sie mit sich herumtrug. Was für ihn an sich erst einmal kein Problem war.

Viel wichtiger war die Tatsache, dass seine Intuition die Pilotin als loyal einstufte. Und nachdem ihn diese Intuition durch die gesamte Rebellion hindurch am Leben erhalten hatte, vertraute er mittlerweile beinahe zu blind darauf.

‘Ihr Talent steht definitiv außer Frage’, sinnierte er im Stillen vor sich hin. ‘Mal davon abgesehen könntest du problemlos eine Außenstelle der Bank von Iokua Akoni aufmachen, wenn man berücksichtigt, wer an Bord alles Schulden bei dir abstottert.’ Manchmal war er wohl einfach zu gutmütig.

“Nun gut, Ms. Flyingpaw”, fuhr Koamalu fort, “so soll es sein. Ich bin bereit, Ihnen einen Vorschuss bis maximal 10.000 Credits zu gewähren. Dafür werde ich in den kommenden Monaten jeweils die Hälfte Ihres Soldes einbehalten, bis Sie den Vorschuss abbezahlt haben. Gehen Sie früher von Bord, erwarte ich die sofortige Rückzahlung des noch ausstehenden Betrages.”

Das erleichterte Aufatmen, das von Jayne Flyingpaw nicht ganz unterdrückt werden konnte, entging dem Captain der Hemolele keineswegs.

Er streckte ihr seine Hand entgegen und schloss: “Sind wir im Geschäft?”

“Ja, das sind wir. Ich danke Ihnen.”, antwortete Jayne mit fester Stimme und ergriff die Hand des Captains.

Während beide aufstanden, verschwendete sie einen kurzen Moment daran, nachzurechnen, wie lange es dauern würde, ihre Schulden bei Captain Kahanamoku auf dem von ihm vorgeschlagenen Weg loszuwerden. Sie würde den ihr angebotenen Kredit nicht ganz ausschöpfen müssen, um ihre Probleme hier auf Tatooine zu lösen. Nichtsdestotrotz würde es etwas mehr als zwei Jahre dauern, bis sie alles zurückgezahlt hatte. Es war ein unangenehmes Gefühl, sich so lange in eine gewisse Abhängigkeit zu begeben.

Andererseits hätte es sie wohl auch bei weitem schlechter treffen können. Würde sie das Angebot nicht annehmen, würde sie garantiert in einer Arrestzelle landen, sollte sie nicht aufpassen. Ob nun auf Tatooine oder hier auf der Hemolele. Nicht, dass sie Angst davor gehabt hätte, doch von ‘Kost und Logis frei’ konnte sie dort wohl nur träumen.

Aus tiefstem Herzen schwor sie sich ein weiteres Mal an diesem endlosen Tag, Eric den Hals umzudrehen. Nachdem sie sich ihr Geld zurückgeholt hatte. Ihre Liebe und ihre Träume waren verloren, doch nicht ihr Schmerz, die Enttäuschung und Kränkung, die er zurück gelassen hatte. Sie würde alles in ihrem Inneren wegschließen und bewahren, bis sie den Mistkerl in die Finger bekam. Er würde dann nichts mehr zu lachen haben.

“Wann werden wir starten?”

“Vermutlich morgen im Laufe des Tages. Die Fracht wird immer noch gelöscht und bei der Geschwindigkeit, in der die hiesigen Dockarbeiter zu Werke gehen, wird die neue Fracht vermutlich frühestens morgen Vormittag verstaut sein. Sie haben also genug Zeit, Ihre Angelegenheiten zu Ende zu bringen und sich hier einzuquartieren.
Wenn Sie alles beisammen haben, wenden Sie sich bitte an Kandor, unseren Koch und Quartiermeister, er wird Ihnen eine Kabine zuweisen. Sie haben ihn in der Cantina ja bereits kurz kennengelernt.
Alles Dienstliche können Sie direkt mit Lani Akamu klären, sie hält hier die Crew am Laufen.
Und: Willkommen an Bord!”

Tatooine, Mos Eisley, Markt

“Das glaube ich jetzt nicht”, entfuhr es Mara-Ta beim Anblick der Plasmapfeile

“Er hat wirklich welche gefunden!”, rief Mira-Ti vor Freude jauchzend auf.

“Damit können wir…”, stellten sie mit leuchtenden Augen fest, " … endlich wieder zusammen Jagen!"

Die beiden Togruta waren so begeistert, dass ihre Reißzähne zu erkennen waren. Normalerweise vermieden sie es unter allen Umständen, wenn sie mit anderen Spezies zusammen waren, dass diese wahrgenommen werden konnten. Sie wollten unbedingt einen falschen Eindruck vermeiden.
“Und Sie haben…”, redeten die beiden aufgeregt weiter, “… darauf aufgepasst. Das ist ja … fast so als würden Sie … zu unserer Crew gehören!”, freuten Sie sich.
“Oh, entschuldigen Sie bitte…”, bemerkten sie schließlich ihren Fauxpas, “… das ist uns jetzt aber peinlich”, und hatten sich wieder schnell unter Kontrolle. Ihre Wangen röteten sich leicht, wobei nun nicht klar war, ob das nun aufgrund ihrer Zähnen oder ihrer Freude war.

“Aber um Ihre Frage zu beantworten…”, wollten sie von sich ablenken, “… wir gehen zusammen auf die Jagd, um frisches Fleisch für die Crew zu besorgen.”

“Aber natürlich nur…”, stellten sie klar, “…wenn es entsprechend möglich ist.” Nicht, dass der Sheriff einen falschen Eindruck von ihnen bekam.

Doch der stand ziemlich verdutzt dreinschauend vor den Zwillingen. Er wusste um die Jagdkultur ihres Volkes, aber dass diese beiden Togruta so begeistert reagierten, überraschte ihn schon. Und bevor er noch weiter reagieren konnte, hatte jede der beiden ihm einen Kuss auf die Wange gegeben. Dann ließen Sie ihn genauso unvermittelt stehen und rannten lachend auf Kandor zu, der soeben weiter hinten aus dem Laden getreten war.

Kandor hing noch ein wenig seinen Gedanken nach, als er das fröhliche Lachen der Zwillinge auf sich zukommen hörte. Er hob den Kopf und beobachtete, wie sie geschmeidig auf ihn zu rannten.

“Kandor, Du hast tatsächlich welche gefunden. Du bist ein Schatz!”, klang es von unterwegs und als sie bei ihm ankamen, umarmten sie ihn herzlich und gaben ihm ebenfalls einen Kuss auf die Wange.

Der Dathomiri war etwas verwirrt darüber, dass die beiden nun weit besser gelaunt waren, als in dem Moment, als er sie verlassen hatte, um die Tabletten zu besorgen. Vor Verlegenheit lief er rot an und fragte vorsichtig nach: “Was habe ich denn gefunden, dass euch so glücklich macht?”

“Na, die Pfeile…”, lachte Mara-Ta, “…Du hast die Pfeile bekommen”, freute sich auch Mira-Ti. “Endlich können wir alle drei wieder zusammen jagen gehen!”

Kandor ließ sich von ihrer guten Stimmung mitreißen und stimmte nun fröhlich in das Gelächter mit ein: “Ich habe es euch doch versprochen. Und ich halte meine Versprechen.”
‘Das kann nur bedeuten, dass der Sheriff die Pfeile eingepackt hatte, die ich liegengelassen habe. Was habe ich auch für ein unverschämtes Glück’, dachte der Koch und beobachtete, wie der Alderaaner zu ihnen aufschloss.

“Sag mal, was hast Du…”, begannen die Zwillinge zu fragen, “… denn in Deinen Händen?”

Kandor blickte auf die bunt verpackte Whiskyflasche. “Das ist ein Geschenk für Roger. Dafür, dass er uns in unserer Not so geholfen hat und auch dafür, dass er die Plasmapfeile mitgebracht hat”, und reichte Roger die Geschenkpackung. Dazu zwinkerte er ihm zu und ergänzte verschwörerisch: “Wenn Du Gesellschaft bei der Vernichtung des Inhalts brauchst – ich opfere mich gerne für ein Glas. Aber nur ein einziges.”

Bevor aber Roger etwas erwidern konnte, warfen Mara-Ta und Mira-Ti dazwischen: “Mehr kannst Du auch nicht, denn dann liegst Du unterm Tisch!”, und lachten fröhlich.

Kandor stimmte in das Lachen mit ein und drückte Roger das Geschenk in die Hand.

Roger lächelte freudig und nahm das Paket mit einem “Das wäre doch nicht nötig gewesen…” Alkohol schien wohl nach diesen Aussagen kein Problem des Dathomiri zu sein, was zum einen erleichternd war, aber dennoch die Frage hinterließ, was die Togruta eben gemeint hatten. Diesen Gedanken schob er aber beiseite und begann unter dem Drängen der Zwillinge, das Geschenk zu öffnen.

Ungläubig weiteten sich die Augen des Sheriffs, als er den Schriftzug las. “Alderaanischer Whisky…”, hauchte er und seine Hände umfassten die stabile Flasche, als ob er plötzlich ein rohes Ei in den Händen hielt. Roger hatte an diesen Markt nie einen zweiten Gedanken verschwendet, geschweige denn an den Spirituosenhändler. Wenn er Alkohol wollte, ging er in die Bar, er selber lagerte in seinem Zimmer so gut wie nie einen. Zumindest wenn er alleine war.

So unverhofft ein Artefakt aus seiner vor fünf Jahren gewaltsam erloschenen Heimatwelt in Händen zu halten, ließ viele vergrabene Gefühle hochkommen. Auf seinem Gesicht spiegelten sich Trauer und Wehmut wieder, so dass Mara-Ta und Mira-Ti ihn schon sorgenvoll anschauten. Langsam kniete Roger nieder und nahm seinen Seesack vom Rücken. Er öffnete ihn und entnahm ihm ein großkalibriges Blastergewehr. Die Flasche packte er behutsam und sicher in den frei gewordenen Raum, sodass sie von allen Seiten gut gepolstert war. Danach zog er den Seesack wieder zu, stand auf und schulterte sein Gepäck und das Gewehr.

Seine freie Hand legte er auf Kandors Schulter und blickte ihm tief in die Augen, seine Gefühle wieder weitgehend unter Kontrolle habend. “Vielen Dank, mein Freund. Wenn es soweit ist, die Flasche zu öffnen, wirst du mein Ehrengast sein.”

Roger nahm die Hand wieder runter und setzte ein leicht gezwungenes Lächeln auf. “Ich denke, wenn wir hier jetzt alles eingekauft haben, sollten wir uns auf den Weg machen.”, sprach er ungezwungen weiter. Es war offensichtlich, dass das Thema Alderaan für ihn für diesen Moment abgeschlossen war. “Ich für meinen Teil freue mich auf eine Unterkunft der ersten Klasse und auf die restliche Besatzung. Es gibt bestimmt viele interessante Geschichten, die allein ihr drei zu erzählen habt. Und ich möchte sie alle hören.”

Der Dathomiri lächelte. Ja, Geschichten konnten sie einige erzählen, aber ob sie wollten, das stand auf einem Blatt. “Wenn es soweit ist, gib Bescheid, dann leiste ich Dir sehr gerne Gesellschaft”, nahm er die Einladung des Sheriffs nichtsdestotrotz sehr gerne an.

Kandor warf einen fragenden Blick zu den beiden Schwestern, der wohl ‘haben wir alles bekommen?’ hieß und bekam ein fröhliches Grinsen zurück. Er deutete das mal als Zustimmung und mit einem “Na, dann mal los mit uns. Ab nach Hause!” stimmte er dem Vorschlag Rogers zu und freute sich, dass das Geschenk gut angekommen war.

Die Frage allerdings, wofür Roger das großkalibrige Blastergewehr verwendete, sparte sich Kandor. Es gab zwei Arten – entweder für die Kopfjagd auf andere intelligente Lebewesen oder aber auf die Jagd von größeren Lebewesen. Beides war nicht unwahrscheinlich. Wenn man aber bedachte, dass der Sheriff über eine Lizenz der Kopfgeldjägergilde verfügte, dann war das Erstere wahrscheinlicher. Der Koch mochte im Allgemeinen keine Kopfgeldjäger. Sie waren gewissenlos und scherten sich einen Dreck um andere Lebewesen. Dieser hier schien anders zu sein. Der Alderaaner schien einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu haben und war hilfsbereit. Der Dathomiri hatte ein gutes Gefühl bei diesem Mann. Er erinnerte ihn an seine Freund Roark. Allein schon von seiner Statur, aber auch von seiner Art. Er vermisste den Wookie. Es war, obwohl am Abgrund, eine gute Zeit, die sie zusammen verbracht hatten. Sie würde nie weitergehen. Roark war tot. Und eines Tages würde er seine Überreste nach Kashyyk heimbringen und seinen Namen reinwaschen.

Hemolele, Maschinenraum

“Nun”, begann Kryss und legte die Stirn in Falten. “Basic ist diese Sprache auf jeden Fall nicht.”

Er überprüfte ein paar Einstellungen für die Energiemodulation, während der Droide langsam zwischen ihnen hin und her blickte und mit seiner seltsamen Geräuschkulisse weitermachte. “Die Energiewerte sehen gut aus. Daran kann es eigentlich nicht liegen. Möglicherweise ist das einfach die Grundsprache, die eingestellt ist. Sie sagten ja, er wäre sehr alt. Vielleicht können wir deswegen nichts damit anfangen.”

Er überlegte, was sie tun konnten, um das möglicherweise grandiose Wissen aus den Datenbanken des metallischen Kerls zu extrahieren, aber ein wenig ratlos war er schon.

“Was ist das Älteste an Droide an Bord dieses Schiffes? Vielleicht kann der uns in Sachen dolmetschen ein wenig unter die Arme greifen. Die Kameraden hier haben es untereinander immer schon geschafft, sich verständlich zu machen.”

Ein etwas gequältes Grinsen huschte über Lanis Gesicht. “Nun, vielleicht brauchen wir nicht unbedingt unseren ältesten Droiden zu fragen…”, sie legte ihren Finger an ihre Nase und dachte nach, dann fuhr sie fort: "Wir haben einen Protokolldroiden an Bord, der eine gewaltige Anzahl an Idiomen spricht – zumindest sagt er das, beweisen konnte er alle natürlich bislang nicht.

Allerdings …“, sie schüttelte sich kurz angewidert,” verspüre ich gerade so gar keine Lust, Proto herzurufen."

Das alte Blechding vor ihnen hatte nicht aufgehört zu quatschen. Moment mal! Hatte der nicht beim letzten Anschaltversuch auf ihre Ansprache reagiert?

Sie wandte sich an den Droiden und versuchte es einfach: “Droide, verstehst Du Basic?”, der Kopf des Droiden wandte sich ihr zu. Er nickte und Lani bemerkte eine schwache Rauchfahne an seinem “Halsgelenk”. Oder bildete sie sich das nur ein? Nun war da nichts mehr.

Der Droide redete weiter, das war ja der reinste Wasserfall. Ob das eine Art Vorläufermodell des Protokolldroiden war?

“Halt – Droide, wenn Du Basic verstehst, dann sprich doch bitte darin mit uns!”, nun wurde sie doch etwas ungehalten.

“… gar kein Problem!”, schaltete der Robot mitten im Satz um. “Ich hatte gerade bemerkt, wie seltsam mir hier die Technik vorkommt und nachgefragt, in welchem Jahr wir uns befinden? Außerdem wüsste ich gerne, welches Schiff das hier ist und mit wem ich eigentlich die Ehre habe? Abgesehen einmal davon…”, Lani schlug theatralisch die Hände vor die Augen. “Halt die Klappe, Droide!”, herrschte sie ihn an und der Redeschwall stoppte abrupt.

Lani schüttelte den Kopf und wandte sich Kryss zu. “Kaum zu glauben, oder? Der hier würde sich gut mit Proto verstehen”, sie seufzte.

“Habe ich mir den Rauch vorhin eingebildet? Vielleicht sehen Sie zu, dass sie seine verworrenen Speicherbänke möglichst bald gesichert bekommen…”

“Ich glaube”, begann Kryss und checkte ein weiteres Mal die Energiewerte, “diesen Proto sollten wir mal mit unserem Kamerad hier in einen Raum sperren. Da kommt bestimmt einiges an interessanten Dingen heraus.”

Er nahm belustigt Lanis gequälten Gesichtsausdruck auf, als er den Namen Proto aussprach. Anscheinend war das ein spezieller Fall von Protokolldroide, den sie hier an Bord hatten. Wobei, waren nicht alle Protokolldroiden so? Hm, so wie er sich erinnerte, war ihm dahingehend auch noch kein normales Modell unter die Finger gekommen. Spleenig waren sie alle. Und meistens nervig. Zum Glück wusste Kryss technisch damit umzugehen. Kurze Drohungen in Richtung Betriebssystemoptimierungen brachten manchmal wahre Wunder.

“Der Rauch kommt bestimmt von dem Halsservo. Die Energiewerte sind immer noch gut, da scheint also für die Datenbanken keine Gefahr zu bestehen. Sollte also unbedenklich sein, solange Sie ihn nicht zu einem Tänzer umprogrammieren wollen.”

Wenn der Droide Augenbrauen gehabt hätte, in diesem Moment hätte er sie ganz bestimmt schnell in die Höhe gerissen. So fing er nur verbal an zu protestieren, die Änderung an seiner Systemsoftware doch ja nicht vorschnell zu beschließen, schließlich wäre er ihnen in seinem aktuellen Zustand doch bestimmt viel mehr von Nutzen, als in irgendeinem schummrigen Etablissement als Tanzattraktion verheizt zu werden. Kryss lachte auf und stoppte den Redefluss, indem er trocken bemerkte, es wäre nur ein Witz gewesen.

“Ein Witz? Oh, … ja, davon habe ich schon gehört”, stotterte der Droide beinahe. “Das ist diese sprachliche Besonderheit, die ich noch nie so richtig verstanden habe.”

Jetzt war es an Kryss, die Augenbrauen zu heben und Lani einen vielsagenden Blick zuzuwerfen.

“Gut, dann würde ich sagen, wir sparen uns erst einmal weiteren Humor und befassen uns mit Wichtigem. Erst einmal, besteht irgendeine einfache Möglichkeit, von deinen eingebauten Datenbanken ein brauchbares Backup zu erstellen? Also eins, was mit unseren Computern kompatibel ist?”

Der Droide warf einen Blick im Maschinenraum umher, anscheinend um die Systeme abzuschätzen, die auf der Hemolele zum Einsatz kamen.

“Ich bin mir nicht sicher. Schließlich bin ich kein Mech-Droide, aber so wie es aussieht, wäre die einfachste Variante, mich mit einem anderen Protokolldroiden zusammen zu schließen. Hatten Sie nicht erwähnt, dass sich ein solcher hier an Bord befindet?”

Der Techniker verschluckte ein Kichern und blickte zu Lani. Anscheinend war nun doch Protos Hilfe von Nöten.

Hemolele, Schleuse

Proto wartete geduldig am Eingang der Schleuse. Inzwischen waren mehr als zwei Stunden vergangen, nachdem er von Kandor die Nachricht über den ominösen Sheriff bekommen hatte. Seitdem waren unterschiedliche Leute in der Landebucht unterwegs gewesen.

Einige Boten hatten die unterschiedlichsten frischen Lebensmittel, Kräuter und Gewürze an Bord gebracht. Aber von diesem Sheriff keine Spur.

Inzwischen waren der Captain sowie sein erster Offizier Frau Akamu wieder an Bord. Sie hatten zwei weitere Personen mitgebracht und waren im Schiff mit ihnen verschwunden. Aber selbst die beiden konnten ihm nicht sagen, wann der Sheriff auftauchen würde.

Zum Glück konnte sie ihm aber mitteilen, dass es sich hierbei um ein männliches Exemplar handelte. Er hatte daher gleich den Auftrag erteilt die Blumen wieder aus dem Quartier zu entfernen. Frau Akamu hatte das mit einem Schmunzeln quittiert. Damit konnte er nun gar nichts anfangen. War das nun gut oder war das schlecht, fragte er sich. Dabei macht er doch nur seine Arbeit. Warum machten diese natürlichen Lebensformen ihm auch immer die Arbeit so schwer. Mit diesen seltsamen Emotionen wie Witz oder Launenhaftigkeit kam er nun gar nicht klar. Da brannten ihm eher ein paar Logikschaltungen durch.

Er blickte auf den Boden der Schleuse und schüttelte den Kopf. Überall Sand, stellte er fest. Sofort beorderte er einen Putzroboter her, der die Schleuse säubern sollte. Schließlich mussten sie einen ordentlichen Eindruck machen. Er seufzte innerlich, er freute sich geradezu auf ein Ölbad über die Nacht. Dieser Sand drang in alle Ritzen ein. Wirklich lästig.

Hemolele, Gänge

Regal seufzte, eigentlich hätte er noch gern zugesehen wie sich der “Neue” mit dem Droiden rumgeplagt hätte. Vielleicht hatte dieser ja eine zündende Idee. Aber stattdessen stand er nun da und hatte eine vertrocknete Maus zu entsorgen. Also wohin damit, fragte er sich. Sein Blick wanderte zu einem Mülleimer und öffnete ihn. Lauter Metallschrott, irgendwie würde sich die Maus darin nicht gut machen. Sie wäre dort wie ein Fremdkörper, fand er. Dann grinste er, wofür waren sie denn auf einem Planeten. Er brauchte die Maus eigentlich nur rauswerfen. Den Rest würde Mutter Natur dann besorgen. Mit dieser seiner Meinung nach prächtigen Idee machte er sich auf den Weg zur Schleuse. Außerdem hatte er den Fingerzeig des ersten Offiziers sehr gut verstanden, was seine Zehen anbelangte, hieß wohl – mach Dich vom Acker.

Hemolele, Schleuse

Regals Laune bekam einen Dämpfer, als er die Schleuse betrat und an Proto vorbei musste. Sein noch fröhliches Gesicht gefror regelrecht. Hoffentlich würde ihn der Silberne nicht ansprechen und ihm einen Vortrag halten. Zu seinem Glück würde das jetzt gerade noch fehlen. Er versuchte sich also mit der Maus, am Schwanz zwischen zwei Fingern gehalten, an dem Droiden vorbei zu schleichen. Dabei hoffte er inständig, dass Proto mit dem Reinigungsdroiden so beschäftigt war, dass er ihn nicht bemerkte. Er war schon fast vorbei, als er die wohl modulierte Stimme des Protokolldroiden neben sich hörte: “Techniker Regal, was tragen sie denn da zwischen den Fingern?”, und deutete auf das Corpus delicti in seinen Händen.

“Eine tote Maus”, antwortete Regal einsilbig.

“Aha”, stellte Proto fest. “Eine tote, vertrocknete Maus – genauer gesagt eine tote Mus musculus Subspezies minimus raumus”, berichtigte er den Techniker stolz. “Und was wollen Sie damit?”, fragte er weiter.

“Ich will sie entsorgen”, antwortete Regal zugeknöpft.

“Aha”, stellte Proto wiederum fest. “Und wo haben Sie diese Mus musculus Subspezies minimus raumus gefunden?”, fragte der Droide neugierig. Proto schwante Übles, denn der Techniker war aus dem Schiff gekommen. Der Sauberkeitsstandard auf dem Schiff ließ eindeutig zu wünschen.

“Aus dem Maschinenraum”, antwortete der Techniker. “Frau Akamu trug mir auf, das Ding zu entsorgen oder sie hängt mich an meinen Zehen auf”, entfleuchte es ihm und er biss sich sofort auf die Lippen. Hätte er nur nichts gesagt, wenn Proto jetzt noch auf die Zehen einging…

“Aus dem Maschinenraum? Erster Offizier? Frau Akamu? Du liebe Güte. Das ist nicht gut!”, stellte Proto fest und warf die Arme in die Höhe. “Siehst Du, genau das meinte ich!”, warf er dem Reinigungsdroiden vor und unterbrach damit dessen Arbeit.

Regal nutzte die Gelegenheit und machte sich davon, bog unterhalb der Rampe gleich wieder unter das Schiff ab und war damit aus dem Sichtfeld von Proto, bevor dieser noch mehr lästige Fragen stellen konnte. Mit Schwung warf er die tote Maus in Richtung des Rands der Landebucht. Auf etwa halbem Wege blieb sie im Sand liegen. Regal blickte sich nach rechts und links um, niemand hatte ihn beobachtet. Zufrieden nahm er sich eine Zigarette aus der Schachtel und zündet sie an. Über ihm stritten die beiden Droiden miteinander. Der leichte Wind wehte ihr Streitgespräch direkt zu ihm herunter.

“Was soll das heißen, die Mus musculus Subspezies minimus raumus steht nicht auf der Liste?”, fragte Proto entrüstet.

Der kleine Reinigungsroboter piepste bestimmt, dass dies genauso sei. Und damit sei es nicht seine Aufgabe, diese tote Maus zu entsorgen.

“Soll ich denn dann etwa diese Maus jagen und entsorgen?”, fragte Proto empört zurück. “Meine Aufgabe ist das nicht, im Gegenteil, meine Hauptaufgabe ist das Protokoll. Schließlich beherrsche ich mehr als 6 Millionen Kommunikationsformen”, stellte Proto richtig…

Regal verschluckte sich unterhalb fast vor Lachen. Er fand die Vorstellung sehr erheiternd, wie der Silberne hinter einer Maus herrannte. Den Stummel seiner Zigarette packte er ein und machte sich grinsend auf in Richtung Frachtschleuse. Zum Glück gab es ja noch andere Wege in das Schiff…

Hemolele, Schleuse

Noch immer diskutierten die beiden Droiden eifrig über den Sauberkeitsstandard auf der Hemolele und die darin verwickelte kleine Maus. Der Reinigungsdroide ging zum wiederholten Male darauf ein, dass sie nicht auf der Liste von unerwünschten Gegenständen bzw. Lebewesen stehen würde. Außerdem würde diese Spezies zu einer hohen Wahrscheinlichkeit aus der Kombüse der Hemolele kommen. Diese Art ernährte sich normalerweise von Essensresten. Solche kamen am ehesten dort vor, wo die Lebewesen ihr Essen zubereiteten oder verzehrten – also in der Messe oder der Kombüse. Die Messe wurde von ihnen immer sofort nach der Essensausgabe gereinigt. Der einzige Ort zu dem sie keinen uneingeschränkten Zugang hatten, war die Kombüse. Also musste der unerwünschte Gegenstand von genau diesem Ort kommen, schlussfolgerte der Reinigungsdroide piepsend.

“Du weißt ganz genau, dass Chef Kandor uns verboten hat, die Küche zu betreten. Er droht sogar, mich in alle Einzelteile zu zerlegen, wenn ich mich nicht daran halte, dass ihr Reinigungsdroiden die Küche nicht unaufgefordert betretet”, erklärte Proto dem kleinen Droiden zum wiederholten Male.
“Und nein, er würde auch Dich zerlegen. Da bin ich mir sicher!”, rief er mit nach oben geworfenen Armen, um dem widersprechenden Piepen zu entgegnen. “Doch, ganz sicher”, wiederholte er nochmal bestimmt, um jede Widerrede im Keim zu ersticken. ‘Dieser spezielle Reinigungsdroide ist ein wirklich vorlauter kleiner Kerl’, dachte der Silberne insgeheim verärgert. Er hatte natürlich keine Ahnung, wie gefährlich Chef Kandor sein konnte. Ein Mann, der in seinem Quartier die Asche seiner Mutter und die ausgestopften Reste eines Wookies aufbewahrte, dem war alles zu zutrauen, so fand zumindest der Protokolldroide.

Hemolele, Maschinenraum

Lani musterte den reaktivierten Droiden von unten bis oben. Nun, er schien zumindest auf den ersten Blick nicht gefährlich zu sein. Sie seufzte theatralisch, erhob sich und trat zum Interkom an der Wand des Maschinenraumes. “Erster Offizier an Proto.”, sie wartete ab, bis der Droide bestätigt hatte, unterbrach dann aber gnadenlos seinen Wortschwall, indem sie ihn anwies, sich im Maschinenraum einzufinden. Eine erneute Erwiderung des Droiden wurde kurz abgefertigt. “Unterbrich mich nicht ständig, Proto, sonst werde ich ungemütlich – und Du weißt, was das bedeutet!”, der Silberne bestätigte und wurde plötzlich ganz einsilbig.

“Hier im Maschinenraum befindet sich ein sehr alter Droide. Ich möchte, dass Du mit ihm sprichst, und herausfindest, was sich auf seinen Speicherbänken befindet. Anschließend speicherst Du sie mir, ordentlich und sinnvoll sortiert, auf einen Datenblock, den Du in meinem Quartier ablegen darfst.” Lani unterbrach kurzerhand die Verbindung.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht wandte sich die Akoni daraufhin wieder an Kryss. “Man muss nur wissen, wie man mit diesen Protokollfritzen umgehen muss. Ich vermute, dass Sie das ebenfalls wissen, Kryss.”

Lani reichte dem immer noch neben dem alten Droiden knienden Mann die Hand. “Willkommen im Team der Hemolele, Kryss. Wenn Sie möchten.”

Kryss war perplex. Er hatte den Job? Glücklicherweise kniete er noch, sonst hätte er sich ob der überraschenden Nachricht gleich hinsetzen müssen. Stattdessen versuchte er, ein Lächeln auf sein Gesicht zu bekommen, doch vermutlich verunglückte es ein wenig. Er hatte es geschafft, er kam weg von diesem staubigen Etwas von Planet, kurz bevor sich sein aufgebrauchtes Vermögen, was keines gewesen war, zu einem ernsthaften Problem hätte entwickeln können. Er ergriff die ihm dargebotene Hand und zog sich hoch.

“Danke. Wow; klar möchte ich!”, stammelte er noch unsicher und schüttelte Lanis Hand beinahe zu wild. ‘Juchuu!’, jubelte er innerlich. ‘Was für ein Tag.’ Am Ende hatte sich alles einfacher dargestellt, als er sich im Vorfeld ausgemalt hatte. Er hatte schon gedacht, er müsste die halbe Hemolele zerlegen und wieder zusammenbauen; im Raumanzug; ohne richtiges Werkzeug. Aber der Droide …. na der war lösbar gewesen.

“Ich hoffe, Proto bekommt Interessantes aus ihm heraus”, sagte er und stellte fest, dass er immer noch die Hand der Frau schüttelte. Schnell ließ er davon ab und steckte seine Eigenen in die Tasche, damit er nicht noch auf dumme Gedanken kam. “Und natürlich hoffe ich, dass ich der Crew und dem Schiff eine nützliche Hilfe sein kann.”

“Oh, da bin ich mir ziemlich sicher”, schmunzelte Lani, der die Erleichterung des Mannes nicht entgangen war. “Da es zum üblichen Procedere gehört, sollte ich noch erwähnen, dass der Sold sich am Standard der Handelsflotte der neuen Republik orientiert. Kost und Logis sind frei und Sie werden feststellen, dass die Kost hier ein wenig … ungewöhnlich ist. Unseren Koch haben Sie ja schon kennengelernt.”

Mit einem Kopfnicken bedeutete sie dem neuen Ingenieur, ihr zu folgen und wandte sich zum Gehen, nicht ohne dem Protokolldroidenverschnitt Marke Uralt noch ein paar Anweisungen zu geben. So etwas wie “nicht von der Stelle rühren”, zum Beispiel. Obwohl dies angesichts seiner mangelhaften Ausstattung eher unwahrscheinlich war, aber Protokolldroiden waren erfinderisch.

“Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen Ihr neues Quartier, dann können Sie Ihre Habseligkeiten holen und sich frisch machen und dann zum Abendessen in der Offiziersmesse zu uns stoßen.”

Noch bevor Kryss etwas antworten konnte, eilte ein silberner Protokolldroide mit dem typischen, leicht eckigen Schritt seiner Sorte auf den Maschinenraum zu. Lani seufzte, aber dies war wohl unumgänglich. Kurz und knapp gab sie Proto seine Anweisungen bezüglich seines Kollegen und schob diesen dann brüsk in den Maschinenraum, bevor er noch eine seiner Tiraden loswerden konnte.

Hemolele, Landebucht

Kandor beobachtete, wie Proto sich versteifte und dann eiligst im Inneren des Schiffes verschwand.
“Also ahhh … naja, scheinbar läuft heute alles etwas anders als geplant…”, kommentierte er das Verschwinden des Droiden verärgert. Dass Proto seinen Posten verließ, hatte nichts Gutes zu bedeuten. Es gab eigentlich nur vier Personen auf dem Schiff, die ihn dazu veranlassen könnten. Der Doktor, der Captain, die erste Offizierin und der Cheftechniker. Letzterer war auf dem Weg in die Versklavung – blieben also nur die anderen drei. Warum Proto von ihm auch Befehle annahm, hatte Kandor bis jetzt noch nicht verstanden. Nach dem Protokoll hätte das eigentlich nicht immer ganz so sein müssen. In bestimmten Bereichen auf alle Fälle, aber Proto achtete auch außerhalb genau darauf, alles sinngemäß so zu erfüllen, wie Kandor es wollte. Er war sehr zuvorkommend und machte einen sehr guten Job. So zumindest war das die Meinung des Dathomiri.

Die Zwillinge grinsten sich erleichtert gegenseitig an. Kein unnötiges Geplapper und diese unselige Anrede ‘Mamsells’ Tita. Und egal wie oft sie es auch versuchten Proto diesen Titel auszureden, er blieb dabei. Er war der Meinung, der Titel sei korrekt und deswegen werde er ihn auch verwenden. Das sei richtig. Dass ihnen dies peinlich war bemerkte er überhaupt nicht. Und so waren sie froh Proto ein weiteres Mal aus dem Weg gegangen zu sein.

“Na dann, komm mit Roger. Schauen wir, dass wir den Seesack loswerden. Proto wirst Du mit Sicherheit noch früh genug kennenlernen”, sprach Kandor und machte eine auffordernde Geste, während er Kurs auf die Schleuse nahm.

Rogers Schnauzer hob sich auf der rechten Seite ein wenig. Es war ihm nicht unwillkommen, die Bekanntschaft mit dem Droiden zu verschieben. Seit einer schicksalsträchtigen Episode, bei der er Teil einer Gruppe gewesen war, die versucht hatte, einen bis dato unbekannten Separatistenaußenposten zu plündern, mochte er keine Droiden mehr. Nicht, dass er vorher ein Freund dieser gewesen wäre, aber nachdem der Hacker der Gruppe auf der Suche nach Informationen den Hauptrechner aktiviert hatte, nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die Basis war schon zu Zeiten der Klonkriege vergessen worden und stand voller Kampfdroiden der ersten Generation. Mit der Aktivierung des Zentralrechners fuhr auch Leben in alle Droiden. Gedankenverloren klopfte Roger auf sein schweres Blastergewehr, welches er in Erinnerung an dieses Abenteuer Bessie getauft hatte. Schnell schüttelte er diese Gedanken ab und lenkte seinen Blick auf das Schiff selber.

Es war eine gut erhaltene corellianische Korvette und sie gefiel ihm. Diese Schiffe waren einst das Rückgrat der Rebellion gewesen und strahlten in den Augen des Sheriffs ein ebensolches Selbstbewusstsein aus.

Mit langen Schritten ging er neben dem Dathomiri her und antwortete ihm, während er immer noch das Schiff musterte. “Der Droide kann ruhig warten, ich lege nicht unbedingt Wert auf leblose Gesellschaft. Erzähl mir aber gerne etwas über das Schiff selber bzw. was für weitere Besatzungsmitglieder werde ich treffen?”

“Hm, ausgerechnet mich fragst Du zu dem Schiff und seinen Bewohnern … von allen Personen, die hier leben, bin ich derjenige, der die wenigste Erfahrung mit dem Reisen auf einem Raumschiff oder generell mit Technik hat”, seufzte Kandor. Aber genaugenommen war es richtig, Kandor zu fragen. Schließlich war er der Quartiermeister der Hemolele, auch wenn er sich inzwischen lieber in der Rolle des Kochs sah. Natürlich wusste er sehr viel von den Besatzungsmitgliedern, zumeist viel mehr als diesen lieb war, aber gerade deswegen war er auch sehr einsilbig, wenn es um selbige ging. Roger würde seine eigenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Mitgliedern des Schiffes machen müssen.

“Für genaue Details, frägst Du am besten den Captain selbst, oder Proto”, ergänzte er weiter. “Aber ich kann Dir natürlich ein bisschen über den Aufbau des Schiffes erzählen und zeigen. Damit findest Du Dich auf jeden Fall zurecht”, erklärte er.

“Die Schleuse hier ist gleichzeitig Zugang und Ausgang. Hinter der Schleuse sind auch schon die ersten Gästequartiere der zweiten Klasse. Wir befinden uns auf Deck 6. Kommt, wir gehen gleich mal in den Turbolift direkt vor uns”, führte der Koch weiter aus.

Alle traten in den gut zwei Meter durchmessenden, runden Lift. Er war wie alle Innenwände der Hemolele standardmäßig mit einem weißen Kunststoff beschichtet. An der rechten Innenseite war eine Schalttafel angebracht. Als alle im Lift waren, deutete der Koch auf die Tafel und sprach weiter: “Hier siehst Du alle sechs erreichbaren Decks der Hemolele. Auf dem nächsten Deck befinden sich Treibstofftanks und der Zugang zum Hangar. Deck 4 – Unterkunft der Besatzung, Messe, Krankenstation, Kommunikationsraum, Gebetsraum und die Sperrholzklasse für Passagiere. Die Messe wird von den Mannschaftsdienstgrade und den dort wohnenden Passagieren zum Essen genutzt. Auf diesem Deck werden wir Dich nachher von Dr. Aramaki verarzten lassen. Wir nehmen aber erstmal Kurs auf Deck 3”, erzählte er weiter und drückte den Knopf.

Die Tür schloss sich mit einem Zischen. Der Lift bewegte sich geräuschlos nach oben und die Zahlen veränderten sich, bis sie bei der 3 stehen blieb. Die Tür öffnete sich. Roger blickte Kandor fragend an. “Wir beide bleiben und fahren weiter bis zur 1”, erwiderte dieser. “Meine beiden Hübschen verlassen uns hier”, ergänzte er.
Die Zwillinge lächelten ihn an und verließen den Aufzug. “Fangt bitte schon mal mit dem Zubereiten des Abendessens an. Die Mannschaft freut sich bestimmt schon darauf, da lassen wir sie besser nicht warten. Und vergesst nicht den speziellen Nachtisch”, bat er die beiden.

Mit einem gemeinsamen “es hat uns gefreut”, und “wir sehen uns bestimmt bald wieder” verabschiedeten sich die beiden von den Männern.

Die Türe schloss sich wieder und sie waren auf dem Weg zur Deck 1. Währenddessen erklärte Kandor weiter: "Auf Deck 3 findest Du auch einen Salon, einen Computerraum, ein Konferenzzimmer, die Offiziersmesse, meine Kombüse und die Brücke und Quartiere des gehobenen Personals. Gäste erster und zweiter Klasse und das gehobene Personal nehmen natürlich ihr Essen in der Offiziersmesse ein. Auf Deck 2 sind wieder Treibstofftanks und irgendwelcher technischer Schnickschnack.

Mit einem Zischen öffnete sich die Tür wieder. Kandor ging voraus und blieb nach drei Schritten stehen. Er drehte sich zu Roger um, der ihm mit einem fragenden Blick gefolgt war. Der Koch deutete nach links: “Hier siehst Du den wahrscheinlich schönsten Platz auf dem Schiff: die Starlight Lounge. Vor allem wenn uns der weite Raum umgibt, finden sich hier wunderschöne Farbenspiele, die die Pracht des Universums verdeutlichen.”

Die Lounge war ein mit gemütlichen Sitzen ausgestatteter Raum, etlichen Pflanzen sowie einem plätschernden Brunnen und einem Sichtfenster, das von einem Ende bis zum anderen reichte und in ein weiteres an der Decke überging. Die Sonne von Tatooine strahlte den Raum mit einem warmen Licht komplett aus.

“Und hier auf der rechten Seite ist Dein Quartier, eine Suite. Wir gehen ganz zum Ende. Bitte folge mir”, sagte Kandor und ging in die angegebene Richtung.

Langsam hob sich eine Augenbraue Rogers, als sie den Gang weiter Richtung Bug beschritten. Der Captain hatte es ernst gemeint mit der ersten Klasse. Soweit er es sehen konnte, war er auf diesem Flur der einzige Gast und es zeichnete sich ab, dass er eine Kabine bekommen würde, die dreimal so groß wie alle anderen sein dürften. Leise pfiff der Sheriff, den fragenden Blick Kandors ignorierend.

Das ganze Schiff war scheinbar in einem hervorragenden Zustand. Zumindest ging Roger davon aus, denn den sensiblen technischen Bereichen wurde sicherlich mehr Pflege zugedacht als den Deckenpanelen. Strich man das mittlerweile veraltete Design ab, war dies ein Erster Klasse Bereich, der auch einem Mon-Calamarischen-Vergnügungskreuzer gerecht geworden wäre. Platz war Luxus und je kleiner das Schiff, desto größer war dieser zu bewerten.

Ohne noch weitere Worte abzuwarten durchschritt Roger die Tür, die ihm Kandor geöffnet hatte. Ungläubig stand er in einem mehr als großzügigen Wohnbereich, der ähnlich groß war wie seine Schlafstätte bei Chalmun. Der Alderaaner ließ seine Tasche von der Schulter gleiten und legte Bessie auf den kreisrunden Tisch der halbmondförmigen Sitzgruppe. Im angrenzenden Raum stand ein großzügiges Doppelbett und ein Arbeitsplatz, sowie zwei Schränke, die Platz hatten, um den Inhalt von zehn Seesäcken unterzubringen. Zwischen den beiden Schränken führte eine Tür in das angrenzende Badezimmer. Ungläubig weiteten sich seine Augen, als er neben anderen Einrichtungsgegenständen die freistehende Badewanne sah. Gerade im Kontext, dass er die letzten Wochen auf dem Wüstenplaneten Tatooine verbracht hatte, kam ihm das wie unglaublicher Luxus vor.

Breit grinsend legte er seine rechte Hand auf Kandors linke Schulter und lachte ihn an. “Kandor mein Freund, hier gefällt es mir.”

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